X Money: Massenhacker greifen Nutzerkonten an, Regulator sperrt Zinsen
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach dem Start des neuen Finanzdienstes X Money sieht sich die Plattform X mit einer Welle koordinierter Hacking-Versuche konfrontiert. Berichten vom Anfang September 2026 zufolge erhielten zahlreiche Nutzer unaufgeforderte E-Mails zur Rücksetzung ihrer Passwörter. Parallel dazu intensiviert sich der regulatorische Druck auf die Finanzsparte des Unternehmens, insbesondere im Bundesstaat New York.
Koordinierte Angriffe auf Nutzerkonten
Wie Anfang September bekannt wurde, kam es unmittelbar nach dem Rollout von X Money zu massenhaften Versuchen, unbefugten Zugriff auf Nutzerkonten zu erlangen. Die Angreifer nutzten dabei offenbar öffentliche Benutzernamen, um automatisiert Passwort-Reset-Formulare auszulösen. Dies führte dazu, dass eine Vielzahl von Anwendern entsprechende Benachrichtigungen des Systems erhielt, ohne selbst eine Änderung veranlasst zu haben.
Das Unternehmen X nahm umgehend Untersuchungen zu den Vorfällen auf. Ein Ingenieur der Plattform bestritt das Vorliegen einer Datenverletzung. Auch offizielle Stellungnahmen betonten, dass es bislang keine Anzeichen für eine Kompromittierung der Systeme gebe.
Der General Counsel des Unternehmens drohte indessen mit rechtlichen Schritten gegen die Verantwortlichen hinter den automatisierten Anfragen. Um die Sicherheit zu erhöhen, forderte das Unternehmen seine Nutzer dazu auf, die Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) sowie die Funktion „Password Reset Protection“ zu aktivieren.
Funktionsumfang und Infrastruktur von X Money
Der Dienst X Money, der Ende Juni mit Peer-to-Peer-Zahlungen startete, wurde Ende August für Premium-Abonnenten breiter ausgerollt. Das Angebot umfasst Funktionen wie Direkteinzahlungen, Rechnungszahlungen und die sogenannte X Card, eine Bankkarte mit einem Cashback-Versprechen von 3 %.
Technisch stützt sich X Money auf die Infrastruktur der Cross River Bank. Kundeneinlagen sind dort über die US-Einlagensicherung FDIC bis zu einer Höhe von 10 Millionen US-Dollar abgesichert. Das Unternehmen zielte mit dem Dienst insbesondere auf seine rund 4,4 Millionen Premium-Abonnenten ab, denen unter anderem eine Rendite von 6 % für Premium-Plus-Mitglieder in Aussicht gestellt wurde.
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Regulatorische Intervention in New York
Trotz der Expansionsbestrebungen im Finanzsektor erleidet X Money einen Rückschlag auf dem wichtigen Markt in New York. Die dortige Finanzaufsichtsbehörde NYDFS (New York Department of Financial Services) ordnete an, dass das Unternehmen ab dem 1. Oktober 2026 keine Zinsen mehr auf Guthaben von Kunden aus New York zahlen darf. Infolgedessen wird die Rendite für betroffene Konten auf 0,00 % fallen.
Hintergrund der Anweisung ist der Lizenzstatus des Unternehmens. Den Berichten zufolge hat X in New York bisher keine erforderliche Geldtransfer-Lizenz (Money Transmitter License) erhalten. Auch im Bundesstaat Massachusetts fehle eine entsprechende Zulassung.
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Als Reaktion auf die regulatorische Einschränkung bietet X betroffenen New Yorker Nutzern einen Bar-Anreiz in Höhe von 300 US-Dollar als vorübergehende Entschädigung an. Dieser Bonus ist jedoch an Bedingungen geknüpft und erfordert qualifizierende Einzahlungen in Höhe von insgesamt 3.000 US-dollar.
Bereits vor dem Start des Dienstes hatten Gesetzgeber Bedenken geäußert und gefordert, die Erteilung von Finanzlizenzen an das Unternehmen abzulehnen. Während X Payments in New York zwar als Geldtransfer-Dienstleister registriert ist, betonte die NYDFS, dass das Unternehmen keine Banklizenz besitze und somit keine Zinsen auf Guthabenkonten gewähren dürfe.
