Windows-OEM-Lizenzen: Microsofts Einnahmen brechen um 27 Prozent ein
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 20:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Geschäft von Microsoft mit Lizenzen für PC-Hersteller ist im ersten Quartal des Fiskaljahres 2027, das am 30. September 2026 endete, spürbar eingebrochen. Die Einnahmen aus Windows-OEM-Lizenzen sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27 Prozent.
Im gesamten Segment Windows OEM und Geräte ging der Erlös im Jahresvergleich um 22 Prozent von zuvor 4,55 Milliarden US-Dollar auf 3,55 Milliarden US-Dollar zurück. Dagegen legte der Gesamtumsatz des Konzerns im selben Quartal um 19 Prozent auf 92,3 Milliarden US-Dollar zu.
Teurere Lizenzen und hohe Lagerbestände
Zu den Hintergründen des Rückgangs zählen mehrere Marktfaktoren. Im Vorfeld der aktuellen Entwicklung hatte Microsoft die OEM-Gebühren für Windows um 7 bis 10 Prozent angehoben. Gleichzeitig verzeichnete das Unternehmen im Vorjahresquartal noch eine ungewöhnlich starke Nachfrage, die durch das absehbare Ende der Unterstützung für Windows 10 begünstigt worden war.
Nachdem Microsoft im Herbst 2025 einen kleinen Boom im OEM-Segment verbucht hatte, führten nun vor allem Lagerbereinigungen bei Partnern im Vertrieb und bei den Geräteherstellern zu einer spürbaren Verlangsamung. Finanzchefin Amy Hood räumte ein, dass die internen Erwartungen verfehlt wurden, und erklärte, dass hohe Bestände bei den Herstellern eine baldige Erholung verzögern.
Kostendruck durch Speicherkomponenten belastet PC-Markt
Zusätzlich bremst eine sinkende Nachfrage der Verbraucher nach Neu-PCs das Geschäft. Als wesentliche Ursache dafür gelten stark gestiegene Speicherpreise. Weil der Bedarf an KI-Rechenzentren weite Teile der DRAM-Fertigung bindet, explodierten die Preise für Komponenten. Nach Angaben von Gartner steigen die durchschnittlichen PC-Preise in diesem Jahr voraussichtlich um 17 Prozent.
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TrendForce rechnet für das Dezemberquartal mit einem weiteren Preisanstieg bei DRAM von 10 bis 15 Prozent, während SK Hynix mitteilte, die eigene Speicherproduktion sei bereits bis 2029 ausverkauft. Bereits im April hatte Hood davor gewarnt, dass höhere Komponentenpreise den Gesamtmarkt dämpfen dürften.
Laut Counterpoint gingen die weltweiten PC-Lieferungen im dritten Quartal 2026 im Vorjahresvergleich um 21 Prozent auf 57 Millionen Einheiten zurück. Für das laufende Quartal prognostizierte Hood ein Umsatzminus von rund 35 Prozent.
Weitere Schätzungen für den Bereich Windows OEM und Geräte stellen für das zweite Quartal des Fiskaljahres 2027 ein Minus von 35 Prozent bei einem Rückgang des reinen OEM-Anteils um 27 Prozent in Aussicht, während für das vierte Quartal 2026 ein Minus von 30 Prozent beziehungsweise für das Folgequartal ein Rückgang zwischen 20 und 30 Prozent genannt wird.
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Windows 11 im Markt etabliert
Auf Nutzerseite schreitet der Wechsel zu Windows 11 unterdessen weiter voran. Plattformdaten von Valve für Steam wiesen für September 2026 einen Marktanteil von 71,34 Prozent für Windows 11 und 23,61 Prozent für Windows 10 aus.
StatCounter ermittelte für denselben Monat einen Anteil von 71,5 Prozent für Windows 11 sowie 27,77 Prozent für Windows 10. Laut Untersuchungen von Lansweeper erfüllen lediglich 2,8 Prozent der untersuchten Windows-10-Rechner die technischen Voraussetzungen für ein Upgrade auf das neuere Betriebssystem nicht. Microsoft hat die Bereitstellung von Sicherheitsupdates für Windows 10 bis Oktober 2027 verlängert.
