Xiao Gai in Hongkong: Roboter betreibt 24-Stunden-Supermarkt allein
24.06.2026 - 03:11:38 | boerse-global.de
Die Robotik-Industrie macht ernst: Humanoide Maschinen verlassen die Labore und übernehmen reale Aufgaben in Flughäfen, Krankenhäusern und Supermärkten. Gleich mehrere Unternehmen kündigten in dieser Woche kommerzielle Einsätze an – ein klares Signal, dass die Branche in eine neue Phase eintritt.
Milliarden fließen in Robotik und KI: Diese Unternehmen stehen ganz oben auf der Liste. Jetzt gratis herausfinden, wer die Gewinner der neuen Industrierevolution sind. Jetzt den kostenlosen Report sichern
Roboter am Flughafen: Chinesische Technik für Japans Personalkrise
Am Tokioter Flughafen Haneda helfen seit Dienstag humanoide Roboter des chinesischen Herstellers Unitree beim Gepäcktransport. Die Einheiten kosten umgerechnet rund 4.500 Euro pro Stück und folgen auf erste Tests im Mai. Der Schritt ist pragmatisch: Japan rechnet bis 2040 mit einem Bedarf von 6,5 Millionen ausländischen Arbeitskräften. Die Roboterlösung umgeht geopolitische Bedenken – die Effizienz zählt. Ähnliche Tests laufen bereits am Flughafen Changi in Singapur.
Doch nicht nur in der Luftfahrt, auch in der Industrie zeigen die Maschinen, was sie können. Der Hersteller Agibot präsentierte am Dienstag seine G2-Roboter auf Rädern in einer Tablet-Fabrik im chinesischen Nanchang. Ausgestattet mit NVIDIA Jetson Thor-Technologie und wechselbaren Akkus verarbeiteten die Einheiten in den ersten drei Stunden over 800 Tablets fehlerfrei. Nach mehr als zehn Stunden Schicht standen über 3.000 bearbeitete Teile zu Buche – bei einer Fehlerquote von null Prozent.
Krankenpflege und Verkehrspolizei: Neue Einsatzfelder
Der Autobauer Chery drängt mit seiner Robotik-Tochter AiMOGA in den Gesundheitssektor. Am Dienstag gab das Unternehmen bekannt, dass sein humanoider Roboter Mornine und der Roboterhund Argos in indonesischen Krankenhäusern und Behörden eingesetzt werden sollen. Mornine ist 1,67 Meter groß, wiegt 70 Kilogramm und spricht mehr als zehn Sprachen.
Aktuell sind die Einheiten nur auf Sonderbestellung erhältlich. Doch AiMOGA arbeitet bereits an Spezialversionen: einem Pflegeroboter für Kliniken und einer Variante für die Verkehrspolizei. Die Tochterfirma erhielt kürzlich den Capek-Preis für ihre Demonstrationsszenarien. In Mexiko planen die Chery-Marken OMODA und JAECOO ebenfalls den Einsatz der AiMOGA-Roboter.
Der 24-Stunden-Supermarkt: Ein Roboter namens Xiao Gai
Hongkong erlebte am Montag eine Premiere: Im Stadtteil Hung Hom eröffnete ein rund um die Uhr geöffneter Convenience-Store, der von einem humanoiden Roboter namens Xiao Gai betrieben wird. Entwickelt wurde die Maschine vom Unternehmen Galbot. Xiao Gai räumt Regale ein, kassiert an der Kasse und hilft Kunden in mehreren Sprachen weiter.
Hinter dem Projekt steht die Hongkong Investment Corporation. Galbot rechnet damit, dass das automatisierte Konzept die Kundenfrequenz um 40 Prozent steigert. Die Pläne sind ambitioniert: 100 Filialen in zehn Städten sollen folgen.
Die nächste industrielle Revolution hat bereits begonnen – kennen Sie die Unternehmen dahinter? Finanzexperten enthüllen im Gratis-Report, wo das große Geld gerade hinfließt. Gratis-Report zur Industrierevolution herunterladen
Auch in den USA tut sich etwas. Robot.com – früher bekannt als Kiwibot – startete am Montag den kommerziellen Verkauf seines R-Noid-Roboters. Das Modell auf Rädern ist für Industrie, Gastronomie und Logistik gedacht und wird als Robotics-as-a-Service (RaaS) angeboten. Rund ein Dutzend Kunden setzen die Maschine bereits ein, darunter der Harbor Links Golf Course in New York. Der R-Noid verfügt über zwei Arme mit sieben Freiheitsgraden und wird von KI-Modellen gesteuert, die in Partnerschaft mit Physical Intelligence und FieldAI entwickelt wurden. Robot.com gibt an, dass seine Systeme plattformübergreifend bereits 2,5 Millionen Aufgaben erledigt haben.
Übernahmen und Expansion: Der Markt konsolidiert sich
Die Branche sortiert sich neu. Am Montag gab Bear Robotics die Übernahme des britischen Unternehmens Kinisi Robotics bekannt. Damit integriert der Hersteller dessen KR1-Roboter auf Rädern sowie die Manipulations-KI in die eigene Flotte von 16.000 Service-Robotern. Ziel sind erweiterte Fähigkeiten beim Greifen, Sortieren und Handhaben von Objekten.
In Indien startete Xenon Robotics am Dienstag den ersten kommerziellen Einsatz. In einem Automobilwerk in Pune übernehmen fünf Xenon-1-Roboter Materialtransport und Präzisionsmontage. Die Einheiten kosten umgerechnet zwischen 50.000 und 67.000 Euro. Das Unternehmen verspricht eine Senkung der Arbeitskosten um 30 Prozent und plant weitere Einsätze in Chennai und Hyderabad.
