Windows 11: Microsoft testet KI-Speicherverwaltung IntelligentCarveout
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 21:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft experimentiert in einer aktuellen Testversion von Windows 11 mit einer neuen Funktion, die eine präzisere Kontrolle über den gemeinsamen Arbeitsspeicher (Unified Memory) ermöglichen soll. Die als „IntelligentCarveout“ bezeichnete Funktion wurde in einem Insider Build entdeckt, der Mitte August veröffentlicht wurde.
Ziel der Entwicklung ist es offenbar, Nutzern die manuelle Reservierung von Systemspeicher für Grafik- und KI-Anwendungen zu erlauben, um die Leistungsfähigkeit spezialisierter Hardware besser auszuschöpfen.
Flexible Speicherverwaltung für leistungsstarke Hardware
Die Neuerung wurde in der Windows 11 Insider Build 29648 identifiziert, welche am 17. August 2026 bereitgestellt wurde. In der vorliegenden Version ist „IntelligentCarveout“ jedoch noch nicht offiziell als sichtbare Option integriert. Fachberichten zufolge handelt es sich um eine versteckte Funktion, die derzeit nur über externe Werkzeuge wie das ViveTool aktiviert werden kann.
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Der Kern der Funktion liegt in der manuellen Zuweisung von Ressourcen innerhalb von Unified-Memory-Architekturen. In modernen Systemen teilen sich der Hauptprozessor und die Grafikeinheit häufig denselben physischen Speicher. Während das Betriebssystem diesen Speicher normalerweise dynamisch verwaltet, erlaubt die neue Funktion eine feste Zuweisung von Kapazitäten als dedizierter Videospeicher (VRAM) oder für spezifische KI-Berechnungen.
Unterstützung für AMD Strix Halo und Nvidia RTX Spark
Besonders relevant ist diese Entwicklung für kommende Hardware-Generationen, die auf sehr große Mengen an gemeinsamem Arbeitsspeicher setzen. Analysen der Build-Daten deuten darauf hin, dass die Funktion unter anderem für den AMD Strix Halo, konkret für den Ryzen AI Max+ 395, optimiert wird.
Bei diesem System soll es möglich sein, von insgesamt 128 GB Arbeitsspeicher bis zu 96 GB exklusiv als VRAM zu reservieren. Eine solche Kapazität würde die Ausführung komplexer lokaler KI-Modelle oder grafikintensiver Anwendungen ermöglichen, die bisher spezialisierten Profi-Grafikkarten vorbehalten waren.
Neben AMD-Lösungen adressiert Microsoft mit der Funktion offenbar auch geplante Systeme von Nvidia. Berichten zufolge ist die Unterstützung für die Nvidia RTX Spark vorgesehen. Diese Plattform soll mit bis zu 128 GB LPDDR5X-Speicher ausgestattet sein, wobei die manuelle Speicherreservierung über Windows 11 sicherstellen könnte, dass für anspruchsvolle Aufgaben stets genügend adressierbarer Speicher zur Verfügung steht.
Status der Veröffentlichung bleibt offen
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Obwohl die Funktion in der Build-Version 29648.1000 bereits technisch angelegt ist, hat Microsoft diese bisher nicht offiziell angekündigt oder für die allgemeine Nutzung im stabilen Zweig von Windows 11 freigegeben.
In der Fachwelt wird die Integration von „IntelligentCarveout“ als Reaktion auf den wachsenden Bedarf an lokaler Rechenleistung für generative KI-Anwendungen gewertet. Durch die Möglichkeit, große Teile des Arbeitsspeichers fest für die Grafik- oder KI-Einheit zu reservieren, könnten Engpässe bei der dynamischen Speicherverteilung vermieden werden.
Wann und in welcher Form die manuelle Speicherverwaltung für alle Nutzer verfügbar sein wird, ist derzeit noch unklar. Da die Funktion in den Insider-Builds als experimentell eingestuft wird, könnten bis zu einer finalen Implementierung noch weitreichende Änderungen am Interface und der Funktionsweise vorgenommen werden.
Experten beobachten jedoch, dass die enge Verzahnung von Betriebssystem-Funktionen mit High-End-Chipsätzen wie der Ryzen-AI-Serie und der RTX-Spark-Plattform einen strategischen Fokus von Microsoft auf den Bereich der lokalen KI-Beschleunigung unterstreicht.
