Xiaomi-Roboter, Freiheitsgrade

Xiaomi-Roboter: 66 Freiheitsgrade und 98% Präzision in der Fabrik

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Xiaomi zeigt auf der World Robot Conference 2026 einen neuen humanoiden Roboter. Der Prototyp absolvierte erfolgreich ein Praktikum in der eigenen Autofabrik.

Xiaomi präsentiert neuen humanoiden Roboter: KI-gesteuert und für die Fabrik optimiert
Ein hochmoderner humanoider Roboter steht in einer hellen, sauberen Automobilfabrik und demonstriert seine mechanischen Hände. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Rahmen der World Robot Conference 2026, die vom 19. bis zum 23. August in Peking stattfindet, hat das Technologieunternehmen Xiaomi einen neuen Prototypen eines humanoiden Roboters erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Premiere des Modells folgt auf eine offizielle Ankündigung durch den Xiaomi-Präsidenten, der den Auftritt bereits am 18. August während einer Telefonkonferenz zu den aktuellen Geschäftszahlen bestätigt hatte. Der Roboter markiert eine technologische Weiterentwicklung gegenüber früheren Modellen und wird nach seiner Erstausstellung in China voraussichtlich auch in Europa präsentiert.

Technische Spezifikationen und Steuerung durch Künstliche Intelligenz

Der neu vorgestellte Prototyp weist eine Körpergröße von 1,7 Metern und ein Gewicht von 66 Kilogramm auf. Das System verfügt über insgesamt 66 Freiheitsgrade, wovon die Hälfte – also 33 Freiheitsgrade – auf die Hände entfällt. Diese sind als hochpräzise taktile Präzisionshände konzipiert und werden durch 37 selbst entwickelte Servo-Gelenke im Gesamtsystem unterstützt.

Die Steuerung des Roboters übernimmt das sogenannte VLA-Modell „Xiaomi-Robotics-0“. Dieses Modell basiert auf 4,7 Milliarden Parametern und soll eine komplexe Koordination der Bewegungsabläufe ermöglichen. Parallel dazu hat das Unternehmen das Modell „Xiaomi-Robotics-U0“ als Open-Source-Lösung veröffentlicht, um die Entwicklung in der Robotik-Community zu fördern.

Erprobung in der Automobilfertigung und Leistungsdaten

Vor der öffentlichen Vorstellung absolvierte der Roboter ein viermonatiges Praktikum in der Xiaomi-Autofabrik, um seine Einsatzfähigkeit unter realen Produktionsbedingungen zu testen. Den Berichten zufolge konnten dabei signifikante Fortschritte in der Präzision erzielt werden: Die Erfolgsquote bei der Befestigung von Muttern stieg während dieses Zeitraums von anfänglich 90,2 % auf 98 % an.

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In weiteren Werksversuchen, die Aufgaben in der Endmontage umfassten, erreichte der Prototyp eine Erfolgsquote von 90 %. Im Fabrikeinsatz agiert das System drei Stunden lang autonom und ist in der Lage, sich einem Produktionsrhythmus von 76 Sekunden anzupassen. Damit demonstriert der Hersteller die potenzielle Integration der Hardware in bestehende industrielle Fertigungsprozesse.

Strategische Einordnung und technologischer Hintergrund

Die Unternehmensführung betonte, dass der humanoide Roboter nicht als isoliertes Produkt betrachtet werde. Stattdessen solle er in das bestehende Ökosystem „Mensch, Auto, Zuhause“ integriert werden. Damit setzt Xiaomi einen Weg fort, der bereits im Jahr 2022 mit der Vorstellung der ersten Generation namens „Tie Da“ begann. Jenes Modell war mit 1,77 Metern geringfügig größer und 52 Kilogramm schwerer, verfügte jedoch lediglich über 21 Freiheitsgrade.

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Obwohl die erste Generation bereits Geschwindigkeiten von über 12 km/h erreichte, entschied sich die zuständige Fachabteilung für eine Neuausrichtung der technologischen Strategie. Nach einer Phase ohne öffentliche Technologie-Ankündigungen seit 2023 wurden die Ausgaben für Forschung und Entwicklung jährlich gesteigert, was nun in dem aktuellen Prototypen resultierte.

Prognosen für den Marktstart und die Nutzung im Haushalt

Hinsichtlich der zukünftigen Verfügbarkeit gibt sich das Management des Konzerns optimistisch, bewertet den Zeitrahmen jedoch realistisch. Eine Masseneinführung von Universalrobotern wird in etwa fÜnf Jahren prognostiziert.

Bis humanoide Roboter tatsächlich in privaten Haushalten zum Einsatz kommen, dürften laut Einschätzung der Unternehmensführung noch fünf bis zehn Jahre vergehen. Der aktuelle Prototyp dient somit vorerst als Demonstrationsobjekt für die Leistungsfähigkeit der eigenen Hardware- und Software-Entwicklung im Bereich der Robotik.

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