Windows-Sicherheit, Milliarde

Windows-Sicherheit: Milliarde Rechner brauchen Zertifikats-Update

25.06.2026 - 04:44:37 | boerse-global.de

Microsoft hat die erste Stufe der kritischen Secure-Boot-Zertifikatsmigration abgeschlossen. Die Umstellung betrifft über eine Milliarde Windows-Rechner und soll die Systemsicherheit erhöhen.

Microsoft schließt erste Phase der Secure-Boot-Zertifikatsaktualisierung ab
Windows-Sicherheit - A glowing digital circuit board with lines of data, symbolizing expiring security certificates and system updates. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Grund dafür ist der Ablauf der ursprünglichen Secure-Boot-Zertifikate aus dem Jahr 2011. Die Umstellung soll die Integrität des Startvorgangs gewährleisten und vor Schadsoftware wie Rootkits und Bootkits schützen.

Zeitplan für den Zertifikatswechsel

Die Ablauffristen der alten Zertifikate verteilen sich auf das zweite Halbjahr 2026. Das Microsoft Corporation KEK CA 2011-Zertifikat lief bereits am 24. Juni ab. Nur drei Tage später, am 27. Juni, folgt das Microsoft UEFI CA 2011. Den Abschluss bildet das Microsoft Windows Production PCA 2011, dessen Gültigkeit am 19. Oktober endet.

Branchenexperten weisen darauf hin, dass nicht aktualisierte Geräte zunächst normal hochfahren können. Allerdings verlieren sie die Fähigkeit, künftige Sicherheitsaktualisierungen auf Boot-Ebene zu erhalten. In Einzelfällen drohen sogar Startfehler, wenn das System die erforderlichen Sicherheitskomponenten nicht mehr verifizieren kann. Microsoft hat daher das Secure-Boot-2023-Zertifikat an kompatible Windows-10- und Windows-11-PCs ausgeliefert.

Neue Funktionen im Update

Bereits am 23. Juni veröffentlichte Microsoft das Vorschau-Update KB5095093 für Windows 11. Neben der Zertifikatsumstellung bringt es eine Point-in-Time-Wiederherstellungsfunktion. Diese erstellt automatisch alle 24 Stunden Wiederherstellungspunkte und bewahrt sie 72 Stunden lang auf. Nutzer können damit ihr System auf einen früheren Zustand zurücksetzen.

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Das Update behebt zudem kleinere Probleme – unter anderem am Papierkorb. Auch das Emoji-Panel wurde überarbeitet und nutzt nun GIPHY. Für Windows-10-Nutzer mit erweiterten Sicherheitsupdates (ESU) stehen die neuen Zertifikate ebenfalls bereit.

Herausforderungen für Unternehmen

Während Privatanwender die Updates automatisch über Windows Update erhalten, gestaltet sich die Umstellung in Unternehmen komplexer. IT-Administratoren müssen sicherstellen, dass alle Geräte bis zur Oktober-Frist aktualisiert werden. In manchen Fällen ist zusätzlich ein BIOS- oder Firmware-Update des Herstellers erforderlich.

Microsoft stellt mehrere Möglichkeiten zur Überprüfung bereit: In der Windows-Sicherheitsoberfläche zeigt ein grüner Status eine erfolgreiche Aktualisierung an, gelb signalisiert einen ausstehenden Update, rot weist auf ein notwendiges BIOS-Update hin. Technisch versierte Nutzer können den Status auch per PowerShell oder über das Systeminformations-Tool (msinfo32) prüfen.

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Geschäftszahlen und rechtliche Turbulenzen

Die technische Umstellung fällt in eine herausfordernde Phase für Microsoft. Der Konzern meldete zuletzt einen Quartalsumsatz von umgerechnet rund 77 Milliarden Euro, getragen von 29 Prozent Wachstum in der Cloud-Sparte und 40 Prozent bei Azure. Dennoch notierte die Aktie Anfang der Woche bei umgerechnet etwa 348 Euro – ein Rückgang von 18 Prozent seit Jahresbeginn.

Parallel beschäftigt Microsoft eine Aktionärsklage zu angeblichen Unstimmigkeiten bei den Wachstumsprognosen für die KI-Technologie Copilot. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Die juristischen Auseinandersetzungen überschatten die sicherheitskritische Migration der Secure-Boot-Infrastruktur, die das Fundament des Windows-Sicherheitsmodells bildet.

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