Workation-Boom 2026: Vietnam lockt 160.000 Fachkräfte mit neuen Regeln
29.05.2026 - 22:18:13 | boerse-global.de
Staatliche Akteure und Unternehmen setzen verstärkt auf Konzepte, die Remote-Arbeit mit attraktiven Lebensumgebungen kombinieren. Neue rechtliche Rahmenbedingungen und veränderte klimatische Präferenzen treiben diese Entwicklung voran.
Asien lockt mit strategischer Infrastruktur
Internationale Fachkräfte suchen zunehmend Standorte, die Leben, Arbeiten und Regeneration vereinen. Vietnam hat mit dem Dekret 219/2025/ND-CP eine Grundlage geschaffen: Experten aus Finanzen, Technologie und digitaler Transformation sind dort von der Arbeitserlaubnis befreit. Bereits Ende 2025 waren über 160.000 ausländische Arbeitskräfte aus mehr als 110 Nationen im Land tätig.
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Ein zentrales Projekt ist der geplante High-Tech-Park in Ninh Binh. Auf 628 Hektar entsteht ein Komplex mit einem Kapitalvolumen von fast 6.000 Milliarden VND. Der Start ist für 2026 vorgesehen.
Südkorea setzt parallel auf gezielte Vernetzung. Auf der Insel Jeju findet im Juni 2026 ein Workation-Programm statt. Es bringt Risikokapitalgesellschaften und vielversprechende Unternehmen durch gemeinsame Arbeitsphasen und Investitionspräsentationen zusammen.
„Coolcation“: Der Trend zu kühleren Zielen
Ein markanter Trend prägt die Reiseplanung 2026: das „Coolcation“. Reisende suchen gezielt Ziele mit moderateren Temperaturen, um sommerlichen Hitzewellen zu entgehen. Bereits im Sommer 2025 verzeichneten Anbieter wie Center Parcs eine durchschnittliche Auslastung von 93 Prozent.
Bevorzugte Destinationen sind die Ostseeküste, Obertauern in Österreich sowie internationale Ziele in Bulgarien oder Chile. Mecklenburg-Vorpommern profitiert besonders: Mit rund 8,2 Millionen Gästen im Jahr 2025 positioniert sich das Bundesland als Ziel für temperaturresistente Urlaubsformate.
Touristiker rechnen damit, dass mögliche Knappheiten bei Flugtreibstoffen im Sommer 2026 die Nachfrage nach regionalen Zielen weiter steigern. Neben der Ostsee verzeichnen auch Fernziele wie Südafrika und die Malediven hohes Interesse.
Europäischer Geschäftsreisemarkt wächst
Der Markt für Geschäftsreisen in Europa zeigt 2026 deutliches Wachstum. Prognosen der Global Business Travel Association (GBTA) zufolge steigt das Volumen auf rund 389,9 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 83 Prozent der europäischen Geschäftsreisenden stufen Dienstreisen als wichtig ein.
Doch die Struktur der Aufenthalte verändert sich. Laut einer Analyse des Verbandes Deutsches Reisemanagement (VDR) dauern 34 Prozent der Geschäftsreisen maximal einen Tag, 38 Prozent zwei bis drei Tage. Unternehmen planen vorsichtiger, beeinflusst durch geopolitische Spannungen wie den Konflikt im Iran.
Die größten Belastungsfaktoren: Preissteigerungen bei Fluggesellschaften und stagnierende Budgets. Rund 60 Prozent der Unternehmen planen für 2026 mit stabilen Budgets für Veranstaltungen im MICE-Sektor (Meetings, Incentives, Conventions, Exhibitions).
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Flexiblere Arbeitszeiten und gesellschaftlicher Wandel
Die Debatte um moderne Arbeitsformen betrifft auch die Arbeitszeitgestaltung. Arbeitsmarktexperten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) schlugen vor, die tägliche Höchstarbeitszeit für Bürobeschäftigte auszuweiten. Gewerkschaften wie der DGB lehnen solche Änderungen ab und verweisen auf den Wunsch vieler Beschäftigter nach kürzeren Arbeitszeiten. Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung wird für Juni 2026 erwartet.
Neue Ansätze der Arbeitsorganisation rücken zusätzlich in den Fokus. Die UN-Frauenrechtskommission wies darauf hin, dass zyklusbasiertes Arbeiten Fehlzeiten erheblich reduzieren und die wirtschaftliche Rendite steigern könnte. Große Technologiekonzerne haben bereits entsprechende Beratungsformate integriert.
Gleichzeitig zeigt die Forschung: Die Zunahme von Homeoffice-Optionen beeinflusst den Markt für Einstiegsjobs. In den USA lag die Einstellung von Berufseinsteigern zwischen 2022 und 2025 spürbar unter dem Niveau vor der Pandemie.
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