X-Humanoid, TianGong

X-Humanoid TianGong Ultra: Roboter sprintet 100m in 8,64 Sekunden

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 12:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Humanoide Roboter lernen komplexe Bewegungen, erzielen neue Laufzeiten und steigern in der Fertigung Effizienz bei sinkenden Zykluszeiten.

Humanoide Robotik: KI-Fortschritte treffen auf industrielle Praxis
Symbolic image: industrial robots on a production line Illustration mit AI erstellt.

Im September 2026 demonstrieren internationale Forschungsteams und Branchenmessen erhebliche technologische Sprünge im Bereich der bionischen Fortbewegung. Im Zentrum der Entwicklung steht die Integration verkörperter Künstlicher Intelligenz (Embodied AI) auf humanoiden Plattformen, die zunehmend komplexe menschliche Bewegungsabläufe und industrielle Aufgaben übernehmen.

Neue Ansätze in Forschung und Theorie

An der Jilin University befasst sich ein spezialisiertes Team für bionisch verkörperte intelligente Roboter mit der Entwicklung neuer Hardware-Konzepte. Die Forscher entwickelten nach eigenen Angaben international als erste die Theorie der bionischen Zug-Druck-Körper-Roboter.

Auf dieser Basis wurden bereits geschickte Hände, Roboterarme und vollständige Systeme konstruiert, die Erkenntnisse aus Bionik, Mechanik, Materialwissenschaften und Informatik vereinen. Ren Lei von der Jilin University erklärte hierzu, dass man mit dieser Technologie das Rückgrat der chinesischen Robotikindustrie neu aufbauen wolle.

Parallel dazu treiben akademische Kooperationen die Bewegungsintelligenz voran. Forscher der UC Berkeley und der Stanford University präsentierten im Fachmagazin Science Robotics das Framework „BeyondMimic“. Damit lernen humanoide Roboter komplexe Bewegungen wie Gehen, Tanzen oder Akrobatik aus menschlichen Daten.

Das System wurde mit rund 2,5 Stunden Bewegungsdaten trainiert und auf einem Unitree-G1-Roboter getestet. In einem Vergleich bewerteten 70,8 % von 77 Teilnehmern die durch das neue Framework erzeugten Bewegungen als natürlicher im Vergleich zur Standard-Steuerung.

Messe-Demonstrationen und Datenplattformen

Auf der diesjährigen China International Fair for Trade in Services (CIFTIS) in Peking bildet verkörperte KI einen der Hauptschwerpunkte. Über 130 Unternehmen und Institutionen präsentieren dort humanoide Systeme, die Ganzkörperbewegungen und fortschrittliche Steuerungsmechanismen zeigen.

Ein ausgestelltes Modell nutzt eine im Inland entwickelte elektronische Architekturplattform für den Einsatz im Gesundheitswesen und in der Produktion.

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Zudem wurde in Peking eine Handelsplattform für Daten im Bereich der verkörperten Intelligenz vorgestellt, die den gesamten Transaktionsprozess abbildet. Ein Unternehmen stellte zudem über 100.000 Stunden an Datensätzen menschlichen Verhaltens für die weltweite Nutzung zur Verfügung.

Auch auf der Inclusion Conference on the Bund in Shanghai zeigen mehr als 40 spezialisierte Unternehmen Technologien für reale Umgebungen. Experten wiesen dort darauf hin, dass der Wandel von der reinen Informationserzeugung hin zu Robotern, die physische Arbeit verrichten, vollzogen werde. Digitale Agenten lieferten dabei bereits unmittelbaren Nutzen für Fachkräfte.

Rekordwerte und industrielle Anwendung

Im Bereich der sportlichen Leistungsfähigkeit setzte das Pekinger Unternehmen X-Humanoid mit dem Modell TianGong Ultra eine neue Marke. Der Roboter absolvierte die 100-Meter-Distanz in 8,64 Sekunden und unterbot damit den menschlichen Weltrekord von Usain Bolt deutlich.

Die Spitzengeschwindigkeit des 75 kg schweren Systems lag bei über 17 m/s. Das Unternehmen, das von Branchengrößen wie Xiaomi und Baidu unterstützt wird, setzt seine Technologie bereits praktisch ein: Das Modell Tianyi 2.0 bewegt in einem Motorenwerk Kartons mit einem Gewicht zwischen 8 und 12 kg.

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In der industriellen Fertigung bei MHERO zeigt sich eine gesteigerte Effizienz durch den kombinierten Einsatz von Schwerlastrobotern und Humanoiden. Während Schwerlastroboter Rahmen mit über 300 kg heben, arbeiten humanoide Systeme in der Logistiklinie. Die Greiferfolgsquote stieg dort von 90 % auf 95,6 %, während die Zykluszeit pro Aufgabe von 65 auf 20 Sekunden reduziert werden konnte.

Zudem präsentierte das IIT Madras Robotics Lab den Prototyp Astra-1. Der 1,7 Meter große Roboter verfügt über einen Dual-Core-Neuralprozessor und 360-Grad-LiDAR-Sensorik. Mit geschätzten Produktionskosten, die deutlich unter den über 50.000 US-Dollar internationaler Konkurrenzmodelle liegen sollen, sind erste Pilot-Einsätze in Tamil Nadu und Maharashtra bis Ende 2026 geplant.

Marktentwicklung und wirtschaftlicher Kontext

Trotz der technologischen Fortschritte bei Humanoiden bleiben laut einer Studie des Fraunhofer IPA im Auftrag des FERI Cognitive Finance Institute klassische Industrieroboter und Cobots aufgrund ihrer Kosteneffizienz vorerst in den Hauptrollen. Dennoch verzeichnete das Segment der humanoiden Robotik im Jahr 2025 einen massiven Anstieg des Risikokapitals auf rund 6,1 Milliarden US-Dollar, was einer Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Während China 2024 einen Anteil von 54 % an den weltweit installierten Industrierobotern hielt, verzeichnete Deutschland im selben Jahr einen Rückgang der Neuinstallationen um 5 % auf 27.000 Einheiten. Vor dem Hintergrund einer bis 2060 potenziell um 5 Millionen schrumpfenden Erwerbsbevölkerung in Deutschland gewinnt die Automatisierung jedoch auch hierzulande strategisch an Bedeutung.

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