Windows 11: KI-Funktionen jetzt auch auf älteren Grafikkarten möglich
28.06.2026 - 09:54:28 | boerse-global.de
Windows 11 unterstützt jetzt KI-Funktionen auch ohne spezielle NPU-Chips.
Microsoft lockert die Hardware-Anforderungen für lokale KI-Features. Künftig reichen ältere Nvidia-Grafikkarten der RTX-30-Serie aus, um rechenintensive KI-Aufgaben direkt auf dem Gerät auszuführen. Bislang war dafür ein spezieller Neural Processing Unit (NPU) nötig, der nur in neueren Copilot+-PCs steckt.
KI für die breite Masse
Der Schritt ist ein Paradigmenwechsel. Bisher waren lokale KI-Funktionen weitgehend den Besitzern moderner Geräte mit NPU vorbehalten. Zwar benötigen spezielle Copilot+-Funktionen weiterhin eine NPU mit mindestens 40 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS). Doch die grundlegende lokale KI-Umgebung wird nun für eine deutlich größere Nutzerbasis zugänglich.
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Parallel dazu verändert Microsoft die Struktur seines KI-Assistenten grundlegend. Copilot wird vom festen Systembestandteil zur eigenständigen App. Die neue Version ist im Microsoft Store und über Microsoft-365-Updates erhältlich. Die Basisversion bleibt kostenlos und kann deinstalliert werden. Die Business-Variante Copilot for Microsoft 365 kostet 30 Euro pro Nutzer und Monat. Ein Microsoft-Konto ist für die Nutzung Pflicht.
Update KB5095093 bringt neue Funktionen
Die erweiterte KI-Unterstützung kommt mit dem Windows-11-Update KB5095093 für die Versionen 24H2 und 25H2. Das Juni-Update 2026 bringt zahlreiche Verbesserungen:
- Systemwiederherstellung: Eine neue Funktion zur Wiederherstellung zu einem bestimmten Zeitpunkt
- Update-Management: Updates lassen sich bis zu 35 Tage pausieren
- Benutzeroberfläche: Modernisiertes Startmenü, überarbeitetes Widgets-Panel und benutzerdefinierte Zoom-Funktion
- Konnektivität: Verbesserte Bluetooth-Leistung und der neue Windows Ready Print
- Entwickler-Tools: Netzwerkverbesserungen für das Windows-Subsystem für Linux (WSL)
Ein bekanntes Problem: Nach der Installation des Updates können bestimmte Microsoft-Office-Anwendungen abstürzen.
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Hardware-Hersteller setzen auf KI-Chips
Während Microsoft die Software anpasst, verändern auch die Hardware-Hersteller ihre Architekturen. Branchenkreisen zufolge werden AMDs kommende Zen-6-Desktop-CPUs auf integrierte Grafik verzichten – zugunsten eines integrierten NPU.
Diese Entwicklung ist Teil eines größeren Trends. OpenAI, Google und Amazon arbeiten an eigener KI-Hardware. Zwar dominieren Nvidia-Grafikkarten weiterhin das Training großer KI-Modelle, doch die Eigenentwicklungen sollen langfristig Infrastrukturkosten senken.
Gleichzeitig gewinnen sogenannte „agentische KI"-Tools an Bedeutung. Anbieter wie Anthropic und Microsoft geben Chatbots direkten Zugriff auf Browser und Systemwerkzeuge. Experten warnen jedoch vor Risiken wie Prompt-Injection und Missbrauch von Systemberechtigungen.
