WoGü, Rätikon

WoGü im Rätikon: Barbara Zangerl gelingt als erster Frau die freie Begehung

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zangerl und Larcher kletterten die 270 Meter lange Route jeweils im ersten Rotpunktversuch; Zangerl gilt als erste Frau auf der gesamten Linie.

Barbara Zangerl gelingt freie Begehung der WoGü im Rätikon
Steile, raue Kalksteinwand der Kirchlispitze im Rätikon unter blauem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Die Route „WoGü“ an der 7. Kirchlispitze im schweizerischen Rätikon zählt zu den technisch anspruchsvollsten Mehrseillängen-Touren weltweit. Im August 2026 gelang den Profikletterern Jacopo Larcher und Barbara Zangerl ein bedeutender Erfolg in dieser prestigeträchtigen Wand. Beide konnten die gesamte Route im freien Stil begehen, wobei Barbara Zangerl nach aktuellem Kenntnisstand als erste Frau die vollständige Befreiung dieser Linie für sich beanspruchen kann.

Technische Anforderungen und Chronologie der Begehung

Die Route erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 270 Metern, die sich auf neun Seillängen verteilen. Die Schwierigkeitsgrade der einzelnen Abschnitte unterstreichen den extremen Anspruch der Tour. Die Seillängen sind mit 8c, 8a, 8c, 8b+, 8b+, 8a+ und 7c+ bewertet.

Jacopo Larcher und Barbara Zangerl verfolgten bei ihrem Projekt den Ansatz, dass beide Partner alle Seillängen im Vorstieg klettern mussten, um eine vollständige freie Begehung für sich zu verbuchen.

Die erfolgreichen Durchstiege erfolgten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Nach einer intensiven Vorbereitungsphase, die rund einen Monat in Anspruch nahm, gelang Jacopo Larcher am 22. August 2026 die freie Begehung der gesamten Route. Er bewältigte den Durchstieg bereits im ersten offiziellen Rotpunktversuch.

Am darauffolgenden Tag, dem 23. August 2026, konnte auch Barbara Zangerl die Route im ersten Rotpunktversuch erfolgreich abschließen. Damit dokumentierten beide Athleten nicht nur ihre physische Verfassung, sondern auch eine präzise Vorbereitung auf die spezifischen Anforderungen des Kalkgesteins im Rätikon.

Historische Einordnung und Entwicklung der Route

Die Geschichte der Route WoGü reicht zurück in die späten 1990er-Jahre. Beat Kammerlander richtete die Linie im Jahr 1997 ein (andere Quellen verweisen auf das Jahr 1998) und benannte sie als Hommage an den verstorbenen Kletterer Wolfgang Güllich. Trotz der frühen Erschließung dauerte es Jahre, bis die Route im freien Stil bewältigt werden konnte.

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Die erste freie Begehung gelang im Jahr 2008 dem tschechischen Kletterer Adam Ondra, der die Route mit dem Schwierigkeitsgrad 8c bewertete. In den darauffolgenden Jahren verzeichnete die Kletterwelt nur wenige erfolgreiche Wiederholungen, was den Stellenwert der Route in der internationalen Kletterszene festigte. Im Jahr 2016 gelang Edu Marin die freie Begehung, gefolgt von Roland Hemetzberger im Jahr 2017.

Bedeutung für den modernen Alpinsport

Der Erfolg von Zangerl und Larcher verdeutlicht die fortschreitende Professionalisierung im alpinen Sportklettern. Dass beide Kletterer die Route innerhalb kürzester Zeit und jeweils im ersten Rotpunktversuch nach einer einmonatigen Arbeitsphase meistern konnten, zeugt von einem hohen Maß an Effizienz in der Routenplanung und Beta-Erarbeitung.

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Besondere Beachtung findet in Fachkreisen die Leistung von Barbara Zangerl. Mit ihrem Erfolg am 23. August 2026 hat sie die Grenzen des im Frauenklettern Möglichen in alpinen Big-Wall-Routen verschoben.

Die Tatsache, dass sie die 8c-Bewertung der Route bestätigte und alle Seillängen im Vorstieg kletterte, unterstreicht die sportliche Qualität dieser Begehung. Damit reiht sich WoGü in die Liste ihrer bedeutenden alpinen Erfolge ein und dokumentiert die kontinuierliche Entwicklung des Leistungsniveaus im Rätikon, das seit Jahrzehnten als Prüfstein für die Weltelite des Klettersports gilt.

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