Windows Server 2028: TPM-Attestierung wird zur Pflicht
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 11:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft verschärft die Hardware-Anforderungen für seine kommenden Server-Betriebssysteme deutlich. Mit der nächsten Veröffentlichung des Windows Server im Long-Term Servicing Channel (LTSC) – voraussichtlich im Jahr 2028 – wird die TPM-Attestierung (Trusted Platform Module) zu einer verpflichtenden Voraussetzung. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Integrität von Server-Identitäten und Aktivierungsprozessen in Unternehmensnetzwerken durch hardwarebasierte Sicherheitsfunktionen massiv zu stärken.
Vorbereitungsphase in Windows Server 2025
Bereits vor der vollständigen Umstellung im Jahr 2028 bereitet das Unternehmen die technologische Basis vor. Ab August 2026 wird Windows Server 2025 damit beginnen, spezielle Bereitschaftsmeldungen für den Key Management Service (KMS) im Modus „Hardware-Secured“ auszugeben. Über das Software-Lizenzierungs-Tool slmgr /dlv sowie den Event Viewer erhalten IT-Verantwortliche dann detaillierte Informationen zum Status ihrer Systeme.
Hintergrund dieser Entwicklung ist die Anforderung, dass KMS-Hosts künftig ihre Identität auf Basis eines TPM-Moduls nachweisen müssen. Erst nach dieser erfolgreichen Attestierung sind die Hosts autorisiert, Lizenzen an Clients innerhalb des Netzwerks zu verteilen. Damit wird sichergestellt, dass Aktivierungsdienste nur auf verifizierter und vertrauenswürdiger Hardware ausgeführt werden.
Technische Anforderungen und Diagnose-Werkzeuge
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Für die Umsetzung der neuen Sicherheitsarchitektur definiert Microsoft klare technische Parameter. Zu den Voraussetzungen gehören der Einsatz von TPM 2.0, die Aktivierung von Secure Boot sowie eine entsprechende Zertifizierung im Windows Server Catalog.
Administratoren stehen zur Überprüfung der Systemkompatibilität verschiedene Instrumente zur Verfügung. Ab August 2026 lässt sich die TPM-Unterstützung gezielt über PowerShell abfragen. Mit dem Befehl Get-TpmSupportedFeature -FeatureList 'Key Attestation' kann explizit geprüft werden, ob die notwendige Schlüssel-Attestierung von der Hardware unterstützt wird. Zudem protokolliert der Event Viewer Warnmeldungen unter den Anwendungs- und Dienstprotokollen im Bereich des Key Management Service, sollte die Hardware-Bereitschaft nicht gegeben sein. Das Tool slmgr /dlv gibt zudem einen klaren Status aus, der Systeme entweder als „eligible“ (geeignet) oder als nicht den Anforderungen entsprechend („does not meet requirements“) kennzeichnet.
Empfohlene Maßnahmen für die IT-Infrastruktur
Obwohl die verpflichtende Einführung erst mit dem LTSC-Release im Jahr 2028 erfolgt, waren Administratoren bereits dazu aufgerufen, vorbereitende Schritte zu unternehmen. Bis Juni 2026 sollten bestehende KMS-Server vollständig inventarisiert und auf die Unterstützung von TPM 2.0 sowie Secure Boot geprüft worden sein.
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Zu den notwendigen Wartungsarbeiten gehörten laut vorliegenden Leitfäden die Bereinigung von DNS-Einträgen (speziell _vlmcs._tcp), die Aktualisierung der Firmware sowie die Erneuerung von Secure-Boot-Zertifikaten. Für virtualisierte Umgebungen ist die Prüfung auf vTPM-Unterstützung essenziell. Microsoft kündigte zudem an, zu einem späteren Zeitpunkt einen spezifischen Leitfaden für virtuelle KMS-Hosts zu veröffentlichen, um den Besonderheiten softwaredefinierter Infrastrukturen Rechnung zu tragen.
Diese tiefgreifenden Änderungen betreffen ausschließlich den professionellen Einsatz im Server-Umfeld. Für Privatanwender ergeben sich durch die neuen Hardware-Anforderungen an KMS-Hosts und die TPM-Attestierung keine Auswirkungen.
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