Windows 11: Microsoft behebt Rekord-622 Sicherheitslöcher im Juli
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 14:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Juli-Patch-Day von Microsoft schreibt Geschichte: Noch nie hat der Konzern so viele Schwachstellen auf einmal behoben. Das Update KB5101650 für Windows 11 stopft zwischen 570 und 622 Sicherheitslöcher – fast dreimal so viele wie im Vormonat und mehr als viermal so viele wie im Juli 2025.
KI entdeckt die Schwachstellen
Drei der behobenen Zero-Day-Lücken wurden bereits vor dem Update aktiv ausgenutzt. Besonders kritisch: Die Sicherheitslücken in Active Directory Federation Services (CVE-2026-56155) und SharePoint (CVE-2026-56164) waren Angreifern bereits bekannt. Eine dritte Zero-Day-Schwachstelle in BitLocker (CVE-2026-50661) wurde öffentlich gemacht, bevor Microsoft einen Patch bereitstellen konnte.
Rund 60 der entdeckten Fehler stuften Sicherheitsexperten als kritisch ein – viele davon ermöglichen Remote-Code-Ausführung. Microsoft führt die Rekordzahl an gefundenen Schwachstellen auf den verstärkten Einsatz KI-gestützter Erkennungstools zurück. Pavan Davuluri, Chef der Windows-Sparte, kündigte an, dass Nutzer künftig mit häufigeren Updates rechnen müssen. Der Konzern will das Betriebssystem gegen schrumpfende Marktanteile wappnen – aktuell liegt Windows global bei 72 Prozent, in den USA sogar nur bei 58 Prozent.
Neue Funktion: System-Rücksetzung per Zeitreise
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Neben den Sicherheitsfixes bringt das Update eine wichtige Neuerung: Die Point-in-Time-Wiederherstellung (PITR) für Windows 11 Versionen 24H2 und 25H2. Das Feature erstellt alle vier bis 24 Stunden vollständige System-Snapshots und speichert sie für 72 Stunden. So lassen sich größere Systemänderungen rückgängig machen – fast wie eine Zeitreise für den Rechner.
Weitere Verbesserungen im Überblick:
- Update-Pause: Windows-Updates lassen sich jetzt bis zu 35 Tage aussetzen, durch wiederholte manuelle Auswahl sogar länger.
- Weniger Werbung: Die Widgets-Leiste öffnet sich nicht mehr beim bloßen Darüberfahren mit der Maus. Bing-Werbung in der Startmenü-Suche wurde in bestimmten Builds entfernt.
- Mehr Tempo: Der Datei-Explorer läuft schneller, die Bluetooth-Verbindung wurde optimiert.
Der 500-GB-Speicher-Bug ist Geschichte
Ein kurioser Fehler sorgte zuletzt für Frust: Die Datei CapabilityAccessManager.db-wal konnte auf bis zu 500 Gigabyte anwachsen und damit massiv Speicherplatz fressen. Der Patch verhindert weiteres Wachstum – betroffene Nutzer müssen die überdimensionalen Dateien allerdings manuell löschen.
Ebenfalls behoben: Ein Fehler im Papierkorb, der in Bestätigungsdialogen interne Dateinamen statt der Originalnamen anzeigte. Auch ein OneDrive-Bug im Administratormodus wurde ausgemerzt.
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Dell-Nutzer müssen warten
Nicht alle können das Update sofort installieren. Microsoft hat die Auslieferung von KB5101650 auf bestimmten Dell-Geräten blockiert. Grund ist ein Konflikt mit dem Intel-IPF-Treiber. Betroffene Nutzer berichten von Leistungseinbußen, Überhitzung, übermäßigem Akkuverbrauch und unerwarteten Herunterfahren. Microsoft arbeitet an einer Lösung und rät von einer manuellen Installation auf diesen Geräten ab.
Neue Zero-Day-Bedrohung bereits bekannt
Kaum war der Patch veröffentlicht, meldeten unabhängige Forscher eine neue Sicherheitslücke: HiveLegacy betrifft den Windows User Profile Service und erlaubt angeblich auch Nicht-Administratoren, sensible Registry-Bereiche zu manipulieren. Microsoft hat die Meldung bestätigt und ermittelt. Sicherheitsexperten empfehlen, bis zur offiziellen Lösung die Erstellung lokaler Konten und bestimmte Service-Aktivitäten genau zu überwachen.
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