Wohnkrise, Mehrgenerationenhaus

Wohnkrise: Mehrgenerationenhaus kostet 2025 doppelt so viel wie 2023

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 05:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Steigende Baukosten treiben Deutsche zu alternativen Wohnformen. Tiny Houses und Mehrgenerationenprojekte gewinnen an Bedeutung.

Wohnwandel in Deutschland: Tiny Houses und Mehrgenerationenprojekte boomen
Ein modernes Tiny House in einer grünen Landschaft, umgeben von einer Familie mehrerer Generationen. Symbolisiert nachhaltiges und gemeinschaftliches Wohnen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Immer mehr Deutsche setzen auf Tiny Houses, Mehrgenerationenprojekte und suffiziente Wohnkonzepte. Der Grund: explodierende Baukosten und der Wunsch nach ökologisch nachhaltigerem Leben.

Wirtschaftliche Hürden beim Eigenheimbau

Die Preise für Wohnraum sind in den letzten Jahren durch die Decke gegangen. Ein Beispiel aus Brandenburg zeigt die dramatische Entwicklung: Ein Mehrgenerationenhaus, 2023 noch für 300.000 Euro geplant, kostete 2025 rund 680.000 Euro. Allein die Kosten für Wärmepumpen verdoppelten sich von 14.000 auf 30.000 Euro.

Diese Entwicklung trifft vor allem junge Familien. Der Vermittler Interhyp beziffert das durchschnittliche Eigenkapital im Jahr 2026 auf 147.000 Euro. Ein Experte des Instituts der deutschen Wirtschaft sieht genau hier das größte Hindernis: fehlendes Eigenkapital. Rund 34 Prozent der Käufer sind auf Erbschaften oder Schenkungen angewiesen. Hinzu kommen staatliche Abgaben wie die Grunderwerbsteuer – in Nordrhein-Westfalen etwa 6,5 Prozent.

Weniger ist mehr: Tiny Houses im Trend

Die Lösung liegt für viele im Verzicht auf Quadratmeter. In Baden-Württemberg tauschte ein Paar sein 220-Quadratmeter-Haus gegen ein Tiny House mit 58 Quadratmetern. In Braunschweig lebt eine vierköpfige Familie auf derselben Fläche. Die Bewohner betonen den Gewinn an Erfahrungsreichtum gegenüber materiellem Wohlstand.

Internationale Beispiele gehen noch weiter: In Südaustralien errichtete ein Paar 2024 ein Tiny House auf lediglich 20 Quadratmetern. Das Haus ist allergikerfreundlich mit VOC-armen Materialien ausgestattet und bleibt durch die Konstruktion auf einem Anhänger flexibel.

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Die Preise für Mehrgenerationenhäuser haben sich in nur zwei Jahren mehr als verdoppelt – von 300.000 auf 680.000 Euro. Junge Familien brauchen daher neue, bezahlbare Wohnkonzepte. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Tiny Houses, Mehrgenerationenprojekte und autarke Energiekonzepte den Traum vom Eigenheim doch noch möglich machen. Jetzt Report anfordern

Gemeinschaftlich wohnen: Mehrgenerationenprojekte boomen

Das Konzept des generationenübergreifenden Wohnens wird zunehmend in größeren Projekten realisiert. In Augsburg bietet das Projekt „Wagnis Share“ auf dem Sheridan-Areal in drei Massivholzhäusern Platz für 100 Bewohner. Von den 46 Wohnungen werden 37 öffentlich gefördert, die Mieten sind nach Einkommen gestaffelt.

Auch im ländlichen Raum entstehen neue Strukturen. In Urloffen stimmte der Ortschaftsrat Mitte Juli Plänen für ein Mehrgenerationenhaus zu, das explizit Wohngruppen für die Jugendhilfe integrieren soll. Eine Genossenschaft in Butzbach plant offene Treffpunkte mit Café, Coworking-Flächen und kulturellen Angeboten. Eine Bundestagskandidatin fordert in diesem Zusammenhang eine nationale Strategie zur Förderung gemeinwohlorientierter Unternehmen.

In Ottobeuren wurden bereits Fördermittel in Höhe von 287.000 Euro für einen barrierefreien Mehrgenerationenplatz zugesagt. Der Bau könnte im Herbst 2026 beginnen.

Energetische Autarkie als Zukunftsmodell

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Fehlendes Eigenkapital ist das größte Hindernis beim Hauskauf – 34 Prozent der Käufer sind auf Erbschaften angewiesen. Doch es geht auch anders: Mit staatlichen Förderprogrammen und cleveren Wohnmodellen können Sie bereits mit 50.000 Euro Eigenkapital starten. Der Report zeigt Ihnen, wie. Förderprogramme jetzt entdecken

Die ökologische Nachhaltigkeit rückt bei Neubauprojekten stärker in den Fokus. Ein Mehrfamilienhaus in Wernigerode wurde im Juli 2026 mit dem AURA-Award Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. Das bereits im April 2025 eröffnete Gebäude basiert auf Photovoltaik und Solarthermie.

Von April bis Oktober ist das Haus energetisch autark. Im Winter erfolgt die Beheizung über eine Holzpellet-Anlage. Jährlich spart das Konzept etwa 36 Tonnen CO2. Ein besonderes Detail: Die Mieter der 15 Wohneinheiten erhalten den selbst erzeugten PV-Strom kostenlos. Das macht die ökonomische Attraktivität nachhaltiger Bauweisen deutlich.

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