Windows-Lizenzgebühren: Microsoft erhöht OEM-Preise um bis zu 10%
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 09:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Kosten für Computersysteme und Hardwarekomponenten verzeichnen eine deutliche Aufwärtsbewegung. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist Microsoft, wobei das Unternehmen die Lizenzgebühren für Windows-OEM-Partner mit Wirkung zum Juli 2026 um durchschnittlich 7 bis 10 % angehoben hat.
In der Vergangenheit waren in diesem Bereich lediglich Steigerungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich üblich. Während die Preise für OEM-Partner steigen, bleiben die Retail-Preise für Endkunden im Einzelhandel mit 99 US-Dollar für die Home-Version und 199 US-Dollar für die Pro-Version von Windows 11 unverändert.
Preisdruck bei Komplettsystemen und Laptops
Die Erhöhung der Lizenzgebühren wirkt sich unmittelbar auf die Preisgestaltung der Hardware-Hersteller aus. Branchenanalysten erwarten für das dritte Quartal 2026 einen weiteren Preisanstieg von etwa 5 % für Windows-basierte Systeme. Namhafte Hersteller wie ASUS und Acer haben ihre Preise bereits angepasst; auf dem taiwanischen Markt wurde seit dem vierten Quartal 2025 ein Anstieg von 30 % beobachtet.
Diese Entwicklung betrifft alle Geräteklassen. Laptops, die zuvor in einem Preisbereich von 1.200 bis 1.500 US-Dollar lagen, werden nun für rund 2.000 US-Dollar angeboten. Einstiegsmodelle, die früher für 600 bis 800 US-Dollar beziehungsweise Euro erhältlich waren, kosten inzwischen etwa 1.000 US-Dollar oder Euro.
Auch Microsoft selbst hat die Preise für Surface-Geräte um 400 bis 500 US-Dollar angehoben, während Apple die Preise für Mac-Systeme um mehrere hundert US-Dollar steigerte.
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Intel-Vizepräsident Robert Hallock beschrieb den aktuellen PC-Markt als zweigeteilt. Während das Mainstream-Segment unter der Preisentwicklung leide, werde der High-End-Bereich für viele Kunden unerschwinglich.
Der CFO von Intel verwies darauf, dass die Preise aufgrund der Inflation steigen und diese Kosten an die Kunden weitergegeben werden müssten. Für kommende Nova-Lake-CPUs mit 3D-VCache werden Preise von über 700 US-Dollar erwartet. Als Reaktion auf den Kostendruck plant das Unternehmen Budget-Konfigurationen mit einer 4P+0E+4LPE-Architektur.
Massive Preissteigerungen bei Speicherkomponenten
Besonders drastisch stellt sich die Situation auf dem Markt für Speichermodule dar. Laut Marktforschern von Gartner könnten die Preise für DRAM und SSDs bis Ende 2026 um 130 % über dem Niveau von Ende 2025 liegen.
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Ein 16-GB-RAM-Riegel, der im Januar noch für 32 US-Dollar erhältlich war, kostet mittlerweile zwischen 125 und 160 US-Dollar. Insgesamt stiegen die RAM-Preise zuletzt um 27 bis 39 %.
Die Konsolidierung des Marktes verschärft die Lage zusätzlich. Micron stellte die Produktion seiner Crucial-Linie bereits bis Ende Februar 2026 ein. Der Speicherhersteller SK Hynix prüft derzeit Standorte für eine neue Frontend-Waferfabrik in den USA, weist jedoch darauf hin, dass die Baukosten dort doppelt so hoch seien wie in Südkorea.
Der Chairman von SK Hynix, Chey, prognostizierte zudem, dass das Jahr 2027 die schwerste Phase der Speicherknappheit bringen werde, da die Nachfrage die Produktion fast um das Doppelte übersteige.
Engpässe bei Grafikkarten durch KI-Boom
Zusätzlich zu den steigenden Lizenz- und Speicherkosten belastet die hohe Nachfrage nach KI-Hardware die Verfügbarkeit von Grafikkarten. Die PC Partner Group warnte vor einer Verschärfung der Knappheit in der zweiten Jahreshälfte 2026, wovon insbesondere Einstiegsmodelle betroffen seien. Ursächlich hierfür sei die enorme Nachfrage nach GPUs und spezialisiertem Speicher für KI-Anwendungen.
Trotz der schwierigen Marktlage für Konsumenten meldete die PC Partner Group für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von 6,45 Milliarden Hongkong-Dollar. Der Nettogewinn des Unternehmens verdoppelte sich im selben Zeitraum auf 545,5 Millionen Hongkong-Dollar.
Die durchschnittlichen Verkaufspreise stiegen im Vorjahresvergleich um 10,7 %. Gleichzeitig haben sich die Lieferzeiten für CPUs, Speicher und andere wichtige Komponenten deutlich verlängert.
