Windows-NT-Kernel, Google-Forscherin

Windows-NT-Kernel: Google-Forscherin sieht Vorteile gegenüber Linux

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 17:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Laurie Kirk sieht technische Stärken bei Windows NT; zwei Medien kritisieren ihre Einschätzung als nicht ausreichend belegt.

Google-Forscherin lobt Windows-NT-Kernel und fordert eine offene Variante
Ein minimalistischer, moderner Serverraum mit leeren Server-Racks in einer kühlen, professionellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Eine Forscherin von Google hat mit einer ungewöhnlichen Einschätzung für Diskussionen in der Tech-Branche gesorgt: Laurie Kirk bezeichnete den Windows-NT-Kernel als „?????????? ????" (Ingenieurwunder), das dem Linux-Kernel in vielen Bereichen überlegen sei. Wie die Website 5iter.com berichtete, war Kirk zuvor vier Jahre lang als Reverse Engineer bei Microsoft tätig.

Kirk verwies darauf, dass NT die Basis aller Windows-Versionen seit 1993 bildet. Microsoft hatte Dave Cutler im Oktober 1988 nach dessen Arbeit an der Entwicklung von VMS bei DEC angeheuert. Das aus ehemaligen DEC-Mitarbeitern bestehende Team verbrachte anschließend rund sechs Monate mit der Spezifikation des neuen Systems. Als zentrale Ziele der Entwicklung nannte Microsoft laut dem Bericht Portabilität, Multiprocessor-Unterstützung und eine C2-Zertifizierung.

Vom Scheitern zum Erfolg

NT startete ursprünglich als NT OS/2 für die Intel-i860-Architektur, bevor die Entwicklung auf MIPS-Prozessoren umgestellt wurde. Erst nach dem großen Erfolg von Windows 3.1 – laut Bericht wurden 16 Millionen Kopien innerhalb von sechs Monaten verkauft – vollzog Microsoft den Wechsel zur Win32-Architektur. 1995 erhielt NT 3.5 ein C2-Sicherheitsrating, allerdings nur für den Betrieb als Standalone-PC ohne Netzwerkanbindung.

Zu den architektonischen Besonderheiten des Systems zählt laut dem Bericht, dass NT mehr als 20 Objekttypen verwaltet, die über den sogenannten Object Manager gesteuert werden.

Anzeige

Wer sich mit der technischen Basis von Betriebssystemen befasst, erkennt schnell, dass ein reibungsloser Wechsel zwischen den Generationen entscheidend ist. Dieser kostenlose Expertenreport zeigt Ihnen, wie der Umstieg auf die aktuellste Windows-Version ohne Risiko und Datenverlust gelingt. Windows 11 Starterpaket jetzt kostenlos anfordern

Forderung nach „Open NT"

Kirk äußerte zudem die Ansicht, Microsoft hätte bereits in den frühen 2000er-Jahren eine Variante namens „Open NT" anbieten sollen. Tatsächlich verfolgte der Konzern mit der Shared Source Initiative einen ähnlichen, wenn auch begrenzten Ansatz: Rund 1.600 Enterprise-Kunden erhielten darüber Zugang zu Quellcode. 2001 war Österreichs Innenministerium die erste europäische Regierungsbehörde, die Zugriff auf den Quellcode von Windows XP erhielt. 2006 folgte mit dem Windows Research Kernel ein Angebot speziell für den akademischen Bereich.

Als Gegenstück auf der Linux-Seite nannte der Bericht die Einführung von Landlock mit Linux 5.13. Auf der Microsoft-Entwicklerkonferenz Build 2026 stellte der Konzern zudem die sogenannten Microsoft Execution Containers (MXC) vor, die der Isolation von KI-Agenten dienen sollen.

Anzeige

Während Experten über die Vorteile verschiedener Kernel-Architekturen debattieren, suchen viele Anwender nach einer stabilen und sicheren Alternative für ihren PC. Das kostenlose Linux-Startpaket zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ubuntu parallel zu Windows installieren – ohne Risiko und ohne Datenverlust. Gratis Linux-Startpaket inklusive Ubuntu sichern

Kritik an der Einordnung

Kirks Thesen blieben jedoch nicht unwidersprochen. Sowohl windowslatest.com als auch die russische Seite hardio.ru ordneten die Argumentation der Google-Forscherin als nicht durch belegte Sachfakten gestützt ein. Die Debatte über die technischen Vorzüge der beiden konkurrierenden Kernel-Architekturen, die seit Jahrzehnten die IT-Branche prägen, dürfte damit auch nach Kirks Wortmeldung kontrovers bleiben.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70190021 |