Windows, Secure-Boot-Zertifikate

Windows 11: Secure-Boot-Zertifikate müssen bis 27. Juni aktualisiert werden

27.05.2026 - 19:00:28 | boerse-global.de

Microsoft startet die Verteilung von Windows 11 25H2. Nutzer müssen bis Ende Juni ihre Secure-Boot-Zertifikate erneuern.

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Der Rollout begann am 26. Mai 2026 und markiert einen entscheidenden Schritt im Lebenszyklus des Betriebssystems. Gleichzeitig müssen Nutzer bis zum 27. Juni 2026 dringend ihre Secure-Boot-Zertifikate aktualisieren – sonst drohen Systemausfälle.

Neustart leicht gemacht: Tools und Funktionen für die Neuinstallation

Mit der Umstellung auf 25H2 steigt die Nachfrage nach Werkzeugen, die den Neuaufbau eines Systems vereinfachen. Viele Anwender wechseln von der inzwischen nicht mehr unterstützten Version 23H2 (Support-Ende November 2025) auf die aktuelle Build und benötigen dafür eine saubere Installation. Automatisierungsdienste wie Ninite helfen dabei, nach einem System-Reset Dutzende Programme mit einem einzigen Installer zu laden – ohne lästige Toolbars oder Bloatware.

Microsoft selbst arbeitet an einer eigenen Lösung: Die Funktion „Cloud-initiated Driver Recovery“ soll künftig automatisch fehlerhafte Treiber-Updates rückgängig machen können. Bislang müssen Nutzer bei Problemen einen zehnschrittigen manuellen Prozess über den Geräte-Manager durchlaufen.

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Auch die Hardware-Hersteller passen sich an. NVIDIA veröffentlichte am 26. Mai den Treiber GeForce 610.47, der das klassische NVIDIA Control Panel endgültig entfernt hat. Die Funktionen sind nun vollständig in die einheitliche NVIDIA-App integriert – lediglich Nutzer von RTX-PRO-Karten behalten vorerst Zugriff auf die alte Oberfläche.

Technische Hürden und kritische Sicherheitsfristen

Der Umstieg auf 25H2 verläuft nicht reibungslos. Ein schwerwiegender Fehler blockiert die Installation des Sicherheitsupdates KB5089549. Betroffen sind Systeme, bei denen die EFI-Systempartition (ESP) weniger als zehn Prozent freien Speicher oder konkret weniger als zehn Megabyte Platz aufweist. Der Installationsprozess scheitert dann bei 35 bis 36 Prozent des Neustarts mit dem Fehlercode 0x800f0922. Microsoft empfiehlt als Übergangslösung einen Registry-Eingriff zur Anpassung des „EspPaddingPercent“-Werts – ein dauerhafter Fix ist für ein kommendes Update angekündigt.

Deutlich drängender ist die Secure-Boot-Zertifikatsfrist: Bis zum 27. Juni 2026 müssen alle Nutzer ihre Zertifikate aktualisieren. Die Original-Zertifikate aus dem Jahr 2011 laufen ab. Wer nicht auf die neuen 2023er-Zertifikate umstellt, riskiert kritische Boot-Fehler oder Kompatibilitätsprobleme. Der Patch wird über Windows Update ausgeliefert – allerdings nicht an ältere Windows-10-Geräte, die keine Sicherheitsupdates mehr erhalten.

Ein weiterer hartnäckiger Bug blockiert seit Februar 2026 alle Windows-11-Updates für einige Nutzer. Der Fehler 0x80010002 geht auf Updates vom Januar zurück. Microsoft arbeitet an einer endgültigen Lösung für betroffene Systeme unter 24H2, 25H2 und Windows Server 2025.

Neue Funktionen: Gemeinsames Hören und KI im Task-Manager

Am 26. Mai veröffentlichte Microsoft das Vorschau-Update KB5089573 für die Versionen 24H2 und 25H2. Es bringt mehrere Neuerungen:

  • Shared Audio über Bluetooth LE: Zwei Kopfhörer können gleichzeitig mit einem Gerät verbunden werden
  • NPU-Auslastung im Task-Manager
  • Multi-App-Kamera-Funktion
  • Verbesserungen für die Bildschirmlupe und Windows Hello

Für Nutzer älterer Hardware, die die offiziellen Windows-11-Anforderungen nicht erfüllen (etwa fehlendes TPM 2.0), bleibt das inoffizielle Projekt Tiny11 eine riskante Alternative. Die abgespeckte Version entfernt Kernanwendungen wie Edge und OneDrive. Sicherheitsexperten warnen jedoch: Diese Versionen erhalten keine regelmäßigen Updates und benötigen trotzdem eine gültige Windows-Lizenz. Für alte Geräte empfehlen Fachleute eher Linux oder ChromeOS Flex.

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Lebenszyklus-Management und der Schwenk zur KI

Der aktuelle Rollout von 25H2 ist Teil einer größeren Strategie: Microsoft veut die Nutzerbasis auf eine moderne, KI-integrierte Plattform bringen. Der Zeitplan ist eng: Während der Support für 23H2 bereits endete, läuft die Unterstützung für 24H2 im Oktober 2026 aus. Unternehmen haben also nur noch wenige Monate Zeit für die Migration.

Die Version 25H2 bringt die andockbare Copilot-Seitenleiste zurück und führt den „AI-Explorer“ ein. Dieser ermöglicht die lokale Verarbeitung von Bildbearbeitung und Textzusammenfassungen auf Copilot+-PCs. Die traditionelle Taskleisten-Suche soll durch eine „Ask Copilot“-Funktion ersetzt werden. Mit „Click to Do“ lassen sich Daten aus PDFs und Bildern direkt in Excel-Tabellen umwandeln – verarbeitet von den lokalen Neural Processing Units (NPUs).

Ausblick: Stabilität vor KI-Revolution

Microsoft steht vor einer doppelten Herausforderung: Die aktuellen Update-Bugs müssen behoben werden, und die Secure-Boot-Zertifikatsmigration muss vor dem 27. Juni abgeschlossen sein. Nur dann kann der Fokus vollständig auf die KI-Zukunft gelegt werden.

Der Wettbewerb bleibt hart: Google hält im April 2026 rund 80 Prozent im Suchmarkt, Microsofts Bing kommt auf etwa zehn Prozent. Rund die Hälfte aller Nutzer nutzt inzwischen KI-Chat-Funktionen. Mit der lokalen KI-Verarbeitung in Windows 11 25H2 will Microsoft seinen Anteil am wachsenden digitalen Arbeitsplatz vergrößern. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die neuen Wiederherstellungswerkzeuge und KI-Features ausreichen, um die Nutzer bei der Stange zu halten – während die Support-Fenster für ältere Versionen langsam schließen.

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