Wohnkrise, Mieten

Wohnkrise: Mieten +20% während Löhne nur 5% steigen

30.06.2026 - 12:23:30 | boerse-global.de

Immowelt-Analyse zeigt Mietsteigerungen von bis zu 20 Prozent in Großstädten bei nur 5,1 Prozent Lohnplus.

Mietpreise steigen doppelt so schnell wie die Reallöhne in Deutschland
Wohnkrise - Eine Hand hält einen alten Schlüssel vor dem verschwommenen Hintergrund einer modernen Stadt mit Wohngebäuden. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Analyse der Immobilienplattform immowelt zeigt: In den 15 größten deutschen Städten stiegen die Mieten zwischen 2023 und 2025 um bis zu 20 Prozent – die Reallöhne legten im selben Zeitraum nur um 5,1 Prozent zu.

Hamburg mit Rekordplus

Am stärksten traf es Hamburg. Hier schnellten die Mieten um 20,2 Prozent nach oben. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt nun bei 13,88 Euro. Auch in Dresden (plus 18 Prozent) und Frankfurt (plus 17,7 Prozent) wird Wohnen deutlich teurer.

Spitzenreiter bleibt München. Mit 21,44 Euro pro Quadratmeter ist die bayerische Landeshauptstadt unangefochten die teuerste Stadt Deutschlands. Berlin folgt mit 14,39 Euro auf Platz zwei.

Gleichzeitig bricht der Wohnungsbau ein. 2025 wurden nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt – ein Minus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die bestehende Mietpreisbremse gilt in Teilen als rechtlich unwirksam. Ein neuer Vorstoß der SPD für einen bundesweiten Mietpreisdeckel steht in den Startlöchern. Doch nach dem Scheitern des Berliner Modells 2021 gelten die verfassungsrechtlichen Hürden als hoch.

Grundsicherung: Neue Regeln ab Juli

Zum 1. Juli 2026 tritt eine umfassende Reform der sozialen Sicherungssysteme in Kraft. Das Bürgergeld wird in eine neue Grundsicherung überführt. Die Wohnkostenübernahme bleibt zwar in einer Karenzzeit bestehen, wird aber auf das 1,5-Fache der örtlichen Angemessenheitsgrenze gedeckelt.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) schätzt: Bei rund einem Drittel der Neuzugänge liegt die tatsächliche Miete über den Richtwerten. Für Betroffene, besonders in Großstädten, droht ein erheblicher Eigenanteil.

Die Sanktionen werden verschärft: Wer keine Bewerbungsbemühungen vorweisen kann, dem kürzen die Behörden 30 Prozent der Leistung für drei Monate. Bei mehrfachen Terminversäumnissen kann die Unterstützung komplett entfallen. Auch die Vermögensfreibeträge wurden nach Alter gestaffelt und deutlich abgesenkt.

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Österreich: Hunderte Bewerbungen pro Wohnung

In Wien gehen auf attraktive Inserate innerhalb weniger Stunden bis zu 100 Bewerbungen ein. Experten raten: Frühzeitig bei gemeinnützigen Bauträgern und Genossenschaften vormerken lassen. Die Wartelisten sind lang.

In Salzburg wurden die Einkommensgrenzen für geförderten Wohnraum angehoben. Wien plant für den Herbst ein neues Punktesystem für Gemeindebauten.

Zumindest bei Lebensmitteln gibt es Entlastung. Ab 1. Juli sinkt die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wie Milch, Brot, Butter sowie heimisches Obst und Gemüse von 10 auf 4,9 Prozent. Ausgenommen sind verarbeitete Produkte, Fleisch, Käse und Genussmittel wie Kaffee. Ein Durchschnittshaushalt spart dadurch zwischen 73 und 100 Euro pro Jahr.

Hitzewelle: 40 Grad in Wien

Die Wohnqualität leidet zunehmend unter extremen Wetterereignissen. Im Juni 2026 wurden in Wien Temperaturen von bis zu 40 Grad gemessen. Mobile Klimageräte und Ventilatoren waren in vielen Baumärkten zeitweise ausverkauft.

Besonders prekär ist die Lage in Schulen. In Wiener Pflichtschulen dokumentierten Messungen bis zu 39 Grad in den Klassenräumen. Ein Sanierungsprogramm mit 570 Millionen Euro soll Abhilfe schaffen. Der Fokus liegt auf Außenjalousien, UV-Schutzfolien und Geothermie.

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Die Bauwirtschaft reagiert. Die PORR Group setzt verstärkt auf Geothermie und Begrünungsmaßnahmen. Begrünte Dächer können laut Branchenangaben bis zu 50 Prozent des Regenwassers zurückhalten und die Umgebungstemperatur regulieren.

Auch bei Haushaltsgeräten zeichnet sich ein Trend ab. Kombinierte Nass- und Trockensauger für Tierhalter und Allergiker sind gefragt. Kabellose Mähroboter mit Hinderniserkennung finden verstärkt Einzug in den Markt – Verbraucher greifen dabei oft auf Rabattaktionen im Online-Handel zurück.

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