Windows-Lizenzen, Microsoft

Windows-Lizenzen: Microsoft erhöht OEM-Gebühren um 7 bis 10%

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 12:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft verteuert Windows-11-Lizenzen für PC-Hersteller um bis zu zehn Prozent. Branchenkenner rechnen mit spürbar höheren Endkundenpreisen im dritten Quartal.

Microsoft erhöht Windows-11-Lizenzgebühren: Höhere PC-Preise erwartet
Moderne Montagelinie für Laptops in einer Fabrik mit Fokus auf die Hardware-Komponenten und Gehäuse Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft hat ab Juli 2026 die Lizenzgebühren angehoben, die PC-Hersteller für die Vorinstallation von Windows 11 zahlen müssen. Nach Angaben von PC-Markenherstellern liegt die Erhöhung im Schnitt bei 7 bis 10 Prozent, gestaffelt nach Prozessorleistung der jeweiligen Geräte. Von der Anpassung betroffen sind unter anderem Dell, Asus und Acer.

Für Endkunden ändert sich bei den regulären Windows-11-Einzelhandelspreisen zunächst nichts: Die Home-Version bleibt bei 99 US-Dollar, die Pro-Version bei 199 US-Dollar. Die Mehrkosten schlagen jedoch über die Gerätepreise der Hersteller durch, da diese die höheren Lizenzgebühren an die Käufer weitergeben.

Höhere Endpreise für PCs erwartet

Nach Einschätzungen aus der Branche werden die Preise für PC-Endprodukte im dritten Quartal 2026 um etwa 5 Prozent steigen. Asus und Acer haben in Taiwan bereits Preiserhöhungen von rund 5 Prozent angekündigt. Bei Asus liegen die Preise in Taiwan seit dem vierten Quartal 2025 bereits um fast 30 Prozent höher.

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Auch bei konkreten Gerätekategorien zeichnet sich eine spürbare Verteuerung ab: Laptops, die bislang in der Preisklasse von 600 bis 800 Euro angesiedelt waren, kosten inzwischen häufig näher an 1.000 Euro, während Premium-Ultraportables in Richtung 2.000 Euro rücken. Neben den höheren Windows-Lizenzgebühren trägt auch eine Knappheit bei Komponenten wie RAM und SSD-Speicher zu den steigenden Hardwarepreisen bei.

Auch Apple und Microsofts eigene Geräte betroffen

Die Preisentwicklung beschränkt sich nicht auf Windows-Lizenzen allein: Auch Apple hat die Preise für Mac-Geräte um mehrere hundert Dollar angehoben. Microsoft selbst erhöhte zudem die Preise für seine eigenen Surface-Geräte um 400 bis 500 US-Dollar. Bereits im April 2026 hatte Microsoft die Surface-Preise wegen der RAM-Knappheit angepasst.

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Preissetzungsmacht trotz schwächerer Nachfrage

Die Erhöhung der OEM-Lizenzgebühren wird von Beobachtern als Zeichen der Preissetzungsmacht Microsofts im Windows-Ökosystem gewertet. Das fällt in eine Phase, in der der globale PC-Absatz insgesamt unter Druck steht: Nach Daten von Counterpoint Research wurden im zweiten Quartal 2026 weltweit rund 65 Millionen PC-Einheiten ausgeliefert, ein Rückgang von 4 Prozent im Jahresvergleich. Auch die PC-Lieferungen insgesamt sind zuletzt deutlich gesunken.

Für Verbraucher bedeutet die Kombination aus höheren OEM-Lizenzgebühren, Komponentenknappheit und sinkender Nachfrage, dass der Kauf eines neuen Windows-PCs in den kommenden Monaten voraussichtlich teurer wird, ohne dass sich dies unmittelbar in den offiziellen Windows-11-Einzelhandelspreisen niederschlägt.

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