Xbox-Umbau: Microsoft streicht 3.200 Stellen nach Game Pass-Kollaps
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 12:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Gaming-Riese Microsoft zieht die Reißleine: Nachdem der Game Pass die Wachstumsziele deutlich verfehlt hat, kommt es zu einem massiven Umbau der Xbox-Sparte.
Game Pass verliert Abonnenten
Die Entwicklung ist alarmierend: Statt der intern anvisierten 77 Millionen Abonnenten für das Geschäftsjahr 2026 hat der Dienst derzeit nur 30 Millionen Nutzer – ein Rückgang gegenüber den 34 Millionen aus dem Jahr 2024. Eine Preiserhöhung im Jahr 2025 trieb Millionen von Kunden zur Kündigung. Zwar senkte Microsoft die Gebühren im April 2026 teilweise wieder, der Vertrauensverlust bleibt jedoch spürbar.
Die finanziellen Folgen sind gravierend. Trotz Investitionen von über 80 Milliarden Euro in Studio-Übernahmen und rund einer Milliarde Euro jährlich für Drittanbieter-Inhalte schreibt die Gaming-Sparte rote Zahlen. Auf jeden investierten Euro kamen schätzungsweise 64 Cent Verlust. Der Jahresumsatz sank um fast 500 Millionen Euro.
Besonders schmerzhaft: Die Entscheidung, den Blockbuster Call of Duty direkt zum Launch in den Game Pass aufzunehmen, kostete das Unternehmen 300 Millionen Euro an entgangenen Verkaufserlösen. Der Grund: Spieler, die den Titel sonst gekauft hätten, nutzten nun das Abo. Künftig wird die Reihe nicht mehr am ersten Tag im Game Pass erscheinen.
3.200 Stellen gestrichen, Studios abgestoßen
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Der Umbau trifft die Belegschaft hart: 3.200 Mitarbeiter müssen gehen – rund 20 Prozent der gesamten Gaming-Belegschaft. 1.600 Kündigungen erfolgen mit sofortiger Wirkung, die restlichen bis Juni 2027. Parallel dazu verschlankt Microsoft die Führungsstruktur drastisch: Aus 14 Hierarchieebenen werden fünf oder weniger.
Mehrere Studios verlassen den Microsoft-Konzern:
- Double Fine und Compulsion Games werden wieder unabhängig.
- Für Ninja Theory und Undead Labs sucht Microsoft neue Eigentümer.
- Arkane Lyon befindet sich in einer Konsultationsphase.
Die Mobil- und Social-Gaming-Sparten Mojang (Minecraft) und King (Candy Crush) berichten künftig direkt an Xbox-CEO Asha Sharma. Neu geschaffen wurde zudem der Posten des Chief Operating Officer für Xbox, den Helen Chiang übernimmt.
Entwicklungspipeline und Hardware-Probleme
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Die Neuausrichtung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Spieleentwicklung. Bei Obsidian Entertainment wurde eine geplante Fortsetzung des Titels Avowed gestrichen – obwohl das Projekt kurz vor der Ankündigung stand. Stattdessen konzentriert sich das Studio nun auf ein neues Fallout-Spiel in Zusammenarbeit mit Bethesda. Die Leitung übernimmt Josh Sawyer, der bereits Fallout: New Vegas entwickelte. Auch bei Obsidian selbst gibt es Personalabbau: Rund 25 Prozent der Belegschaft wurden entlassen.
Die Hardware-Zahlen zeigen ein weiteres Problemfeld: Die Xbox Series S/X wurde bisher 35 Millionen Mal verkauft – die PlayStation 5 kommt auf 94 Millionen Einheiten. Xbox-CEO Sharma kündigte an, sich künftig stärker auf Mobilgeräte, PC und das Kerngeschäft mit Konsolen zu konzentrieren. Die Gewinnmargen liegen derzeit drei- bis zehnmal niedriger als bei der Konkurrenz.
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