Xeon, Intel

Xeon 6+: Intel zeigt 288-Kern-Prozessoren für Cloud-Rechenzentren

07.06.2026 - 05:30:07 | boerse-global.de

Intel präsentiert neue Xeon-6+-Chips mit 288 Kernen und KI-Beschleuniger. Die 18A-Fertigung verspricht deutliche Leistungssprünge für Cloud und 5G.

Intel Xeon 6+: 288 Kerne und KI-Boost für Rechenzentren
Xeon - Nahaufnahme eines Intel Xeon 6+ Prozessors mit komplexer Schaltung, umgeben von Server-Racks in einem Rechenzentrum. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Chipriese stellte die Prozessoren am 5. Juni auf der Computex in Taipeh vor. Die Baureihe mit dem Codenamen „Clearwater Forest“ ist die erste Data-Center-CPU, die im modernen Intel-18A-Verfahren gefertigt wird. Sie zielt auf die hohen Anforderungen cloudnativer Umgebungen und der 5G-Infrastruktur ab.

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288 Kerne pro Sockel: Leistungssprung für die Cloud

Die neue Architektur setzt auf bis zu 288 E-Cores pro Sockel – eine massive Steigerung der Kerndichte für die Serverkonsolidierung. Intel verspricht eine 2,5-fache Leistungssteigerung gegenüber der Vorgängergeneration. Bei der Energieeffizienz liege der Gewinn bei 45 Prozent mehr Leistung pro Thread pro Watt im Vergleich zur Konkurrenz.

Die technischen Daten des Flaggschiffs können sich sehen lassen: 12-Kanal-DDR5-Speicher, 96 PCIe-Gen5-Lanes und eine Leistungsaufnahme zwischen 330 und 550 Watt. Der Last-Level-Cache fasst bis zu 576 MB. Neu ist die Intel Application Energy Telemetry (AET) für ein verbessertes Energiemanagement.

Für Cloud-Anbieter bedeutet das: Ein 9-zu-1-Konsolidierungsverhältnis beim Austausch von Xeon-Systemen der zweiten Generation. Auf Rack-Ebene demonstrierte Intel eine flüssigkeitsgekühlte 32U-Konfiguration mit bis zu 36.864 CPU-Kernen.

Netzwerk und KI: Intel rüstet auf

Parallel zu den neuen CPUs erweitert Intel sein Netzwerk- und Grafikportfolio. Der neue Ethernet-Controller E835 unterstützt Geschwindigkeiten von 10GbE bis 200GbE. Laut Intel bietet er die 1,9-fache Leistung pro Watt im Vergleich zum Nvidia ConnectX-6 Dx und das 1,4-Fache gegenüber Broadcom-Alternativen.

Mit der Crescent Island GPU präsentierte Intel einen Xe-3P-Beschleuniger für KI-Inferenz. Der luftgekühlte Chip arbeitet bei 350 Watt und bietet bis zu 480 GB LPDDR5X-Speicher. Er unterstützt Präzisionsformate von FP4 bis FP64. Branchenbeobachter sehen einen Wandel: Das traditionelle Verhältnis von CPU zu Beschleunigern verschiebt sich von 1:8 hin zu einem ausgewogeneren 1:1 – eine Reaktion auf die wachsenden KI-Anforderungen.

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5G und Edge: Neue SoCs fürs Netz

Für Telekommunikation und Edge-Bereitstellungen launchte Intel Xeon-6-SoCs. Sie sollen die 2,4-fache RAN-Kapazität früherer Generationen bieten. Bei Media-Transcoding-Aufgaben erreichen die neuen Chips laut Intel eine bis zu 14,2-mal höhere Leistung pro Watt als der ältere Xeon Gold 6538N.

Das Produktportfolio umfasst Varianten von 8 bis 86 Kernen mit einer thermischen Verlustleistung (TDP) von nur 110 Watt aufwärts. Für kleine und mittlere Unternehmen ist der Xeon 6300 mit 12 Kernen verfügbar.

Partner und Ausblick: Wann die Chips kommen

Mehrere Hardware-Partner kündigten am 5. Juni sofortige Unterstützung an. Supermicro bringt zwölf neue Serverplattformen auf den Markt, darunter die Serien Hyper, SuperBlade, FlexTwin und GrandTwin. Weitere Partner sind Dell, GIGABYTE, Hewlett Packard Enterprise, Hitachi und Hon Hai.

Intel kommt damit zur rechten Zeit: Marktanalysten erwarten, dass die Zahl aktiver KI-Agenten in Unternehmen bis 2027 jährlich um über 200 Prozent wächst. Der Wettbewerb im Rechenzentrumsmarkt verschärft sich – Qualcomm kündigte am selben Tag mit der Marke Dragonfly eigene KI-Beschleuniger und kundenspezifische ASICs an.

Die Muster der 18A-basierten Xeon-6+-Prozessoren sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 an Kunden gehen. Die allgemeine Marktverfügbarkeit ist für 2027 geplant. Intel zeigte zudem die Core-Ultra-Serie 3 für Verbraucher-Laptops, die bereits in über 325 PC-Designs integriert ist.

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