Windows-Patchday: 570 Sicherheitsupdates durch KI-Scanner MDASH
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 09:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat die Systemwiederherstellung von Windows 11 grundlegend überarbeitet. Gleichzeitig verzeichnet der Konzern einen historischen Rekord bei Sicherheitsupdates – angetrieben durch künstliche Intelligenz.
Der Software-Riese aus Redmond hat am Mittwoch, den 23. Juli 2026, das neue Feature „Point-in-Time Restore" (PITR) für Windows 11 veröffentlicht. Die Funktion ersetzt die altbekannte Systemwiederherstellung und sichert erstmals auch Benutzerdaten in den System-Snapshots. Zeitgleich legte Microsoft mit 570 Sicherheitskorrekturen im Juli-Patchday einen neuen Rekord vor – mehr als viermal so viele wie im Vorjahreszeitraum.
Die neue Wiederherstellung: Mehr als nur Systemdateien
Bisher konzentrierte sich die Systemwiederherstellung vor allem auf Systemdateien und Registry-Einstellungen. PITR geht deutlich weiter: Die Funktion erstellt vollständige Snapshots inklusive aller Benutzerdaten. Das ist ein Paradigmenwechsel für Windows-Nutzer, die bisher bei Systemausfällen oft um ihre persönlichen Dateien bangen mussten.
Für Windows 11 Home und nicht verwaltete Pro-Editionen ist die Funktion standardmäßig aktiviert – vorausgesetzt, die Systemfestplatte hat mindestens 200 Gigabyte Speicherplatz. Microsoft hat die Speicherbelastung auf zwei Prozent der Festplattenkapazität begrenzt, maximal 50 Gigabyte. Alle 24 Stunden erstellt das System automatisch einen Wiederherstellungspunkt, die letzten drei Snapshots bleiben erhalten – das entspricht einem Zeitfenster von 72 Stunden.
Der Zugriff auf die Wiederherstellungspunkte erfolgt über die Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE). Bei verschlüsselten Geräten ist ein BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel erforderlich. Wichtig für Unternehmen: Editionen wie Enterprise, Education oder verwaltete Pro-Versionen behalten die Funktion bis zum Update 26H2 standardmäßig deaktiviert.
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Rekord-Patchday: KI entdeckt Sicherheitslücken am Fließband
Der Juli-Patchday 2026 sprengt alle bisherigen Dimensionen. Mit 570 Sicherheitskorrekturen hat Microsoft mehr als viermal so viele Schwachstellen geschlossen wie im Juli 2025, als es 137 Fixes waren. Der Grund für diese Explosion: Microsofts KI-gestützter Scanner MDASH, der 16 bislang unbekannte Schwachstellen aufspürte.
Unter den Hunderten von Korrekturen befanden sich drei Zero-Day-Lücken, von denen zwei bereits aktiv ausgenutzt wurden. Microsoft selbst deutet an, dass solche Rekord-Patchmengen künftig zur Normalität werden könnten – die KI-Entdeckungswerkzeuge werden immer leistungsfähiger. Um Nutzern die Kontrolle zu erleichtern, können Updates jetzt für bis zu 35 Tage pausiert werden.
Speicherfresser gezähmt: 500-Gigabyte-Bug behoben
Ein besonders hartnäckiger Fehler hatte Windows-Nutzern in den vergangenen Monaten massiv zugesetzt. Die Datei CapabilityAccessManager.db-wal wuchs bei manchen Systemen auf bis zu 500 Gigabyte an – ein digitaler Speicherfresser, der Festplatten gnadenlos zumüllte. Microsoft hat den Bug mit dem Update KB5101650 im Juli-Patchday behoben. Die Datei schrumpft nun wieder auf wenige Megabyte. In hartnäckigen Fällen bleibt allerdings die manuelle Löschung im abgesicherten Modus nötig.
Bereits im Juni 2026 hatte Microsoft mit dem Safe OS Dynamic Update KB5094149 nachgebessert. Es verbesserte die Windows-Wiederherstellungsumgebung und aktualisierte Secure-Boot-Zertifikate. Für hardwarenahe Wiederherstellungen empfehlen Hersteller wie Dell weiterhin einen gestaffelten Ansatz: Zuerst OneDrive-Backups, dann SupportAssist OS Recovery, erst danach die Werksreset-Option.
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Neuerungen für den Alltag: File Explorer, Sprachsteuerung und mehr
Parallel zu den Sicherheits- und Wiederherstellungsupdates hat Microsoft im Juli 2026 eine Vorschauversion veröffentlicht (Builds 26100.8942 und 26200.8942). Sie bringt mehrere praktische Neuerungen:
- Datei-Explorer: Automatische Größenumrechnung von Dateien und das Öffnen von Ordnern in neuen Tabs per Mittelklick.
- Sprachisolierung: Verbesserte Audioqualität für die Sprachsteuerung Voice Access.
- Touchpad-Anpassung: Scroll- und Zoomgeschwindigkeiten lassen sich jetzt manuell einstellen.
- Verbesserte Suche: Windows Search erkennt künftig auch zweibuchstabige Dateinamen und häufige Tippfehler.
- Energiemanagement: Die einstellbaren Energiespar-Schwellenwerte für den Akku sind zurück.
Für Besitzer von Copilot+-PCs gibt es eine besondere Option: Die neuesten Preview-Builds erlauben das Deinstallieren der Bildgenerierungs-KI – mehr Kontrolle über die integrierte künstliche Intelligenz ist kaum möglich.
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