X2-Achterbahn, Klagen

X2-Achterbahn: Drei Klagen wegen Hirnschäden gegen Six Flags eingereicht

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Drei Klagen werfen dem Park und dem Hersteller Verletzungen auf der X2 vor; die kalifornische Behörde untersucht den Fall.

Six Flags Magic Mountain wegen Hirnschäden auf X2 verklagt
Leere, verwitterte Stahlstützen und Schienen einer Achterbahn vor einem dämmrigen Abendhimmel. Illustration mit AI erstellt.

Am 21. September 2026 wurden beim Superior Court of California drei Klagen gegen den Freizeitpark Six Flags Magic Mountain in Valencia sowie den Hersteller S&S Worldwide eingereicht.

Die Kläger werfen den Unternehmen vor, für katastrophale Hirnschäden verantwortlich zu sein, die während der Fahrt mit der Achterbahn X2 entstanden seien. Die beteiligten Juristen gaben an, dass in den vergangenen zwei Jahren über 100 weitere Personen Hirnverletzungen auf diesem Fahrgeschäft erlitten hätten.

Juristische Aufarbeitung und Umfang der Vorwürfe

Die Kanzlei Dordick Law vertritt die Betroffenen und erwartet in den kommenden Wochen über 100 weitere Klagen. Nach Angaben der Kanzlei haben sich bereits mehr als 300 Personen mit ähnlichen Vorfällen gemeldet. Der Anwalt Gary Dordick verwies auf medizinische Befunde, wonach die Blutungen im Gehirn durch die extremen Beschleunigungen und abrupten Bremsmanöver der Anlage ausgelöst worden seien.

Sein Kollege Christopher Bulone warf dem Betreiber Six Flags vor, wissentlich mit dem Leben der Parkbesucher zu spielen. Die Klagen zielen auf Schadensersatz für die Betroffenen ab, deren Leben durch die Fahrten massiv beeinträchtigt wurde. Die zuständige Behörde Cal/OSHA Amusement Ride and Tramway Unit prüft den Fall X2 seit September 2026, hat jedoch bislang keine öffentlichen Ergebnisse vorgelegt.

Medizinische Erkenntnisse zu Beschleunigungsverletzungen

Drei Neurochirurgen analysierten im Juli 2026 die Verletzungsmuster und führten diese auf traumatische Ereignisse durch schnelles Beschleunigen und Abbremsen auf der X2 zurück. Sie beschrieben eine sogenannte Beschleunigungs-Verzögerungs-Verletzung. Da das Gehirn in Flüssigkeit schwimmt, können bei derartigen Kräften kleine Blutgefäße reißen.

Die Mediziner wiesen darauf hin, dass entsprechende Symptome oft verzögert auftreten können. Bereits eine Studie im „The American Journal of Forensic Medicine and Pathology“ aus dem Jahr 2009 hatte sich mit den Auswirkungen von Beschleunigungs- und Rotationskräften auf das Gehirn befasst.

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Dokumentierte Einzelschicksale der Kläger

Die eingereichten Klagen stützen sich auf schwere medizinische Notfälle. Pamela Guillen erlitt nach einer Fahrt am 5. Juli 2026 ein akutes subdurales Hämatom. Sie musste notoperiert werden, lag rund zwei Wochen bewusstlos im Krankenhaus und verbrachte dort fast einen Monat. Im Anschluss musste sie Grundfertigkeiten wie Sprechen und Gehen neu erlernen.

Nur sechs Tage später, am 11. Juli 2026, erlitt Naomi Greer-Wilkinson eine massive Hirnblutung nach der Nutzung der Achterbahn. Auch sie wurde notoperiert und befand sich mehr als zwei Monate später noch in einem vegetativen Zustand oder künstlichen Koma, in dem sie beatmet werden musste. Ihre Anwälte bezeichnen ihren Zustand als halbbewusst.

Ein weiterer Fall betrifft den Anwalt Michael Wilk, der nach einer Fahrt am 7. Februar 2026 zunächst unter Kopfschmerzen und Gehproblemen litt. Später wurden massive Hirnblutungen und Schwellungen diagnostiziert, die mehrere Operationen erforderten. Wilk könne seinen Beruf aufgrund der Folgen nicht mehr ausüben.

Historie und technische Spezifikationen der Achterbahn

Recherchen des Senders CNN im August 2026 ergaben, dass es in den fast 20 Jahren des Betriebs mehr als ein Dutzend Meldungen über schwere Verletzungen und Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit der X2 gab.

Darunter befinden sich mindestens zwei Todesfälle: Hilda Farias starb im Jahr 2010 nach einer Fahrt, und im Jahr 2022 verstarb der 22-jährige Christopher Hawley an einem stumpfen Kopf-Trauma. Die Familie von Hawley erzielte im August 2026 einen vertraulichen Vergleich mit Magic Mountain LLC und S&S Worldwide.

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Die Achterbahn wurde ursprünglich 2002 als „X“ eröffnet und 2008 nach einem Umbau als X2 wieder in Betrieb genommen. Die Anlage ist rund 60 bis 61 Meter hoch, verfügt über eine 1.100 Meter lange Strecke und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 122 km/h. Eine Besonderheit der 4D-Technologie ist, dass die Sitze unabhängig von der Schiene um 360 Grad rotieren können. Weltweit existieren nur drei Anlagen dieser Bauart.

Six Flags Magic Mountain äußerte sich nicht zu den laufenden Verfahren, verwies jedoch auf ein umfassendes Sicherheitsprogramm mit täglichen Inspektionen und regelmäßigen Tests durch externe Experten. Das Unternehmen argumentiert, dass die wirkenden Kräfte physikalisch nicht ausreichten, um traumatische Hirnverletzungen zu verursachen.

Die Achterbahn X2 ist seit dem Abend des 12. Juli 2026 für die Öffentlichkeit geschlossen; ein Termin für eine mögliche Wiedereröffnung wurde bisher nicht genannt.

Mehr zum Thema bei t-online: „Hirnschäden? Freizeitpark in USA wegen Achterbahn verklagt“

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