Windows-11-Patch: Microsoft stopft Rekord von 570 Sicherheitslücken
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 09:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neue Sicherheitsfunktion blockiert Bildschirmfotos sensibler PDF-Dokumente im Browser.
Microsoft rüstet seine Cloud-Plattform OneDrive mit einem ungewöhnlichen Schutzmechanismus auf. Künftig sollen Unternehmen verhindern können, dass Mitarbeiter vertrauliche PDF-Dokumente per Screenshot abfotografieren – zumindest solange sie im Microsoft Edge-Browser geöffnet werden. Die Funktion richtet sich vor allem an Firmenkunden, die hochsensible Daten verwalten.
Wie die Screenshot-Sperre funktioniert
Die neue Sicherheitsebene basiert auf Microsoft Purview Information Protection. Administratoren aktivieren sie über die Richtlinie „Do Not Allow Screen Capture". Das System erkennt als vertraulich markierte PDFs und unterbindet sämtliche Screenshot-Versuche während der Anzeige im Browser. Ergänzend können IT-Verantwortliche bereits heute den Download solcher Dokumente komplett sperren.
Die Funktion startet zunächst exklusiv für Geschäftskunden mit Microsoft Edge. Das Unternehmen kündigte jedoch an, den Schutz später auch auf andere Browser und mobile Apps auszuweiten. Die allgemeine Verfügbarkeit ist für Ende August 2026 geplant.
Malware-Welle trifft Cloud-Dienste
Der Zeitpunkt der Ankündigung ist kein Zufall. Microsoft hatte zuletzt vor einer massiven Zunahme von ACR-Stealer-Angriffen gewarnt. Zwischen Ende April und Mitte Juni 2026 beobachteten Sicherheitsexperten eine regelrechte Welle dieser Schadsoftware. Hinter dem „Malware-as-a-Service"-Angebot vermuten Forscher eine Neuauflage des bekannten Amatera-Stealers.
Die Schadsoftware zielt gezielt auf OneDrive und SharePoint ab – und stiehlt nicht nur Browser-Passwörter und Authentifizierungstoken, sondern auch sämtliche Dokumenttypen, die in den Microsoft-Clouds lagern.
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Kritische SharePoint-Lücke bleibt Risiko
Nur wenige Tage vor der Ankündigung, am 16. Juli 2026, hatte die US-Cybersicherheitsbehörde CISA eine schwerwiegende Sicherheitslücke in SharePoint Server in ihren Katalog bekannter Schwachstellen aufgenommen. Die als CVE-2026-58644 gelistete Lücke ermöglicht Angreifern das Ausführen von Schadcode aus der Ferne – ohne Authentifizierung.
Microsoft hatte den Fehler zwar bereits am 14. Juli 2026 mit einem Patch geschlossen. Doch für ungepatchte Systeme bleibt die Gefahr akut: Nach einer erfolgreichen Ausnutzung können Angreifer IIS-Maschinen-Schlüssel stehlen und damit weitere Systeme kompromittieren.
Support-Ende für alte Windows-10-Versionen
Parallel zu den Sicherheitsupdates passt Microsoft auch die Support-Bedingungen für OneDrive an. Ab dem 15. August 2026 erhalten ältere Windows-10-Versionen – konkret alle Builds vor Version 22H2 – keine Updates oder technischen Support mehr für die OneDrive-Synchronisation. Zwar läuft der Dienst dann vermutlich noch, doch Microsoft empfiehlt dringend das Update. Windows 10 Version 22H2 selbst wird noch bis zum 10. Oktober 2028 unterstützt.
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KI-gestützte Produktivität und Rekord-Patchday
Nicht nur Sicherheit, auch Produktivität steht im Fokus. Im Juli 2026 erweiterte Microsoft die Copilot-Funktionen in SharePoint. Nutzer können jetzt direkt aus der Plattform heraus Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumente generieren lassen. Eine neue Befehlssuche hilft zudem dabei, automatisierte Workflows wiederzuverwenden.
Der Patch-Day im Juli 2026 (KB5101650) für Windows 11 war mit 570 geschlossenen Sicherheitslücken der bislang umfangreichste. Microsoft führt die Rekordzahl auf den verstärkten Einsatz KI-gestützter Analysewerkzeuge zurück. Neben Sicherheitsfixes brachte das Update auch neue Funktionen wie eine Bildschirmtönung und eine Zeitpunkt-Wiederherstellungsoption.
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