XPeng startet Massenproduktion von Robotaxis – Tesla setzt auf Optimus
21.05.2026 - 20:06:54 | boerse-global.de
Während chinesische Hersteller die Serienproduktion von Robotaxis hochfahren, lenkt Tesla den Fokus zunehmend auf humanoide Roboter. Der Wettlauf um die kommerzielle Nutzung von Level-4-Autonomie und KI-gesteuerten Robotern tritt in eine entscheidende Phase.
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XPeng setzt auf reine Kamera-Technologie
Der chinesische Elektroauto-Hersteller XPeng gab am 20. Mai den Start der Serienproduktion seiner speziell entwickelten Robotaxis bekannt. Das Fahrzeug basiert auf der GX-Plattform und verzichtet komplett auf LiDAR – die Navigation erfolgt ausschließlich über Kameras. Zum Einsatz kommt das KI-Modell VLA 2.0 in Kombination mit vier proprietären Turing-Chips, die eine Rechenleistung von 3.000 TOPS erreichen. Die Reaktionszeit des Systems liegt nach Unternehmensangaben bei unter 80 Millisekunden.
Noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen erste Pilotfahrten beginnen. Für Anfang 2027 plant XPeng den vollständig autonomen Betrieb ohne Sicherheitsfahrer. Das wäre ein Novum für die Branche.
Südkorea zieht nach – Hyundai testet in Gwangju
Auch Südkorea beschleunigt seine Pläne für autonomes Fahren. Hyundai will noch 2026 einen flächendeckenden Level-4-Test in der Stadt Gwangju starten. 200 Fahrzeuge, ausgestattet mit acht Kameras, einem Radarsensor und dem Atria-KI-System, sollen dort unter realen Bedingungen fahren.
Um die Software-Kompetenz zu stärken, holte Hyundai den ehemaligen NVIDIA-Manager Park Min-woo als CEO der Tochtergesellschaft 42dot an Bord. Ein weiteres Zeichen für die Dynamik in der Region: Das Joint Venture Apex Mobility – eine Kooperation zwischen SOCAR und Krafton – investiert umgerechnet rund 100 Millionen Euro in die lokale Transporttechnologie. Laut aktuellen Rankings liegt Südkorea weltweit auf Platz fünf der autonomen Technologiereife.
May Mobility präsentiert fünfte Generation
Der US-Anbieter May Mobility stellte ebenfalls am 20. Mai seine neue Autonomie-Architektur vor. Das System kombiniert Deep Learning mit einer Reasoning-Engine und einem Weltmodell. Das Fahrzeug kann damit 100 „Was-wäre-wenn"-Simulationen alle 200 Millisekunden durchführen. Mit über 525.000 kommerziellen Fahrten in drei US-Bundesstaaten verfügt das Unternehmen über reichlich Erfahrung. Ziel ist es nun, die Hardware-Kosten durch effizientere KI-Modelle zu senken.
Tesla: FSD-Start in China und Abschied von Model S/X
Tesla hat am 21. Mai sein „Full Self-Driving" (FSD) offiziell in China eingeführt. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 8.200 Euro. Das Level-2-System erfordert ständige Aufmerksamkeit des Fahrers – und tritt damit in direkte Komkurrenz zu lokalen Anbietern wie Xiaomi und XPeng, die bereits etablierte Systeme im Markt haben. Die Zulassung erfolgte, nachdem die chinesische Regierung Ende 2025 erstmals Level-3-Zertifikate vergeben hatte.
In Europa wächst Teslas Fußabdruck ebenfalls. Litauen genehmigte FSD (Supervised) am 21. Mai als zweites EU-Land nach den Niederlanden. Griechenland und Belgien prüfen ähnliche Schritte. Skandinavische Länder zeigen sich jedoch zurückhaltend – eine uneinheitliche Regulierung innerhalb der EU zeichnet sich ab. Weltweit zählt Tesla rund 1,3 Millionen zahlende FSD-Kunden.
Der Optimus-Roboter wird zur Priorität
Noch bedeutender ist eine strategische Neuausrichtung: Tesla wird die Produktion seiner Flaggschiff-Modelle Model S und Model X im zweiten Quartal 2026 einstellen. Das Werk in Fremont soll stattdessen für die Montage des Optimus-Roboters umgerüstet werden. Elon Musk bezeichnet Optimus als potenziellen Eckpfeiler des künftigen Unternehmenswerts. Ein funktionsfähiger Prototyp soll am 30. September 2026 der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Bereits Anfang Mai wurde das gesamte Autopilot-Engineering-Team zum Optimus-Projekt versetzt. Der Roboter nutzt denselben FSD-Computer wie Teslas Fahrzeuge und soll künftig Haushaltsaufgaben wie Kochen und Reinigen übernehmen können.
Humanoide Roboter erobern Fabriken und Haushalte
Die Konkurrenz schläft nicht. Figure AI streamt seit dem 13. Mai live, wie seine Figure-03-Roboter eigenständig Verpackungsaufgaben erledigen. In einem Test liefen die Roboter über 48 Stunden ohne Ausfall und verarbeiteten Pakete in rund 2,83 Sekunden – fast so schnell wie ein Mensch. Das Unternehmen hat rund 1,8 Milliarden Euro von Investoren wie Microsoft, Nvidia, Intel und OpenAI eingesammelt.
Boston Dynamics zeigt ebenfalls Fortschritte: Der elektrische Atlas-Roboter kann dank Reinforcement Learning und Millionen von Simulationsstunden nun Ganzkörper-Steuerungsaufgaben ausführen – etwa das Heben von Geräten mit einem Gewicht von rund 23 Kilogramm. Der Fokus liegt auf industriellen Anwendungen, wobei das Unternehmen die „Sim-zu-Real-Lücke" minimieren will.
Markteintritte und erste bezahlte Einsätze
Mehrere Firmen haben verbindliche Vereinbarungen für großflächige Einsätze getroffen:
- Humanoid (UK) unterzeichnete einen Robot-as-a-Service-Vertrag mit Schaeffler. Die ersten Systeme sollen Ende 2026 in Deutschland in Betrieb gehen. Schaeffler wird über fünf Jahre mehr als 50 Prozent der benötigten Aktuatoren liefern.
- IndRobotics aus Bangalore präsentierte den humanoiden Roboter Astra-1 zum Preis von rund 38.000 Euro. Die ersten 50 Einheiten werden im kommenden Monat in der indischen Fertigungsindustrie eingesetzt.
- Gatsby aus San Francisco führte die erste bezahlte Haushaltsreinigung mit einem humanoiden Roboter durch. Kunden buchten den Service über eine iOS-App zum Preis von 135 Euro pro Einsatz.
Marktentwicklung: Milliardenmarkt mit rasantem Wachstum
Der globale Markt für autonome Fahrzeuge wird 2026 auf rund 260 Milliarden Euro geschätzt. Analysten erwarten ein Wachstum auf über 2,7 Billionen Euro bis 2033. Im Robotik-Sektor prognostiziert IDTechEx, dass die Preise für humanoide Roboter bis 2030 um bis zu 68 Prozent fallen könnten – von über 104.000 Euro im Jahr 2024 auf rund 34.000 Euro.
Die Infrastruktur für das Training dieser Systeme wird ebenfalls zugänglicher. Google DeepMind öffnete am 19. Mai sein Project Genie 3 „Street View Grounding" für zahlende Abonnenten. Die KI nutzt 280 Milliarden Bilder, um navigierbare 60-Sekunden-Umgebungen zu generieren. Waymo trainiert damit bereits seine Robotaxis auf seltene Verkehrsszenarien.
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Während die USA und China beim Einsatzvolumen führen – Baidu's Apollo Go verzeichnete im März 2026 rund 350.000 Fahrten pro Woche – bleiben Sicherheitsbedenken. Internationale Standards, etwa die der ISO TC 299, sind noch in Entwicklung. Einheitliche Regulierungen für humanoide Roboter am Arbeitsplatz fehlen bislang.
Ausblick: Die nächsten sechs Monate werden entscheidend
Die Branche bewegt sich auf einen Standard reiner Kamera-KI-Modelle zu, die menschliches Denken nachahmen. XPengs Übergang zum fahrerlosen Betrieb Anfang 2027 und Schaefflers Ziel, bis 2032 eine vierstellige Zahl von Robotern einzusetzen, zeigen die langfristigen Skalierungsziele. Während Tesla den Wandel vom Premium-Autohersteller zum Robotik- und Software-Anbieter vollzieht, setzen die asiatischen Wettbewerber auf großflächige Stadttests. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Systeme in unkontrollierten urbanen Umgebungen zuverlässig funktionieren.
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