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Windows 11: Microsoft rüstet 500 Millionen PCs mit KI auf

30.06.2026 - 11:45:45 | boerse-global.de

Microsoft treibt KI auf Windows voran, doch Zwangsinstallationen von Copilot führen zu Kartellverfahren in Italien.

Microsofts KI-Offensive: 500 Millionen PCs mit lokaler KI
Windows - Nahaufnahme eines PC-Bildschirms mit abstrakten, leuchtenden KI-Visualisierungen und einer Spiegelung eines Büros. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Über 500 Millionen PCs arbeiten bereits mit lokalen KI-Anwendungen. Microsoft treibt die Transformation von Windows 11 radikal voran.

Auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 präsentierte der Softwarekonzern seine Vision eines vollständig KI-zentrierten Betriebssystems. Mehr als eine halbe Milliarde Rechner führen demnach bereits KI-Aufgaben lokal aus – ohne Cloud-Anbindung und ohne zusätzliche Kosten für externe Token. Möglich macht das die hauseigene Plattform Windows ML, die KI-Modelle direkt auf dem Gerät ausführt.

Partnerschaft mit Anthropic und neue Hardware

Die Infrastruktur für die KI-Offensive wächst massiv. Microsoft gab die allgemeine Verfügbarkeit der Claude-Modelle von Anthropic in der Microsoft Foundry auf Azure bekannt. Die Systeme laufen auf Nvidia GB300 Blackwell Ultra GPUs und nutzen Quantum-X800 InfiniBand-Netzwerke – eine Kombination, die speziell für autonome KI-Agenten ausgelegt ist.

Im Bereich der Endanwendungen arbeitet Microsoft an einer einheitlichen „Super App“ für seinen Copilot-Assistenten. Executive Vice President Jacob Andreou führt ein Team von über 11.000 Mitarbeitern, das Chat-Funktionen, kollaborative „Cowork“-Features und Programmierwerkzeuge in einer Oberfläche bündeln soll. Der Start ist für Sommer 2026 geplant. Für das Design des Copilot konnte Microsoft kürzlich Peter Sellis gewinnen, der zuvor bei Snap und Discord für die Nutzererfahrung verantwortlich war.

Kartellverfahren in Italien eingeleitet

Die aggressive KI-Strategie ruft jedoch die Wettbewerbshüter auf den Plan. Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM leitete am 26. Juni ein Kartellverfahren gegen Microsoft ein. Im Fokus: die automatische Installation der Microsoft-365-Copilot-App auf Windows-10- und Windows-11-Computern. Seit dem 15. Juni wird die Software über die Click-to-Run-Installationsroutine ohne Zustimmung der Nutzer ausgerollt.

Die Behörde prüft, ob Microsoft hier seine Marktmacht missbraucht – insbesondere durch die Kopplung von Produkten und damit verbundene Preissteigerungen. Systeme im Europäischen Wirtschaftsraum sind zwar wegen des Digital Markets Act vorerst von der Zwangsinstallation ausgenommen. Doch auch die britische Wettbewerbsbehörde und die US-Handelskommission FTC prüfen die Praktiken des Konzerns. Unternehmen haben noch bis zum 14. Juli Zeit, die automatische Installation durch Blockierungsrichtlinien zu verhindern.

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Microsoft rollt KI auf 500 Millionen PCs aus – doch die Zwangsinstallation von Copilot bringt Kartellrisiken mit sich. Unternehmen haben nur bis zum 14. Juli Zeit, um Blockierungsrichtlinien umzusetzen. Unsere Checkliste zeigt Ihnen, wie Sie rechtssicher handeln und gleichzeitig die Performance Ihres Windows 11 optimieren. Kostenlose Compliance-Checkliste anfordern

Windows 11: Leistungsschub für den Explorer

Parallel zur KI-Offensive lieferte Microsoft mehrere Updates für das Kernsystem aus. Das Vorschau-Update KB5095093 vom 29. Juni behebt langjährige Performance-Probleme im Datei-Explorer. Besonders das Einbinden von ISO-Dateien läuft nun deutlich schneller. Zudem wurde das Eigenschaften-Fenster mit der modernen WinUI-3-Oberfläche modernisiert.

Weitere Neuerungen der letzten Junitage:

  • Copilot-Taste anpassbar: Microsoft reagiert auf Kritik und erlaubt die Neubelegung der dedizierten Copilot-Taste auf der Tastatur.
  • WSL-Container im Test: Eine öffentliche Vorschau ermöglicht Entwicklern, Linux-Container direkt unter Windows auszuführen – ohne Drittanbieter-Tools. Neue C++- und C#-APIs machen dies möglich.
  • Bessere Suche: Aktuelle Vorschau-Builds führen eine Toleranz für Rechtschreibfehler in der Taskleisten-Suche ein und priorisieren lokale Dateien stärker.
  • Ende für Store-Apps: Microsoft stellt den Support für Microsoft-365-Apps aus dem Microsoft Store zum 30. Juni ein. Nutzer müssen auf die Click-to-Run-Installation umsteigen.

Frühe Erfolge und Verantwortung

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Erste Erfahrungen aus der Praxis zeigen deutliche Produktivitätsgewinne. Die brasilianische Firma Finnet meldet eine Einführungsrate von 95,3 Prozent für Microsoft 365 Copilot. Mitarbeiter sparen demnach zwischen einer und drei Stunden täglich – bei Meetings, der Dokumentenerstellung und der E-Mail-Verwaltung.

Doch die rasche Verbreitung birgt auch Risiken. Sarah Bird, Chief Product Officer für verantwortungsvolle KI bei Microsoft, betont: „Evaluation ist zur kritischsten technischen Herausforderung im Entwicklungszyklus geworden.“ Die 2017 gegründete FATE-Forschungsgruppe arbeitet daran, ethische Standards über den gesamten Produktlebenszyklus zu integrieren – besonders wichtig mit Blick auf autonome KI-Agenten.

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