Windows 11 Juli-Patch: 500-GB-Speicherleck behoben, neue Probleme folgen
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 14:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein schwerwiegender Fehler ließ Windows 11-Festplatten um hunderte Gigabyte anschwellen – der Patch kommt jetzt, bringt aber neue Probleme.
Der Juli-Patchday von Microsoft sorgt für gemischte Gefühle. Einerseits stopft der Konzern ein hartnäckiges Speicherloch, das Nutzern bis zu 500 Gigabyte Festplattenkapazität raubte. Andererseits zeigen erste Berichte: Die neuen Updates verursachen auf bestimmter Hardware Leistungseinbußen und legen sogar ein zweites Speicherproblem frei.
Das Ende des Datenfressers
Im Zentrum der Behebung steht ein Bug im Capability Access Manager Service (camsvc). Dieser Dienst verwaltet die Berechtigungen von Apps – etwa für Kamera oder Mikrofon. Doch ein Programmierfehler verhinderte, dass die zugehörige Datenbank (CapabilityAccessManager.db-wal) ordnungsgemäß abgeschlossen wurde. Die Folge: Die Datei wuchs unkontrolliert. Betroffene Nutzer berichteten von Speicherverlusten zwischen 300 und 500 Gigabyte.
Das kumulative Update KB5101650 für Windows 11 24H2 und 25H2 sowie KB5099414 für Version 23H2 stoppt das weitere Wachstum. Wer jedoch bereits unter der Datenlast ächzt, muss selbst Hand anlegen: Branchenexperten raten, die Datei im abgesicherten Modus oder über die Wiederherstellungsumgebung manuell zu löschen oder umzubenennen. Der Fehler war seit dem Frühjahr 2026 bekannt.
Defender-Patch mit unerwünschter Nebenwirkung
Kaum ist ein Problem behoben, taucht das nächste auf. Die Sicherheitslücke CVE-2026-50656 im Windows Defender – von Forschern „RoguePlanet" getauft – ermöglicht lokale Rechteausweitung. Mit einem CVSS-Score von 7,8 gilt sie als ernstzunehmende Bedrohung. Microsoft schloss das Loch – doch der Patch verändert das Verhalten des Virenschutzes.
Neuere Beobachtungen zeigen: Defender legt nun übermäßig große Zwischenspeicher an, sobald ein System eine Verbindung zu einem SMB-Server herstellt. Das kann die Festplatte rapide füllen. Betroffen sind Windows 11 25H2 und Windows Server 2025. Das Problem tritt selbst dann auf, wenn der Echtzeitschutz deaktiviert ist.
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Automatische Snapshots und Dell-Probleme
Mit den Juli-Updates aktiviert Microsoft zudem standardmäßig die Funktion „Point-in-time Restore" auf geeigneten Home- und Pro-PCs. Das System erstellt automatisch Snapshots über einen Zeitraum von 72 Stunden – und reserviert dafür bis zu zwei Prozent der Systempartition, maximal 50 Gigabyte. Voraussetzung: Die Festplatte muss größer als 200 Gigabyte sein. Nutzer können die Funktion in den Systemeinstellungen abschalten.
Parallel dazu verhängt Microsoft eine Kompatibilitätssperre für das Update KB5101650 auf bestimmten Dell-Modellen. Grund: Nach der Installation kam es zu spontanen Abstürzen, Überhitzung und extremer Akkuentladung. Die Ursache liegt in einem Konflikt zwischen dem Intel Innovation Platform Framework Processor Participant-Treiber und einem neuen USB-C-Verbindungsmanager, den Microsoft bereits im Juni als Vorschau ausgeliefert hatte. Ein dauerhafter Fix soll in den kommenden Tagen folgen.
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Weitere Neuerungen im Überblick
Der Juli-Patchday stopft insgesamt 571 Sicherheitslücken und bringt praktische Neuerungen: Eine überarbeitete Kalenderansicht erlaubt es, Windows-Updates für bis zu 35 Tage zu verschieben. Der Datei-Explorer läuft optimierter, und die Sprachsteuerung unterstützt nun Deutsch, Französisch und Spanisch. Zudem wurden Bluetooth-Probleme mit diversen Kopfhörern und Audiogeräten behoben.
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