Windows 11: Papierkorb-Bug zeigt interne Dateinamen statt Bezeichnungen
29.06.2026 - 17:57:52 | boerse-global.de
Gleichzeitig zeigt ein Bastler, dass das System auf Hardware aus den frühen 2000ern läuft.
Das Low-Latency-Profil kommt in die Breite
Mit dem optionalen Update KB5095093 vom Juni 2026 weitet Microsoft die Verfügbarkeit seines Low Latency Profiles (LLP) aus. Die Funktion soll die Windows-Oberfläche spürbar flüssiger machen – insbesondere das Startmenü, die Benachrichtigungen und die Schnelleinstellungen.
Das Prinzip ist simpel: Wenn der Nutzer eines dieser Elemente aufruft, werden für weniger als drei Sekunden CPU-Ressourcen umverteilt. Das Ergebnis sind kürzere Wartezeiten und eine direktere Bedienung. Branchenbeobachter berichten, dass der Effekt auf älteren oder schwächer ausgestatteten Rechnern besonders deutlich ausfällt.
Der Rollout erfolgt schrittweise über das gesamte Jahr 2026. Nutzer können die Aktivität des Profils mit Systemmonitoring-Tools überprüfen – sie zeigt sich in kurzen CPU-Ausschlägen bei UI-Interaktionen. Aktuell konzentriert sich die Optimierung auf die Systemoberfläche, nicht auf Drittanbieter-Programme.
Ein Core 2 Quad aus den 2000ern als Testobjekt
Die Ausweitung der Software-Optimierung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussion um Microsofts Hardware-Vorgaben neue Nahrung erhält. Ein Entwickler mit dem Pseudonym O_MORES hat Windows 11 erfolgreich auf einem System aus der Zeit um 2007 installiert und betrieben.
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Die Konfiguration liest sich wie ein Museumsstück: Intel Core 2 Quad Q6600, DDR1-Arbeitsspeicher und eine ATI Radeon HD 4650 AGP-Grafikkarte. Das System lief stabil – inklusive AGP-Beschleunigung und H.264-Dekodierung. Sogar anspruchsvolle ältere Spiele sollen problemlos gelaufen sein.
Der Clou: O_MORES nutzte die IoT-Version von Windows 11, die nicht die gleichen UEFI- und TPM-2.0-Anforderungen durchsetzt wie die Standardversion. Das befeuert die seit Jahren schwelende Debatte: Sind Microsofts offizielle Mindestanforderungen – 1-GHz-Dual-Core-CPU, 4 GB RAM und TPM 2.0 – wirklich technisch notwendig oder eher politisch motiviert?
Neuer Bug im Papierkorb bestätigt
Neben den Fortschritten gibt es auch eine Panne. Microsoft bestätigte am 29. Juni 2026 einen neuen Fehler, der sowohl Windows 10 als auch Windows 11 betrifft. Nach der Installation des Updates KB5094126 zeigt der Papierkorb beim Löschen von Dateien interne Dateinamen anstatt der tatsächlichen Bezeichnungen.
Das Problem betrifft Versionen von Windows 10 22H2 bis zu den aktuellsten Windows-11-Builds sowie verschiedene Server-Editionen. Ein Fix befinde sich in Entwicklung, teilte das Unternehmen mit.
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Hardware-Markt unter Druck: 8 GB RAM als neuer Standard?
Während Microsoft an der Software-Schraube dreht, bewegt sich der Hardware-Markt in eine andere Richtung. Marktforscher von TrendForce beobachten eine Verschärfung der Spezifikationen im Mittelklasse-Segment. Grund sind die stark gestiegenen Speicherkosten.
Einige Hersteller planen demnach, Mittelklasse-Laptops in der Preisklasse zwischen 600 und 1.100 Euro auf 8 GB RAM zu begrenzen. Das steht im Widerspruch zu den steigenden Anforderungen aktueller Software. Ein Beispiel: Die kürzlich veröffentlichten PC-Spezifikationen für „Gears of War: E-Day" verlangen mindestens 12 GB RAM und eine RTX 2060 oder RTX 5050 – für optimale Leistung werden 16 GB empfohlen.
Die jüngsten Updates für den Windows-Datei-Explorer zielen zwar auf mehr Geschwindigkeit und geringeren RAM-Verbrauch ab, indem doppelte Dateiprüfungen entfernt wurden. Ob das reicht, um die Schere zwischen Software-Anspruch und Hardware-Realität zu schließen, bleibt abzuwarten.
