Word-KI, Test

Word-KI im Test: Copilot bearbeitet Dokumente, ChatGPT strukturiert Ideen

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 23:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Copilot bearbeitet Dokumente direkt in Word, während ChatGPT bei offenen Aufgaben und der Ideenplanung Vorteile zeigt.

ChatGPT und Copilot in Word: Wo die KI-Assistenten punkten
Ein minimalistischer Büroarbeitsplatz mit einem Eichenschreibtisch vor einem Fenster mit Blick auf einen ruhigen Wald. Illustration mit AI erstellt.

Ein aktueller Vergleichstest des Fachmagazins TechRadar zeigt deutliche Unterschiede bei den Stärken von ChatGPT und Microsoft Copilot innerhalb der Textverarbeitung Microsoft Word. Während Copilot seine Vorteile vor allem bei klar umrissenen Aufgaben und der nahtlosen Bearbeitung direkt im Dokument ausspielt, erweist sich ChatGPT insbesondere bei offenen Fragestellungen und im konzeptionellen Ideenaustausch als überlegen.

Direkte Dokumentbearbeitung versus dialogorientierte Strukturierung

Wie aus Medienberichten über den Test hervorgeht, punktet Copilot in Word vor allem durch die tiefe Verzahnung mit der Anwendung. Anwender können Texte erstellen, umschreiben, stilistisch anpassen oder kürzen sowie inhaltliche Fragen zum Dokument stellen, ohne zwischen verschiedenen Programmfenstern wechseln zu müssen.

Bei klar definierten Vorgaben wie dem Erstellen von Vorlagen für eine Reiseplanung lieferte Copilot zügiger einsatzbereite Ergebnisse. Zudem besitzt das Microsoft-Werkzeug Zugriff auf Dateien, E-Mails und Besprechungen innerhalb des Ökosystems von Microsoft 365.

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Grenzen zeigen sich bei Copilot jedoch abseits reiner Textkorrekturen: Das Werkzeug dient nicht als Ersatz für die reguläre Wortzählung, kann neue Word-Dateien nicht unmittelbar eigenständig anlegen und beschränkt Bild- sowie Diagramm-Operationen auf den Editor. Zudem wartet das System bei vagen Anweisungen wie der Aufforderung, einen Text schlicht zu verbessern, auf konkrete Folgeanweisungen.

In solchen Situationen spielt ChatGPT seine Stärken aus. Bei unpräzisen Vorgaben erläuterte das Modell von OpenAI die redaktionelle Logik hinter vorgeschlagenen Änderungen und leitete den Arbeitsprozess im Dialog an. Bei Planungsaufgaben arbeitete ChatGPT zudem detaillierter und ergänzte Aspekte wie konkrete Buchungsfristen, Reisezeiten oder alternative Abläufe.

Zugangshürden und unterschiedliche Tarifmodelle

Die beiden Assistenten unterscheiden sich grundlegend im Zugang innerhalb von Word. Am 17. September 2026 veröffentlichte OpenAI ein eigenes Plugin für Microsoft Word, das über den Microsoft Marketplace bereitgestellt wird. Dieses ChatGPT-Plugin lässt sich über sämtliche Tarife hinweg nutzen, einschließlich der kostenfreien Basisversion.

Copilot hingegen setzt zwingend ein bestehendes Microsoft-365-Abonnement beziehungsweise eine entsprechende Unternehmenslizenz voraus. Die jeweilige Funktionsvielfalt hängt zudem vom gebuchten Lizenzmodell ab.

Das Marktumfeld für Microsofts KI-Angebot bleibt dabei herausfordernd: Laut Berichten des US-Senders CNBC verfügten zuletzt weniger als 7 Prozent der über 450 Millionen kommerziellen Office-365-Nutzer über eine Lizenz für das zusätzliche KI-Paket.

Erweiterung um agentische Funktionen

Microsoft baut die Fähigkeiten seiner Textverarbeitung und des Assistenten unterdessen aus. Im Verlauf des Jahres 2026 sollen agentische Mehrschritt-Funktionen Einzug in Copilot halten.

Zudem kündigte das Unternehmen eine neue Copilot-App an, in der Anwendungen wie Word, Excel und PowerPoint direkt integriert sind. Die Plattform gliedert sich in die drei Bereiche Home, Code und Autopilot. Letzterer fungiert als Cloud-Agent mit eigenem Arbeitsbereich und Gedächtnis.

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Zudem führt Microsoft die bislang getrennten Entwicklungslinien für Privat- und Geschäftskunden zusammen. Jared Spataro erklärte mit Blick auf die Neuausrichtung, so wie Office einst die Arbeit im PC-Zeitalter definiert habe, solle der neue Copilot dies für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz tun.

Microsoft-Manager Charles Lamanna stellte zugleich klar, dass man Copilot nicht mehr als persönlichen Begleiter konzipiere, weshalb Funktionen wie animierte Avatare oder eigene Podcasts entfallen.

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