WinRAR-Exploit: Russische Hacker nutzen CVE-2025-8088 gegen Ukraine
08.06.2026 - 17:45:18 | boerse-global.de
Die Kampagnen zielen auf Datendiebstahl und die Verbreitung von Schadsoftware ab.
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Zwei Gruppen, ein Ziel: Datendiebstahl
Sicherheitsforscher von Trend Micro haben am Montag zwei aktive Kampagnen identifiziert. Die Gruppen SHADOW-EARTH-066 und Earth Dahu – letztere auch als Gamaredon oder UAC-0010 bekannt – nutzen eine bereits im Juli 2025 geschlossene Sicherheitslücke im Archivierungsprogramm WinRAR.
SHADOW-EARTH-066 setzt dabei den sogenannten GIFTEDCROOK-Stealer ein. Diese Schadsoftware zielt auf gespeicherte Passwörter und Cookies aus Browsern ab und durchsucht Systeme nach Dateien mit 35 verschiedenen Erweiterungen. Earth Dahu wiederum verteilt mit dem Exploit seine Schädlinge GammaWorm und GammaSteel. Die Angriffe liefen nachweislich bis mindestens April 2026.
Warum eine alte Lücke noch immer gefährlich ist
Im Zentrum der Attacken steht CVE-2025-8088 – eine kritische Schwachstelle mit einem CVSS-Score von 8,4. Der Haken: WinRAR verfügt über keinen zentralen Update-Mechanismus. Viele Installationen laufen daher auf veralteten Versionen.
Die Angreifer nutzen speziell präparierte RAR-Archive. Diese enthalten versteckte Datenströme (Alternate Data Streams), die beim Öffnen Schadcode ausführen. „Das Fehlen automatischer Updates verlängert die Lebensdauer solcher Exploits erheblich", so die Sicherheitsforscher.
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Breitere Offensive gegen ukrainische Infrastruktur
Die WinRAR-Angriffe sind Teil einer größeren Cyber-Offensive gegen staatliche und zivile Einrichtungen in der Ukraine und der EU. Parallel dazu nutzt die Gruppe UAC-0001 (auch APT28) eine Microsoft-Office-Schwachstelle (CVE-2026-21509).
Diese Kampagne läuft seit der Offenlegung der Lücke Ende Januar 2026. Die Hacker setzen manipulierte Word-Dokumente und das COVENANT-Framework zur Datenextraktion ein. Während die WinRAR-Angriffe auf verdeckten Datendiebstahl setzen, zielen die Office-basierten Attacken auf Regierungsnetzwerke.
Die Entwicklungen zeigen: Selbst gepatchte Sicherheitslücken bleiben gefährlich, wenn Software keine automatischen Updates bietet. Für Unternehmen und Behörden heißt das: WinRAR-Nutzung überprüfen und manuell aktualisieren – oder auf Alternativen mit besserem Update-Management umsteigen.
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