Zahnprobleme bei Hunden: Parodontitis erhöht Herzrisiko 6,36-fach
22.06.2026 - 13:12:46 | boerse-global.de
Doch zwischen Werbeversprechen und echter Qualität klafft oft eine große Lücke.
Aktuelle Untersuchungen zeigen: Nicht alles, was als Frischfleischfutter daherkommt, hält, was die Verpackung verspricht. So werden viele Produkte nach Trockenfutter-Standards verarbeitet – mit Temperaturen bis 160 Grad Celsius.
Heißextrusion zerstört wichtige Nährstoffe
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Bei der sogenannten Heißextrusion werden die Futtermittel auf 140 bis 160 Grad erhitzt. Das beeinflusst die Nährstoffzusammensetzung massiv. In einer Analyse des Produkts Bile Yuanqie lag der Lysingehalt bei nur 1,82 Prozent – weit unter dem theoretischen Minimum.
Gleichzeitig fanden die Tester Rinder-DNA-Rückstände, die dort nicht hingehörten. Ein Problem, das zeigt: Die Kontrolle der Inhaltsstoffe ist oft mangelhaft.
Hochwertigere Produkte wie Bernatian Pure setzen dagegen auf 89,7 Prozent tierisches Protein. Doch auch hier gibt es Hürden: Die anfängliche Akzeptanz von 92,4 Prozent sinkt innerhalb von fünf Tagen um 44 Prozent. Hunde fressen das Futter also zunächst gerne, lehnen es dann aber ab.
Chemische Zusätze: Notwendig oder bedenklich?
Um die Haltbarkeit zu verlängern und die Gesundheit zu fördern, setzen Hersteller auf spezifische Zusätze. Natriumbisulfat (NaHSO?) senkt den pH-Wert des Urins und verhindert so die Bildung von Struvitkristallen – also Harnsteinen. Es wirkt zudem als Konservierungsmittel gegen Schimmelpilze und Bakterien.
Natriumpropionat hemmt das Wachstum von Schimmel und die Bildung von Mykotoxinen. Besonders in der großindustriellen Produktion sind diese Stoffe kaum wegzudenken.
Zahnprobleme gefährden das Herz
Die Wahl des Futters allein reicht nicht. Eine Studie mit 120.000 Hunden zeigt einen alarmierenden Zusammenhang: Vier von fünf Hunden leiden unter Zahnproblemen. Eine schwere Parodontitis erhöht das Risiko für eine Endokarditis um das 6,36-fache, für Herzmuskelerkrankungen um das Vierfache.
Besonders kleine Rassen sind betroffen. Tierzahnarzt Dr. Markus Eickhoff rät zu konsequenter Zahnpflege – am besten von Welpenalter an.
Wassermelone ja, Pilze nein
Neben dem Hauptfutter greifen Halter zunehmend zu natürlichen Snacks. Wassermelone gilt als geeignet: Sie besteht zu 92 Prozent aus Wasser, liefert die Vitamine A, B6 und C sowie Kalium. Allerdings müssen Kerne und Schale entfernt werden, sonst drohen Verdauungsbeschwerden.
Bei Pilzen ist Vorsicht geboten. Ernährungsberaterin Philine Ebert warnt: Die Verträglichkeit hängt stark von der Sorte ab – einige sind für Hunde hochgiftig.
Hannover ist die hundefreundlichste Stadt
Nicht nur die Ernährung, auch das Umfeld beeinflusst das Wohlbefinden der Tiere. Der Dog Wellbeing Index 2026 von Coway Europe bewertete die 25 größten deutschen Städte nach Grünflächen, Luftqualität und Tierarzt-Dichte.
Hannover führt das Ranking mit 55,1 von 70 Punkten an. München, Nürnberg und Stuttgart landen mit rund 20 Punkten weit abgeschlagen.
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Die älteste Haustierbeziehung der Menschheit
Die Bindung zwischen Mensch und Hund ist uralt. Eine DNA-Studie der LMU München und internationaler Museen belegt: Hunde lebten bereits vor mindestens 15.800 Jahren an der Seite von Jägern und Sammlern. Sie sind damit das älteste Haustier der Menschheitsgeschichte.
Vor diesem Hintergrund plädiert der Dresdner Professor Andreas Rutz für mehr Bildungsarbeit im Bereich Ernährung. Das Bewusstsein für Lebensmittelqualität – und damit auch für verantwortungsvolle Tierhaltung – müsse gestärkt werden.
