WM-Betrug: 850 Millionen Euro Schaden durch gefälschte Sportartikel
05.06.2026 - 12:17:19 | boerse-global.de
Verbraucherschutzorganisationen, Behörden und Wirtschaftsverbände melden eine massive Zunahme krimineller Machenschaften. Die Palette reicht von manipulierten Ticketbörsen über gefälschte Fanartikel bis hin zu komplexen Phishing- und Krypto-Betrugssystemen.
Vorsicht bei Tickets und Fanartikeln
Verbraucherschützer aus Sachsen und Nordrhein-Westfalen raten zur äußersten Vorsicht beim Ticketkauf. WM-Eintrittskarten sollten ausschließlich über die offizielle FIFA-Plattform oder autorisierte Partner erworben werden. Inoffizielle Ticketbörsen bieten oft Karten an, die nicht übertragbar sind – für Käufer bedeutet das den kompletten finanziellen Verlust.
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Auch bei Fanartikeln ist höchste Wachsamkeit geboten. In sogenannten Fake-Shops werden Trikots zu Schnäppchenpreisen angeboten. Ein offizielles DFB-Trikot von Adidas kostet rund 100 Euro. Betrüger locken mit Preisen um 45 Euro. Die Masche: Nach Vorkasse kommt entweder gar keine Ware oder nur ein minderwertiges Plagiat.
Woran erkennt man unseriöse Angebote? Fehlendes Impressum und die Forderung nach Zahlungsmethoden ohne Käuferschutz – etwa Kryptowährungen oder die PayPal-Funktion für Freunde und Familie.
Markenpiraterie: Millionenschäden in der EU
Der Markenverband verzeichnet vor dem Turnier einen deutlichen Anstieg gefälschter Sportartikel. Eine Umfrage im Mai unter rund 4.000 Teilnehmern zeigt: Etwa 19 Prozent der Deutschen haben vermutlich schon gefälschte Trikots gekauft. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen – hier gibt fast jeder Dritte den Kauf von Plagiaten zu.
Die wirtschaftlichen Dimensionen sind enorm. Nach Schätzungen des EU-Amts für geistiges Eigentum (EUIPO) aus dem Jahr 2024 verursachen gefälschte Sportartikel in der EU jährlich einen Schaden von rund 850 Millionen Euro. Das entspricht etwa elf Prozent des gesamten Branchenumsatzes. Deutschland ist im europäischen Vergleich besonders stark betroffen.
Krypto-Betrug und Phishing im Netz
Neben physischen Waren warnen Sicherheitsbehörden vor digitalen Betrugsmaschen. Das Los Angeles Sheriff's Department (LASD) berichtet von gefälschten FIFA-Websites und gezielten Anzeigen in sozialen Medien. Kriminelle locken Nutzer zu Zahlungen mit Kryptowährungen, Banküberweisungen oder Geschenkkarten.
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Die britische Finanzaufsicht FCA warnt zudem Fußballvereine vor Kooperationen mit nicht regulierten Krypto-Unternehmen. Parallel dazu laufen Phishing-Kampagnen: Betrüger verschicken angebliche Gewinnbenachrichtigungen oder exklusive Wett-Tipps, um an sensible Nutzerdaten zu gelangen.
Der sportliche Rahmen
Die WM läuft vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko. Das Eröffnungsspiel findet in Mexiko-Stadt statt. Die deutsche Nationalmannschaft mit Manuel Neuer als Stammtorhüter trifft in der Gruppenphase auf Curaçao (14. Juni), die Elfenbeinküste (20. Juni) und Ecuador (25. Juni). Die Konkurrenz durch Teams wie Argentinien, Frankreich und Spanien wird als extrem stark eingeschätzt.
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