WorkBuddy, Tencents

WorkBuddy: Tencents KI-Agent hat bereits 9 Milliarden Aufgaben erledigt

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 07:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Agent hat seit März neun Milliarden Aufgabenanfragen bearbeitet; Tencent nennt breite Nutzung und Sicherheitsfunktionen für Unternehmen.
Ein minimalistisches, modernes Büro-Interieur mit Glaswänden und polierten Böden in der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Tencent hat am 29. Oktober 2026 das anwendungsübergreifende KI-Kollaborationssystem Buddy One offiziell eingeführt. Im Zentrum der Plattform steht der Unternehmens-Agent WorkBuddy, der zentrale Produktivitätsdienste des Konzerns wie Tencent Docs, Tencent Meeting, die Wissensdatenbank ima sowie Tencent Netdisk unter einem einheitlichen Konto, gemeinsamen Daten und übergreifenden Credits verbindet. Wie das Unternehmen bekannt gab, hat WorkBuddy seit seinem Start im März 2026 kumuliert 9 Milliarden Aufgabenanfragen abgeschlossen.

Hohe Durchdringung in Chinas Großkonzernen

Nach Angaben von Tencent ist WorkBuddy mittlerweile in über 50 Branchen im Einsatz. Der Agent deckt 50 Prozent der chinesischen Fortune-500-Unternehmen sowie 60 Prozent der Top-100-Unternehmen des Landes ab. Auf der offenen WorkBuddy-Plattform sind zudem über 50.000 Entwickler und Partner registriert, die mehr als 200.000 Büro-Skills bereitstellen.

Technisch setzt Tencent auf eine offene Architektur: WorkBuddy bindet unter anderem die Modelle Hunyuan und Kimi sowie weitere gängige Sprachmodelle an und unterstützt den unternehmenseigenen Betrieb. Kunden können das jeweils genutzte Modell je nach Aufgabe frei wählen und sowohl eigene als auch Drittanbieter-Agenten einbinden. Zudem lässt sich das System mit ERP- und CRM-Strukturen verknüpfen.

Branchenspezifischer Einsatz und operative Hürden

Besonders im Finanzsektor verzeichnet die Plattform Zuwachs. Hu Liming, Vizepräsident von Tencent Cloud, berichtete, dass die spezialisierte Financial Edition von WorkBuddy nach ihrem Start Anfang September 2026 bei über 100 Finanzinstituten bis zum 29. Oktober bereits von mehr als 250 Instituten genutzt wurde.

In M&A-Prozessen bei Brokern habe sich die Prüfzeit für Übernahmekandidaten von zwei bis drei Personen über einen Zeitraum von drei bis fünf Arbeitstagen auf 30 bis 45 Minuten verkürzt. Xie Bisong vom Finanzunternehmen Zhongjin bezifferte den aktuellen Verbrauch auf täglich 7 bis 10 Milliarden Tokens, wobei für das kommende Jahr 20 Milliarden erwartet werden.

Tencent-Cloud-CTO Wang Huixing nannte vier zentrale Herausforderungen für den praktischen Einsatz: die Anbindung an reale Geschäftsprozesse, die sichere Übergabe von Aufgaben, die Messbarkeit von Ertrag und Aufwand sowie eine zügige Skalierung.

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Tencent-Cloud-Manager Chen Liang verwies zudem auf die Kosten als Haupthürde, da der Ressourcenverbrauch von Modellen nahezu linear mit dem Abrufvolumen ansteige. CSIG-CEO Dowson Tong ergänzte, dass Enterprise-Agenten deutlich mehr Tokens verbrauchen als Q&A-Dienste wie Yuanbao.

Für das WorkBuddy-Team gebe es derzeit kein konkretes Umsatzziel, da die Kommerzialisierung zunächst der Systementwicklung diene und auch die Investitionsmittel nicht unbegrenzt seien.

Konditionen und Sicherheitsarchitektur

Die Verknüpfung bestehender Konten mit Buddy One ist kostenlos und setzt die WorkBuddy-Version 5.9.0 oder höher voraus. Nach der Kontobindung, die derzeit nicht wieder entkoppelt werden kann, steht eine anwendungsübergreifende Suche mit Quellennachweisen bereit.

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Für die Erstbindung vergibt Tencent Universal-Credits; bestehende WorkBuddy-Guthaben werden umgewandelt, während Credits von ima und Tencent Docs separat und unverfallbar bleiben. Die Personal-Beta bietet 5 GB kostenlosen Speicher. Ein monatliches VIP-Abonnement kostet 700 Yuan und umfasst monatlich 50.000 Universal-AI-Credits sowie 1 TB Speicher.

Um Vorbehalte bezüglich Datensicherheit und Fehlfunktionen auszuräumen, veröffentlichte Zhang Xiyao, stellvertretender General Manager von Tencent Cloud, ein Sicherheits-Whitepaper.

Die Architektur greift vor den Aktionen des Agenten ein: Vorgesehen sind Risikoprüfungen externer Fähigkeiten, Bestätigungen vor riskanten Befehlen, ein manueller Not-Stopp sowie automatische Backups vor Dateiänderungen. Zudem werden gelöschte Dokumente zunächst in einen Papierkorb verschoben, ein vollständiges Rollback ermöglicht und sämtliche Blockierungen sowie Freigaben protokolliert.

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