Zähneputzen: Der Waagetrick der Stiftung Warentest zeigt den richtigen Druck
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deZu viel Krafteinsatz bei der täglichen Mundhygiene kann Zähne und Zahnfleisch dauerhaft schädigen. Um ein Gefühl für den passenden Druck zu entwickeln, empfiehlt die Stiftung Warentest eine einfache Methode: den sogenannten Waagetrick. Dabei wird eine Handzahnbürste auf eine Küchenwaage gedrückt, bis diese einen Wert von 100 Gramm anzeigt.
Mehr Anpressdruck sollte beim eigentlichen Putzvorgang nicht aufgewendet werden. Auch Zahnärzte warnen vor den Folgen einer zu aggressiven Reinigung, da übermäßiger Druck den Zahnschmelz angreift und das Zahnfleisch zurückweichen lassen kann.
Risiken durch zu hohen Anpressdruck
Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit indischer Forscher verdeutlicht, dass zu kräftiges Putzen in Kombination mit einer falschen Technik und aggressiver Zahnpasta sowohl den Zahnschmelz als auch das Zahnfleisch schädigt.
Die Auswertung zeigte zudem Unterschiede im Nutzerverhalten: Rechtshänder putzen auf der rechten Seite mit mehr Druck, während Linkshänder links stärker aufdrücken. Zudem üben Männer beim Zähneputzen häufiger mehr Druck aus als Frauen.
Zahnmediziner betonen die konkreten Gefahren dieser Gewohnheiten. Ein zu hoher Druck, insbesondere in Verbindung mit horizontalen Schrubbbewegungen und harten Borsten, kann das Zahnfleisch traumatisieren und die Zahnoberfläche abnutzen.
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Liegt das Dentin erst einmal frei, reagieren die Zähne empfindlicher auf heiße, kalte, süße oder saure Speisen. Zudem beeinträchtigt ein Zahnfleischrückgang das Erscheinungsbild und erhöht das Kariesrisiko im Wurzelbereich. Als sichtbares Warnsignal für eine dauerhaft zu hohe Krafteinwirkung gilt eine verformte Bürste.
Substanzverlust und richtige Putztechnik
Zahnschmelz gilt als das härteste Gewebe des menschlichen Körpers. Einmal verloren gegangene Substanz kann jedoch nicht nachwachsen. Fluorid ist lediglich in der Lage, Mineralien zu ersetzen und Karies im Frühstadium umzukehren, nicht aber Schmelz neu aufzubauen. Neben der Abrasion durch zu aggressives Putzen tragen auch Säureerosionen durch Nahrungsmittel oder Magensäure sowie das Zähneknirschen zum Schmelzverlust bei.
Fachleute raten daher zu einer schonenden Technik. Laut der indischen Übersichtsarbeit eignet sich am Zahnfleischrand die Rütteltechnik im 45-Grad-Winkel. Liegt bereits ein Zahnfleischschwund vor, wird die Auswischmethode empfohlen.
Elektrische Zahnbürsten mit integrierter Andruckkontrolle erwiesen sich in den analysierten Studien als besonders schonend. Auch das Führen der Bürste wie ein Schreibstift kann helfen, den ausgeübten Druck zu verringern. Bei elektrischen Modellen sollte generell kein zusätzlicher Druck ausgeübt werden.
Besondere Herausforderungen im Alter
Mit zunehmendem Alter gewinnt die Schonung der Zahnhälse weiter an Relevanz. Das Zahnfleisch zieht sich im Laufe der Jahre zurück, wodurch freiliegende Wurzelteile besonders anfällig für Wurzelkaries werden. Hinzu kommt häufig Mundtrockenheit infolge von Medikamenteneinnahmen oder hormonellen Umstellungen.
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Zur Basisversorgung gehört das zweimal täglich Putzen für zwei bis drei Minuten mit fluoridhaltiger Zahnpasta sowie die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume. Da eine gewöhnliche Zahnbürste nur etwa 70 Prozent der Zahnoberfläche erreicht, sind Zahnseide oder Interdentalbürsten unverzichtbar.
Bei eingeschränkter Motorik erleichtern dickere Griffe oder elektrische Zahnbürsten die Handhabung. Nach dem Zähneputzen sollte die Zahnpasta lediglich ausgespuckt und der Mund nicht mit Wasser nachgespült werden, um die Schutzwirkung des Fluorids voll auszuschöpfen. Borstenköpfe sollten spätestens nach drei Monaten ausgetauscht werden.
