Coinbase, KI-Agenten-Zahlungen

x402-Protokoll: Coinbase treibt KI-Agenten-Zahlungen voran

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Coinbase sieht in KI-Agenten die treibende Kraft für programmierbares Geld und prognostiziert ein enormes Transaktionsvolumen.

Coinbase-Chef: KI steigert Relevanz von Kryptowährungen massiv
Abstrakte Darstellung eines digitalen neuronalen Netzwerks, das mit leuchtenden Blockchain-Knoten und Kryptosymbolen verschmilzt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einer aktuellen Stellungnahme betonte der Coinbase-Vorstandsvorsitzende Brian Armstrong, dass der technologische Megatrend der Künstlichen Intelligenz (KI) die Relevanz von Kryptowährungen nicht schmälere, sondern diese im Gegenteil deutlich erhöhe. Armstrong argumentierte, dass autonome KI-Agenten für ihre Funktion als eigenständige wirtschaftliche Akteure auf programmierbares Geld angewiesen seien. Er prognostizierte, dass KI-Agenten künftig ein höheres Transaktionsvolumen abwickeln könnten als die gesamte menschliche Bevölkerung zusammen.

Die Entstehung der „Agentic Finance“ durch programmierbares Geld

Coinbase treibt unter dem Begriff „Agentic Finance“ (AiFi) die Verschmelzung von KI und Krypto-Infrastruktur voran. Im Zentrum dieser Entwicklung steht das x402-Protokoll, ein Web-natives Mikrozahlungssystem, das auf dem HTTP-Statuscode 402 basiert. Dieses ermöglicht es KI-Systemen, Dienstleistungen und digitale Inhalte direkt in der Stablecoin USDC zu bezahlen, die auf dem Base-Netzwerk, einer Layer-2-Lösung von Coinbase, abgewickelt wird.

Das Unternehmen stellte jüngst Erweiterungen für Geschäftskunden vor, darunter das „CDP x402 SDK“, das Entwicklern die Integration von Zahlungsfunktionen mit nur drei Zeilen Code ermöglichen soll. Laut Unternehmensangaben habe der Datenverkehr durch KI-Agenten auf den Dokumentationsseiten von Base bereits den menschlichen Datenverkehr überholt. Das x402-Netzwerk verarbeitete demnach bereits über 165 Millionen Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 50 Millionen US-Dollar. Für einen Zeitraum von 30 Tagen wurde zudem ein Volumen von rund 1,1 Millionen US-Dollar innerhalb des Protokolls ausgewiesen.

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Praktische Integration in Reisebuchungen und Datenhandel

Die technologische Basis findet bereits Anwendung in verschiedenen Branchen. Der Reisedienstleister Travala startete ein KI-basiertes Protokoll auf dem Base-Netzwerk, das es autonomen Agenten ermöglicht, Unterkünfte in weltweit über 2,2 Millionen Hotels zu suchen und zu reservieren. Die Bezahlung erfolgt über USDC via x402, wobei die Abrechnung nahezu in Echtzeit erfolgt und die Transaktionsgebühren bei etwa 0,01 US-Dollar pro Buchung liegen. Zur Sicherheit verbleibt die finale Zahlungsautorisierung beim Reisenden, während der Agent über Sitzungsschlüssel agiert, ohne Zugriff auf die privaten Schlüssel der Wallet zu haben.

Parallel dazu ermöglicht CelerNetwork mit „AgentPay“ KI-Agenten den autonomen Erwerb von Daten auf Prognosemärkten wie Polymarket über das Base-Netzwerk. Zudem wurde mit dem „Base Model Context Protocol“ (MCP) eine Schnittstelle geschaffen, die KI-Modelle wie Claude oder ChatGPT direkt mit Blockchain-Konten verknüpft, um Transaktionen, Swaps und Interaktionen mit dezentralen Finanzprotokollen (DeFi) wie Uniswap oder Aerodrome durchzuführen.

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Institutionelle Standardisierung und Marktpotenzial bis 2030

Um die rechtlichen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen für diese neue Ökonomie zu schaffen, wurde Mitte Juli die x402 Foundation unter dem Dach der Linux Foundation gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehören namhafte Schwergewichte der Finanz- und Technologiebranche, darunter Visa, Mastercard, Stripe, AWS sowie Circle und Ripple. Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Standardisierung von Zahlungen pro Anfrage und der Lösung von Sicherheitsrisiken. Experten der Stiftung wiesen darauf hin, dass Ausgabelimits direkt auf der Wallet-Ebene verankert sein müssen, da KI-Modelle durch soziale Manipulation beeinflusst werden könnten.

Das wirtschaftliche Potenzial dieser Entwicklung wird auch von traditionellen Finanzinstituten wie Franklin Templeton als erheblich eingeschätzt. Unter Berufung auf Analysen von Bain und McKinsey könnten KI-Agenten bis zum Jahr 2030 zwischen 15 und 25 Prozent des US-E-Commerce ausmachen. Das gesamte Marktvolumen für den sogenannten „Agentic Commerce“ wird für diesen Zeitraum auf 3 bis 5 Billionen US-Dollar taxiert. Ergänzend dazu haben Organisationen wie die Blockchain Game Alliance und Deloitte einen Rat für KI und Agentik ins Leben gerufen, um Rahmenbedingungen für die Verantwortlichkeit und Infrastruktur von KI-gesteuerten Transaktionen zu entwickeln.

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