Zahlungsverkehr: Open-Banking-Markt wächst bis 2030 auf 107 Mrd. Euro
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 06:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Integration von OpenPayd in das Fireblocks-Zahlungsnetzwerk schafft eine neue Brücke zwischen traditionellem Geld und digitalen Assets in Europa.
Mehr als 2.400 institutionelle Nutzer können ab sofort auf Fiat-Ein- und Auszahlungen in Britischen Pfund, Euro und US-Dollar zugreifen – ohne separate technische Schnittstellen. Die Anbindung erfolgte am 23. Juli 2026 und betrifft vor allem den britischen und europäischen Markt.
Milliardenmarkt Open Banking
Die Expansion kommt zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt. Der globale Open-Banking-Markt soll bis 2030 ein Volumen von umgerechnet rund 107 Milliarden Euro erreichen – das entspricht einem jährlichen Wachstum von 24,4 Prozent. Branchenanalysten sehen Künstliche Intelligenz, Cloud-Banking und die Entwicklung hin zum offenen Finanzwesen als die wichtigsten Treiber.
Fireblocks hat eigenen Angaben zufolge bereits Transaktionen im Wert von über 13 Billionen Euro abgewickelt. OpenPayd kommt auf ein jährliches Volumen von mehr als 260 Milliarden Euro für rund 1.200 Kunden. Die Partnerschaft, die bereits im September 2025 angekündigt wurde, ermöglicht den Zugriff auf rund 60 Währungen in 100 Ländern – und das über eine einzige Programmierschnittstelle (API).
Banken setzen auf offene Architektur
Große Finanzinstitute nutzen zunehmend Open-Banking-Strukturen für ihre internationale Expansion. Die spanische Santander-Bank startete kürzlich ihre Openbank-Plattform in den USA und setzt dabei auf ihr Gravity-Kernbanksystem sowie die ODS-Kundenoberfläche. Das Geldhaus, das weltweit 182 Millionen Kunden betreut, spart durch die Gravity-Technologie seit 2022 rund 314 Millionen Euro.
Der Wettbewerb verschärft sich, weil Kunden ihre Finanzbeziehungen zunehmend aufteilen. Eine Umfrage aus dem Oktober 2025 zeigt: Mehr als die Hälfte der Verbraucher holt Hypotheken und Investmentkonten inzwischen bei anderen Anbietern als ihrer Hausbank. Branchenforscher sehen Vertrauen und Betrugsprävention als entscheidende Unterscheidungsmerkmale für digitale Bankplattformen.
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Indiens UPI erobert die Welt
Die Expansion des Open Bankings ist eng mit dem Wachstum von Echtzeit-Zahlungssystemen verbunden. Die indische National Payments Corporation (NPCI) treibt die globale Einführung der Unified Payments Interface (UPI) voran. Im Mai 2026 verarbeitete UPI mit 23,2 Milliarden Transaktionen einen neuen Rekord. Nach erfolgreichen Starts in Singapur, Frankreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten kam im Juni 2026 Kambodscha hinzu.
Die internationalen Transaktionsvolumen von UPI stiegen im Fiskaljahr 2026 auf 1,48 Millionen – fast eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr (0,75 Millionen). Die NPCI peilt für das Fiskaljahr 2026/27 eine Milliarde Transaktionen pro Tag an.
Sicherheit bleibt die Achillesferse
Mit wachsenden Transaktionsvolumen steigt auch der Bedarf an Sicherheit. Der Markt für Online-Betrugserkennung im Zahlungsverkehr soll bis 2030 auf umgerechnet 22 Milliarden Euro wachsen. Finanzinstitute setzen zunehmend auf Echtzeit-Präventionssysteme und verbesserte Algorithmen des maschinellen Lernens.
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Bereits Anfang 2025 stellte SWIFT einen KI-gestützten Betrugserkennungsdienst für sein Netzwerk von mehr als 11.500 Instituten bereit. Parallel dazu wächst der Markt für prädiktive Analysen – Prognosen gehen von umgerechnet knapp elf Milliarden Euro bis 2030 aus. Banken setzen verstärkt auf cloudbasierte Analysen für Risikomanagement und personalisierte Dienstleistungen.
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