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Windows 11: Microsoft ersetzt 30 Jahre alte UI-Komponenten

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 05:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft überführt veraltete Eigenschaften- und Ausführen-Dialoge in das moderne WinUI-3-Framework für mehr Leistung und ein einheitliches Design.

Windows 11: Microsoft modernisiert alte Dialogfenster aus den 90ern
Moderner Computerarbeitsplatz mit leuchtendem Monitor, der abstrakte Windows-11-Oberflächenelemente anzeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft räumt auf: Nach über drei Jahrzehnten verschwinden die letzten Überbleibsel der Windows-95-Ära aus dem Betriebssystem. Erste Testversionen zeigen eine grundlegende Neugestaltung zentraler Dialogfenster.

Der US-Konzern arbeitet an einer umfassenden Modernisierung der Windows-11-Oberfläche. Im Fokus stehen Komponenten, die seit den Tagen von Windows 95 nahezu unverändert geblieben sind. Aktuelle Erkenntnisse aus experimentellen Software-Builds zeigen: Microsoft überführt veraltete Dialogboxen in das moderne WinUI-3-Framework. Ziel sind mehr Leistung und ein einheitliches Erscheinungsbild.

Datei-Explorer: Die Eigenschaften-Dialog wird neu geboren

In der aktuellen Entwicklungsversion (Experimental Build 26300.8935) hat Microsoft eine modernisierte Version des Eigenschaften-Fensters integriert. Dieses Bauteil stützte sich jahrzehntelang auf die veraltete comctl32.dll-Bibliothek – nun wird es mit WinUI 3 neu aufgesetzt.

Der aktualisierte Dialog unterstützt einen nativen Dunkelmodus und setzt auf das Fluent Design System. Abgerundete Kontrollkästchen und ein „Akzent-Indikator" für ausgewählte Elemente prägen das neue Erscheinungsbild. Die Navigation zwischen den Registerkarten erfolgt über eine moderne Pivot-Header-Leiste.

Allerdings: Die Neugestaltung steckt noch in einer frühen Testphase. Aktuell ist sie hauptsächlich sichtbar, wenn Nutzer die Eigenschaften gelöschter Dateien im Papierkorb aufrufen.

Die große Hürde: Kompatibilität mit Drittanbieter-Erweiterungen

Die Umstellung gestaltet sich komplex – vor allem wegen der Kompatibilität zu Erweiterungen von Drittanbietern. Zahlreiche Anwendungen, etwa von Cloud-Speicherdiensten oder Archivierungsprogrammen, fügen eigene Registerkarten in das Eigenschaften-Fenster ein. Microsoft arbeitet Berichten zufolge an sogenannten „Reverse-Islanding"-Techniken, damit diese externen Integrationen auch im modernen Framework funktionieren.

Run-Dialog: 94 Millisekunden statt Ewigkeiten

Auch das altbekannte „Ausführen"-Fenster (Run-Dialog) bekommt ein Update. Die neue Version im Insider Experimental Channel glänzt nicht nur mit Dunkelmodus und Programmsymbolen – sie ist auch messbar schneller.

Die Telemetriedaten sprechen eine deutliche Sprache: Der neue WinUI-3-Dialog benötigt im Median nur 94 Millisekunden bis zur Anzeige. Das sind rund 9 Millisekunden weniger als die alte Version. Als Teil der Neugestaltung hat Microsoft den „Durchsuchen"-Button entfernt. Interne Daten von 35 Millionen Nutzern zeigten, dass nur 0,0038 Prozent diese Funktion tatsächlich nutzten.

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Der aktualisierte Dialog führt zudem eine neue Tastenkombination für das Benutzerprofil-Verzeichnis ein. Eine optionale Einstellung für fortgeschrittene Anwender ist ebenfalls vorhanden – allerdings fehlt derzeit noch die Möglichkeit, das Fenster über den Bildschirm zu verschieben.

Die K2-Initiative: Aufräumen im Systemkeller

Diese Veränderungen sind Teil einer internen Initiative namens „Windows K2". Das Programm zielt darauf ab, veraltete UI-Komponenten zu modernisieren und mehr Funktionen aus der klassischen Systemsteuerung in die einheitliche Einstellungen-App zu überführen. Diese Strategie deckt sich mit Aussagen von CEO Satya Nadella vom Frühjahr, der eine Rückbesinnung auf die grundlegenden Aspekte des Betriebssystems angekündigt hatte.

Der Wechsel zu WinUI 3 soll die Systemlatenz reduzieren und die Benutzererfahrung über die gesamte Plattform hinweg vereinheitlichen. Zwar sind einige Änderungen derzeit noch versteckt oder auf experimentelle Builds beschränkt – sie signalisieren jedoch einen langfristigen Willen, die letzten UI-Altlasten aus über drei Jahrzehnten zu entsorgen.

Juli-Update: Kleinere Neuerungen für den Alltag

Unabhängig von den experimentellen UI-Überarbeitungen hat Microsoft am 22. Juli 2026 die Preview-Builds 26100.8942 und 26200.8942 veröffentlicht. Diese Updates bringen mehrere funktionale Verbesserungen:

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  • Sprachsteuerung: Die neue Funktion „Voice Isolation" verbessert die Klarheit bei Sprachbefehlen.
  • Energieverwaltung: Anpassbare Schwellenwerte für den Energiesparmodus.
  • Datei-Explorer: Automatische Größenumrechnung in Dateilisten sowie das Öffnen von Ordnern in neuen Tabs per Mittelklick.
  • Suche: Verbesserte Unterstützung für zweibuchstabige Dateinamen und bessere Korrektur von Tippfehlern.

Während diese Preview-Funktionen kurzfristig verfügbar sind, deuten die umfassenderen Modernisierungen der Eigenschaften- und Ausführen-Dialoge darauf hin, dass die nächsten großen Windows-11-Versionen sich schwerpunktmäßig dem Ersetzen der letzten Code-Überreste aus den 1990er-Jahren widmen werden.

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