WLAN-Sicherheit: Russische Gruppe Storm-2945 stiehlt Microsoft-365-Tokens
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 11:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Technologiekonzern Microsoft hat eine dringende Sicherheitswarnung bezüglich einer schwerwiegenden Schwachstelle in der WLAN-Konnektivität herausgegeben. Das Unternehmen rät Nutzern nachdrücklich dazu, bestimmte Netzwerkkonfigurationen in öffentlichen Räumen zu vermeiden, um sensible Unternehmens- und Privatdaten zu schützen. Im Fokus der Warnung stehen insbesondere Reisende, die auf Drahtlosnetzwerke in Hotels und Konferenzzentren angewiesen sind.
Die CaptiveCrunch-Kampagne und ihre Hintergründe
Nach Erkenntnissen von Microsoft ist eine Cybersicherheitskampagne namens „CaptiveCrunch“ für die aktuellen Bedrohungen verantwortlich. Diese Operation greife bereits seit Mai 2026 gezielt die öffentliche WLAN-Infrastruktur in Beherbergungsbetrieben und Veranstaltungsorten an. Die Experten des Unternehmens identifizierten die russische Gruppierung Storm-2945 als Urheber dieser Angriffe. Diese Gruppe steht laut Microsoft in enger Verbindung mit dem bekannten Akteur Midnight Blizzard.
Die Angreifer nutzen bei der CaptiveCrunch-Kampagne sogenannte gefälschte Captive Portale. Dabei handelt es sich um manipulierte Login-Seiten, die den Anschein erwecken, der offizielle Internetzugang des Hotels oder des Konferenzzentrums zu sein. Sobald sich Nutzer dort anmelden, werden ihre Zugangsdaten für Unternehmensdienste abgefangen. Insbesondere warnt Microsoft davor, dass auf diesem Weg Microsoft-365-Tokens gestohlen werden können, was Angreifern den Zugriff auf geschäftliche Cloud-Umgebungen ermöglicht.
Einsatz spezialisierter Malware zur Überwachung
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Neben dem Diebstahl von Zugangsdaten setzen die Akteure hinter Storm-2945 verstärkt auf die Installation von Schadsoftware. Microsoft berichtet in diesem Zusammenhang von gefälschten Pop-up-Fenstern und vermeintlichen Update-Aufforderungen, die den Anwender zur Installation von Malware verleiten sollen. Identifiziert wurden hierbei zwei spezifische Programme mit den Bezeichnungen „CornFlake“ und „ChocoShell“.
Diese Malware-Varianten dienen dazu, infizierte Geräte umfassend zu überwachen. Neben dem Auslesen von Passwörtern seien die Programme in der Lage, Audio- und Videoaufzeichnungen direkt vom Gerät des Opfers anzufertigen. Damit geht die Bedrohung über den reinen Datendiebstahl hinaus und ermöglicht eine tiefgreifende Spionage im privaten und beruflichen Umfeld der Betroffenen. Berichten zufolge sind bereits mehrere namhafte Hotelketten von der CaptiveCrunch-Kampagne betroffen. Geografisch konzentrieren sich die Angriffe laut Microsoft derzeit vor allem auf Standorte in den USA, Indien und Saudi-Arabien.
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Empfehlungen zur Sicherung der Konnektivität
Um den Risiken durch CaptiveCrunch zu begegnen, hat Microsoft einen Katalog an Präventionsmaßnahmen veröffentlicht. Reisenden wird dringend empfohlen, die Nutzung von öffentlichem WLAN in Hotels nach Möglichkeit gänzlich zu vermeiden. Stattdessen sollten mobile Hotspots über das eigene Smartphone genutzt werden, um eine kontrollierte Verbindung zum Internet herzustellen.
Falls die Nutzung öffentlicher Netzwerke unumgänglich ist, sei der Einsatz eines Virtual Private Network (VPN) obligatorisch, um den Datenverkehr zu verschlüsseln. Zudem betont das Unternehmen die Bedeutung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), die als zusätzliche Schutzschicht fungiert, falls Zugangsdaten bereits kompromittiert wurden. Nutzer sollten zudem höchste Vorsicht bei unerwarteten Benachrichtigungen oder Pop-ups walten lassen, die während einer WLAN-Sitzung auf dem Bildschirm erscheinen, und keine unvorhergesehenen Software-Updates über solche Portale durchführen.
