Zahngesundheit: Regelmäßige Vorsorge senkt Herzinfarkt-Risiko deutlich
30.06.2026 - 17:09:25 | boerse-global.de
Fast 340.000 Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Jahr 2024 – das sind 33,7 Prozent aller Todesfälle in Deutschland. Die Deutsche Herzstiftung bestätigt damit die zentrale Bedeutung dieses Gesundheitsbereichs. Doch aktuelle Forschungsergebnisse und technologische Fortschritte geben Anlass zur Hoffnung.
Jo-Jo-Effekt: Weniger schädlich als gedacht?
Eine Übersichtsarbeit in The Lancet Diabetes & Endocrinology sorgt für Diskussionen. Die Autoren Faidon Magdos und Norbert Stefan kommen zu dem Schluss: Wiederkehrende Gewichtsschwankungen sind nicht kausal schädlich. Die Vorteile einer zeitweisen Gewichtsabnahme – verbesserte Stoffwechselwerte, höhere Lebensqualität – überwiegen die Risiken.
Angesichts von rund 900 Millionen adipösen Menschen weltweit ist das eine wichtige Botschaft. Besonders profitieren offenbar postmenopausale Frauen: Gezielter Gewichtsverlust kann hier die Sterblichkeit senken.
Auch Mikronährstoffe rücken in den Fokus. Eine Pilotstudie mit Personen über 65 Jahren zeigte: Täglich 6 Milligramm Spermidin verbessern die Immunantwort. Bei Bluthochdruck – in Deutschland rund 2,5 Millionen Betroffene – empfehlen Experten eine Kombination aus regelmäßiger Messung, Bewegung und proteinreicher Ernährung mit etwa 20 Gramm Protein pro Mahlzeit.
Zahngesundheit als Herzrisiko
Kann der Zahnarztbesuch vor Herzinfarkten schützen? Eine US-Studie mit über 90.000 Teilnehmern ab 55 Jahren belegt: Ja. Wer aus Kostengründen auf Zahnbehandlungen verzichtet, hat ein signifikant höheres Risiko für Herzinfarkte, Herzinsuffizienz und Schlaganfälle.
Die Forscher schätzen: Zwei bis vier Prozent dieser Erkrankungen wären vermeidbar, wenn finanzielle Barrieren in der Vorsorge wegfallen. Parallel dazu haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts IZI einen neuen Wirkstoff gegen den Parodontitis-Erreger Porphyromonas gingivalis identifiziert. Das könnte künftig systemische Entzündungsrisiken senken.
Neue Technik für kranke Herzklappen
Auf der Fachkonferenz „New York Valves 2026" stand ein vielversprechendes Verfahren im Mittelpunkt: das ShortCut-Device. Es modifiziert Klappensegel vor einer Valve-in-Valve-TAVI – einer minimalinvasiven Aortenklappenimplantation.
Die US-Studie zeigt: Wer aus Kostengründen auf Zahnbehandlungen verzichtet, hat ein signifikant höheres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Mit der richtigen Vorsorge-Strategie können Sie dieses Risiko senken. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Die Daten aus 28 US-Zentren mit 150 Patienten sind beeindruckend. Die Erfolgsquote bei der Prävention von Koronarobstruktionen liegt bei 96 Prozent. Die Prozedur dauert im Schnitt 11 bis 17 Minuten. Schwere Komplikationen wie Schlaganfälle (0,7 Prozent) oder kardiovaskuläre Todesfälle (1,3 Prozent) sind selten.
Zebrafische als Vorbild für die Herzregeneration
Kann sich menschliches Herzgewebe erneuern? Forscher des Max Delbrück Centers haben eine Studie in Nature Communications veröffentlicht, die neue Hoffnung gibt. Untersucht wurde das Herz des Zebrafischs – ein Meister der Regeneration.
Makrophagen steuern dort durch fein abgestimmte Entzündungssignale die Heilungsprozesse. Eine gezielte Dämpfung dieser Signale könnte künftig die Grundlage für Therapien zur Erneuerung menschlichen Herzgewebes bilden.
Diabetes als psychosoziale Belastung
Das Robert Koch-Institut hat im Rahmen der Studie „Gesundheit 65+" Daten von 2021 bis 2024 ausgewertet. Das Ergebnis: Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes erhöhen die psychosoziale Belastung erheblich. Die Wahrscheinlichkeit für depressive Symptome steigt bei Betroffenen um 60 Prozent.
Die Autoren fordern eine routinemäßige psychosoziale Unterstützung in der kardiologischen und diabetologischen Behandlung.
Deutsche Herzstiftung: Kontinuität an der Spitze
Parodontitis ist eine unterschätzte Entzündungsquelle, die das Herzinfarkt-Risiko erhöht. Erfahren Sie in 3 Schritten, wie Sie Parodontitis vorbeugen und Ihr Herz schützen – inklusive Finanzierungsoptionen für die Zahnvorsorge. Parodontitis-Prävention jetzt sichern
Professor Thomas Voigtländer bleibt bis 2030 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Der Jahresbericht 2025 weist Erträge von 21,37 Millionen Euro aus. Davon flossen 6,74 Millionen Euro direkt in die Forschungsförderung. Mit 107.300 Mitgliedern bleibt die Stiftung ein zentraler Akteur.
Für das Spätjahr 2026 sind weitere Fachveranstaltungen geplant – unter anderem Ende August in Grebenhain. Dort werden Experten wie Dr. Tobias Plücker über strukturelle Herzerkrankungen und Dr. Klaus Edel über moderne Präventionsansätze informieren.
