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Windows 11: Microsoft schließt Rekord von 570 Sicherheitslücken

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 05:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsofts Juli-Patch schließt Rekordzahl an Schwachstellen, darunter drei aktiv ausgenutzte Zero-Day-Lücken. Neue Funktionen ergänzen das Update.
Leuchtendes digitales Schildsymbol aus Leiterbahnspuren, das Cybersicherheit und Datenschutz vor dunklem, technischem Hintergrund darstellt. Illustration mit AI erstellt.

Microsoft hat im Juli 2026 ein beispielloses Update-Paket für Windows 11 veröffentlicht. Mehr als 570 Sicherheitslücken wurden geschlossen – so viele wie nie zuvor.

Der Juli begann mit einem Paukenschlag für Windows-Nutzer. Am Patch Tuesday (14. Juli) rollte Microsoft das Update KB5101650 aus, das eine Rekordzahl an Sicherheitslücken schließt. Experten zählten mindestens 570 Schwachstellen, einige Quellen kommen sogar auf 722 – inklusive Chromium-basierter Fehler. Möglich wurde dieser Rekord auch durch den Einsatz von KI-gestützter Schwachstellenerkennung, die Microsoft unter dem Namen MDASH eingeführt hat.

Drei Zero-Day-Lücken bereits ausgenutzt

Besonders alarmierend: Drei der geschlossenen Sicherheitslücken waren bereits vor dem Update öffentlich bekannt oder wurden aktiv ausgenutzt. Zwei Zero-Day-Schwachstellen – CVE-2026-56155 in den Active Directory Federation Services (AD FS) und CVE-2026-56164 im SharePoint Server – waren Hackern bereits bekannt. Eine dritte Lücke, CVE-2026-50661, ermöglichte bei physischem Zugriff die Umgehung des BitLocker-Schutzes.

Mit einem CVSS-Score von 9,6 sticht zudem die Schwachstelle CVE-2026-48561 hervor: Sie erlaubt Code-Ausführung aus der Ferne in Microsofts KI-Assistenten Copilot.

Nur drei Tage nach dem Patch Tuesday veröffentlichte der Sicherheitsforscher Nightmare Eclipse einen Exploit für eine weitere Zero-Day-Lücke. Die als "LegacyHive" bezeichnete Schwachstelle betrifft den Windows User Profile Service und könnte Angreifern mit sekundären Zugangsdaten Administratorrechte verschaffen – selbst auf vollständig aktualisierten Systemen. Microsoft prüft den Vorfall.

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Neue Wiederherstellungstools und Notfall-Update

Am 18. Juli folgten die Updates KB5106056, KB5101719 und KB5099551, die speziell die Zuverlässigkeit der Windows-Wiederherstellungsumgebung verbessern. Gleichzeitig aktualisierte Microsoft das Media Creation Tool: Es integriert nun die Juli-Sicherheitsupdates für Windows 11 Version 24H2 und 25H2. So sind Neuinstallationen von Anfang an geschützt.

Ein Notfall-Update (KB5121767) am 19. Juli adressierte einen Konflikt zwischen den kumulativen Updates und bestimmten Intel-Treibern auf Dell-PCs. Betroffene Geräte hatten mit plötzlichen Abstürzen und Überhitzungsproblemen zu kämpfen.

Fünf neue Funktionen für den Alltag

Neben der Sicherheitsoffensive bringt das Sommer-Update auch praktische Neuerungen:

  • Point-in-time Restore: Nutzer können System-Snapshots erstellen und Windows innerhalb von 72 Stunden auf einen früheren Zustand zurücksetzen. Voraussetzung: mindestens 200 GB freier Speicherplatz.
  • Widgets-Verwaltung: Das Widgets-Panel öffnet sich nicht mehr automatisch beim Überfahren des Taskbar-Symbols.
  • Update-Kontrolle: Eine neue Kalenderauswahl erlaubt es, Windows-Updates für bis zu 35 Tage zu pausieren.
  • Barrierefreiheit: Der neue Screen Tint bietet sechs Farbfilter zur Verbesserung der Lesbarkeit.
  • Bluetooth-Stabilität: Verbesserungen bei Audio-Synchronisation, AirPods-Kopplung und Bluetooth LE Audio.

Für IT-Administratoren gibt es eine neue Registry-Richtlinie, die Single Sign-On (SSO) automatisch gewährt. Das Ziel: Weniger Zustimmungsabfragen für Microsoft-Dienste auf verwalteten Geräten – insbesondere zur Einhaltung der EU-Regularien im Europäischen Wirtschaftsraum.

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Support-Ende für wichtige Microsoft-Produkte

Der Juli markiert auch das endgültige Aus für mehrere Microsoft-Klassiker: SharePoint Server 2016 und 2019, SQL Server 2016 sowie InfoPath 2013 erhalten keine Sicherheitsupdates mehr.

Und eine weitere Frist rückt näher: Aufgrund ablaufender Zertifikate müssen Administratoren bis zum 19. Oktober 2026 auf die neuen UEFI CA 2023-Schlüssel umstellen. Sonst können betroffene Geräte keine neuen Boot-Komponenten mehr erhalten. Ein Termin, den IT-Verantwortliche unbedingt im Kalender notieren sollten.

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