Wohngeld-Reform ab 2027: 400.000 Haushalte verlieren Leistungen
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 16:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesregierung plant massive Einschnitte beim Wohngeld. Ab 2027 sollen rund 400.000 Haushalte ihre Leistungen komplett verlieren. Der Bund will damit jährlich zwei Milliarden Euro sparen.
Mindestgrenze und gestrichene Komponenten
Kern der Reform ist eine neue Mindestgrenze im Wohngeldgesetz: Liegt die errechnete monatliche Unterstützung unter 15 Euro, entfällt der Anspruch künftig komplett. Allein dadurch könnten Bund und Länder jeweils eine Milliarde Euro jährlich einsparen.
Doch auch für verbleibende Empfänger wird es teurer. Die Heizkostenkomponente soll halbiert werden, die Anpassung an die Mietentwicklung wird bis 2029 ausgesetzt. Modellrechnungen zufolge könnten monatliche Zuschüsse von 50 bis 60 Euro pro Haushalt wegfallen.
Soziale Folgen: Kinder besonders betroffen
Die geplante Wohngeld-Reform könnte ab 2027 auch Sie betreffen – rund 400.000 Haushalte sollen ihre Leistungen verlieren. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihren Anspruch prüfen, Widerspruch einlegen und Alternativen zur Grundsicherung finden. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur Wohngeld-Reform sichern
In 70 Prozent der Wohngeldhaushalte leben Kinder. Der Kinderschutzbund warnt vor steigender Bürokratie und der Gefahr von Wohnungsverlusten. Besonders prekär: Viele Haushalte rutschen in die Grundsicherung. Da Wohngeld und Bürgergeld nicht parallel bezogen werden können, müssen schätzungsweise 143.000 Haushalte ins Sozialsystem wechseln.
Der Bund Katholischer Unternehmer sieht darin ein Arbeitsanreiz-Problem: Wenn die Differenz zwischen Erwerbseinkommen plus Wohngeld und reiner Grundsicherung schwindet, lohnt sich Arbeit für Betroffene kaum noch.
Kommunen zahlen drauf
Für viele Familien mit Kindern wird es ab 2027 eng: Die Heizkostenkomponente soll halbiert, die Mietanpassung ausgesetzt werden. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, wie Sie Ihre Rechte wahren und welche Unterstützung Ihnen trotzdem zusteht. Ratgeber zur Wohngeld-Reform jetzt anfordern
Die Länder laufen Sturm gegen die Pläne. Baden-Württembergs Bauministerin Schopper betont, die Kürzungen träfen die Ärmsten der Gesellschaft unmittelbar. Für die Kommunen bedeutet die Reform keine Entlastung, sondern eine Kostenverlagerung: Der Städtetag rechnet bis 2030 mit zwölf Millionen Euro Zusatzkosten. Allein in Rheinland-Pfalz könnten 2027 rund 33 Millionen Euro auf die Städte und Gemeinden zukommen.
Mietervereine raten betroffenen Haushalten bereits jetzt, künftige Bescheide genau zu prüfen und bei Bedarf Rechtsbeistand einzuschalten.
