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Windows 11: Sicherheitsupdate stürzt AMD-Systeme in die Todesschleife

07.05.2026 - 14:59:43 | boerse-global.de

Das April-Update KB5083769 legt AMD-Rechner lahm und blockiert Backup-Treiber. Microsoft reagiert mit Führungswechsel und KI-Kurskorrektur.

Windows 11: Sicherheitsupdate stürzt AMD-Systeme in die Todesschleife - Foto: über boerse-global.de
Windows 11: Sicherheitsupdate stürzt AMD-Systeme in die Todesschleife - Foto: über boerse-global.de

Das Update KB5083769 bringt Rechner mit AMD-Prozessoren zum Absturz – und legt gleichzeitig Backup-Systeme in Unternehmen lahm. Dazu kommen Führungswechsel und eine strategische Kehrtwende bei der KI-Integration.

Todesschleife für AMD-Rechner

Das Sicherheitsupdate KB5083769 entwickelt sich zum Albtraum für Windows-11-Nutzer mit AMD-Hardware. Betroffene berichten von einer verheerenden Fehlerkette: Zunächst erscheinen verpixelte Bildstörungen auf dem Bildschirm, dann folgt der berüchtigte Blue Screen of Death (BSOD) . Die automatischen Reparaturtools des Systems versagen in vielen Fällen – der Computer bleibt in einer Endlosschleife aus Neustarts gefangen.

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Einige Nutzer konnten das Update über den abgesicherten Modus deinstallieren. Bei anderen war selbst dieser nicht mehr erreichbar. Ihr einziger Ausweg: eine komplette Neuinstallation des Betriebssystems.

Die Ursache liegt offenbar in einer Inkompatibilität zwischen dem Patch und bestimmten AMD-Treibern. Microsoft hat bislang keine offizielle Lösung veröffentlicht. Dabei sollte das Update eigentlich Sicherheitslücken schließen – stattdessen hat es neue operationelle Risiken geschaffen. Experten vermuten, dass die Konflikte auf tief liegende Treiber-Interaktionen zurückgehen, die in der Testphase nicht ausreichend geprüft wurden.

Backup-Chaos durch Treiber-Blockade

Doch die Probleme beschränken sich nicht auf Abstürze. Die April-Updates – darunter KB5083769, KB5083631 und KB5082052 – blockieren über die sogenannte Vulnerable Driver Blocklist den Treiber psmounterex.sys. Dieser ist eine Kernkomponente führender Backup-Lösungen wie Acronis Cyber Protect Cloud, Macrium Reflect, NinjaOne Backup und UrBackup.

Die Folge: Sicherungen schlagen flächendeckend fehl. Administratoren melden VSS-Zeitüberschreitungen und die Fehlermeldung „VSS_E_BAD_STATE". Datenschutz-Workflows kommen zum Erliegen – und zwar systemübergreifend auf Windows 10, Windows 11 und Windows Server.

Microsoft empfiehlt, die Backup-Software auf Versionen zu aktualisieren, die den blockierten Treiber nicht mehr nutzen. Wer das Update deinstalliert, stellt zwar die Backup-Funktion wieder her, macht seine Systeme aber angreifbar für die Sicherheitslücke CVE-2023-43896, die der Blocklist zugrunde liegt.

Defender schlägt Fehlalarm – Edge mit Sicherheitslücke

Parallel sorgt Microsofts eigene Sicherheitssoftware für Ärger. Ende April begann der Microsoft Defender, legitime DigiCert-Wurzelzertifikate fälschlicherweise als Schadsoftware zu identifizieren – konkret als „Trojan:Win32/Cerdigent.A!dha". Die Folge: Die Zertifikate wurden aus dem Windows-Vertrauensspeicher entfernt, was SSL/TLS-Verbindungen zu Websites und VPNs weltweit unterbrach.

Der Fehler geht auf eine zu weit gefasste Erkennungslogik zurück, die nach einem Sicherheitsvorfall bei DigiCert im Frühjahr implementiert wurde. Microsoft lieferte mit dem Security Intelligence Update 1.449.430.0 einen Fix – doch der Vorfall wirft Fragen zur Präzision der automatisierten Bedrohungserkennung auf.

Noch brisanter: Datenschutzforscher schlagen Alarm wegen des Microsoft Edge-Browsers. Unabhängige Analysen zeigen, dass Edge beim Start sämtliche gespeicherten Passwörter im Klartext in den Arbeitsspeicher lädt – unabhängig davon, ob der Nutzer die zugehörigen Webseiten besucht hat. Microsoft bezeichnet dies als Design-Entscheidung. Sicherheitsexperten sehen darin ein erhebliches Risiko, insbesondere in Unternehmensumgebungen mit Citrix oder Virtual Desktop Infrastrukturen. Ein Angreifer mit Administratorrechten könnte aus einem einzigen Speicherabbild die Passwörter mehrerer Nutzer extrahieren. Andere Chromium-basierte Browser entschlüsseln Passwortdaten dagegen nur bei Bedarf.

Führungswechsel und KI-Kurskorrektur

Vor diesem technischen Problemhintergrund vollzieht Microsoft einen tiefgreifenden Führungswechsel. Rajesh Jha, seit 35 Jahren im Unternehmen und zuletzt Executive Vice President für Experiences and Devices, geht im Sommer in den Ruhestand. Seine Nachfolge ist Teil einer umfassenden Neuorganisation:

  • Ryan Roslansky, bisher CEO von LinkedIn, übernimmt die neu geschaffene Work Experiences Group und verantwortet künftig Microsoft Teams und die Office-Suite.
  • Dan Shapero wird neuer LinkedIn-CEO.
  • Charles Lamanna leitet die neue Einheit „Copilot, Agents, and Platform (CAP)", die Microsoft 365 und Dynamics 365 mit der KI-Agenten-Plattform verschmelzen soll.

Gleichzeitig fährt Microsoft seine KI-Ambitionen in bestimmten Bereichen zurück. Nach Qualitätsproblemen im Jahr 2025 entfernt der Konzern den Copilot-Button aus der Snipping Tool- und der Fotos-App und zieht sich von mobilen und Konsolen-Plattformen zurück. Stattdessen konzentriert sich Microsoft auf den Unternehmenssektor, wo die Copilot-Abonnements auf rund 20 Millionen Nutzer angewachsen sind.

Ausblick: Was auf IT-Administratoren zukommt

Für IT-Verantwortliche stehen wichtige Termine bevor. Ein Pflichtupdate am 12. Mai 2026 soll mehrere Altlasten aus dem April-Zyklus beseitigen – darunter Speicherlecks im Delivery Optimization-Dienst und einen „White-Flash"-Bug im Dunkelmodus des Datei-Explorers. Zudem hebt das Update das FAT32-Formatierungslimit von 32 GB auf 2 TB an – eine langjährige Einschränkung des Windows-Dateisystems.

Im Kommunikationsbereich treibt Microsoft die „New Outlook"-Architektur voran. Die Zwangs-Migration für Organisationen wurde zwar auf 2027 verschoben, um mehr Vorbereitungszeit zu geben. Die Outlook Lite-App wird jedoch bis Ende Mai 2026 komplett eingestellt.

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Neu im Portfolio: das Microsoft 365 E7 Frontier Suite-Abonnement für rund 99 Euro pro Nutzer und Monat. Es bündelt die fortschrittlichsten Sicherheits- und KI-Funktionen des Konzerns.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Microsoft den Spagat zwischen rasanter KI-Innovation und der grundlegenden Stabilität seines Betriebssystems meistert. Mit den hardware-spezifischen „Todesschleifen" und den Treiberkonflikten hat das zweite Quartal jedenfalls holprig begonnen.

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