Xpeng, IRON

Xpeng IRON: Humanoider Roboter läuft autonom vom Band

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Xpeng fertigt den humanoiden IRON erstmals ohne Fernsteuerung. Massenproduktion und internationale Auslieferungen sind ab 2026 beziehungsweise 2027 vorgesehen.

Xpeng startet autonome IRON-Roboterfertigung und plant globale Expansion
Eine moderne, hochautomatisierte industrielle Fertigungslinie in einer hellen Fabrikhalle mit mechanischen Roboterarmen. Illustration mit AI erstellt.

Der chinesische Automobilhersteller Xpeng hat in Guangzhou eine spezialisierte Produktionslinie für seinen humanoiden Roboter namens IRON in Betrieb genommen. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich dabei um den ersten hochrangigen, allgemein einsetzbaren humanoiden Roboter, der ohne Fernsteuerung produziert wird und vollständig autonom agiert. Ein erstes Exemplar des Modells lief bereits ohne externe Hilfe vom Band.

Hohe Automatisierungsrate und Synergien mit der E-Auto-Sparte

Die neue Fertigungsstätte zeichnet sich durch einen hohen Technologisierungsgrad aus. Laut Unternehmensangaben sind über 80 Prozent der Kernprozesse in der Produktionslinie automatisiert. Ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor ist zudem die enge Verzahnung mit der bestehenden Infrastruktur des Konzerns: Rund 85 Prozent der Lieferkette für den Roboter werden mit dem Geschäftsbereich für Elektrofahrzeuge (EV) geteilt.

Technisch verfügt der IRON-Roboter über 76 Freiheitsgrade im Körper sowie jeweils 21 Freiheitsgrade pro Hand. Die Rechenleistung wird durch drei integrierte Turing-AI-Chips bereitgestellt, die zusammen eine Leistung von 2.250 TOPS erreichen.

Frühere Angaben aus dem Januar wiesen für das Modell bereits über 80 Freiheitsgrade aus, wobei das Unternehmen damals betonte, bis Ende 2026 Roboter der Stufe L3 für industrielle Anwendungen produzieren zu wollen.

Zeitplan für Massenfertigung und internationale Expansion

Xpeng verfolgt bei der Skalierung seiner Robotik-Sparte ambitionierte Ziele. Die Massenproduktion des IRON soll bereits bis zum Ende des Jahres 2026 anlaufen. Die offizielle Markteinführung sowie die ersten Auslieferungen, sowohl auf dem heimischen chinesischen Markt als auch in Übersee, sind für das Jahr 2027 geplant.

In der Anfangsphase sollen die humanoiden Roboter primär in den konzerneigenen Xpeng-Shops sowie auf verschiedenen Campus-Arealen eingesetzt werden. Das langfristige Ziel sieht eine monatliche Produktion von über 1.000 Einheiten vor.

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Bis zum Jahr 2030 strebt das Unternehmen eine jährliche Fertigungskapazität von einer Million Robotern an. Zum Vergleich: Der Wettbewerber Tesla stellte für sein Projekt Optimus etwa 10.000 Einheiten für das Jahr 2026 in Aussicht, allerdings ohne die Erwartung unmittelbar nutzbringender Arbeitseinsätze.

Rekordfinanzierung und Marktpositionierung

Die Entwicklung wird durch erhebliche Kapitalzuflüsse gestützt. Die Robotik-Sparte von Xpeng, bekannt als Dogotix-Einheit, konnte in einer Finanzierungsrunde über 900 Millionen US-Dollar einsammeln. Mit einer Post-Money-Bewertung von über 6,3 Milliarden US-Dollar handelt es sich um die bislang größte private Einzelfinanzierung im Bereich der „Embodied AI“ in China.

Angeführt wurde die Runde von IDG Capital, unter Beteiligung von Gaorong Ventures sowie den strategischen Partnern Tencent und Alibaba. Die Mittel sollen in die weitere Forschung, Entwicklung und die globale Expansion fließen.

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Finanziell sieht sich der Konzern gut aufgestellt. Im letzten Quartal erzielte Xpeng eine Bruttomarge von 20,7 Prozent und lag damit über dem wert des Konkurrenten Tesla, der 16,8 Prozent auswies.

CEO reagiert auf Skepsis hinsichtlich der Autonomie

Im Vorfeld der Produktionsaufnahme sah sich das Unternehmen Kritik am Gangbild des Roboters ausgesetzt, der als zu menschenähnlich und potenziell ferngesteuert wahrgenommen wurde.

CEO He Xiaopeng reagierte darauf bei einer öffentlichen Präsentation demonstrativ, indem er die Beinabdeckung eines Roboters aufschnitt, um die rein mechanische Beschaffenheit ohne menschlichen Kern zu belegen. Er gab an, diese Entscheidung kurzfristig vor der Veranstaltung getroffen zu haben.

Trotz der Fortschritte verläuft die Entwicklung nicht ohne Rückschläge. Ende Januar 2026 fiel ein IRON-Roboter bei einer Veranstaltung in Shenzhen um. Der CEO kommentierte den Vorfall damals mit dem Hinweis, dass solche Ereignisse Teil des Lernprozesses seien, vergleichbar mit einem Kind, das laufen lerne.

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