Windows 11 Datei-Explorer: Tilde führt direkt zum eigenen Benutzerprofil
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 13:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Datei-Explorer von Windows 11 erhält eine neue Navigationshilfe für Verzeichnispfade: Über das aus Unix- und Linux-Umgebungen bekannte Tilde-Symbol können Nutzer künftig direkt ihr eigenes Benutzerprofil ansteuern. Microsoft testet die Funktion zunächst in Testversionen des Betriebssystems, um die Pfadeingabe in der Adressleiste des Dateimanagers zu beschleunigen.
Schnellerer Zugriff auf Profilordner und AppData
In der Testversion des Datei-Explorers genügt die Eingabe des Tilde-Zeichens in die Adresszeile, um unverzüglich in das Basisverzeichnis des angemeldeten Benutzers zu springen.
Wie Berichte über die Insider Experimental Preview Build 26340.9596 zeigen, lassen sich damit auch tiefere Verzeichnisebenen direkt ansteuern. Mit der Kombination für den Anwendungsdaten-Ordner gelangen Anwender ohne langes Navigieren in das oft versteckte Systemverzeichnis.
Weitere Pfadkombinationen erweitern diese Funktionalität. So führen strukturierte Kurzpfade direkt in Standardordner wie Downloads, Dokumente oder Bilder. Bislang mussten Nutzer für diese Ziele entweder Umgebungsvariablen wie Prozentzeichen-Befehle ausschreiben, Navigationsschaltflächen in der Seitenleiste verwenden oder den vollständigen Laufwerkspfad manuell eingeben.
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Optimierte Pfadverarbeitung und Detailverbesserungen
Neben dem Tilde-Kürzel bessert Microsoft bei der Interpretation von Texteingaben im Datei-Explorer nach. In aktuellen Vorabversionen wie dem Build 28120.3151 im experimentellen Insider-Kanal akzeptiert die Adressleiste nun auch Pfadangaben, die doppelte Backslashes oder umschließende Anführungszeichen enthalten. Diese Formatierungen treten häufig auf, wenn Dateipfade aus Konsolenfenstern oder Skripten kopiert werden.
Zusätzlich speichert die Anwendung individuelle Ansichtsoptionen künftig pfadübergreifend ab. Gleichzeitig wurden gemeldete Fehler behoben, die zuvor beim Umbenennen von Dateien und Ordnern aufgetreten waren. Parallel dazu wird die Funktion im Rahmen der Veröffentlichung von Windows 11 26H2 bereitgestellt, die am 30. September 2026 startete und schrittweise ausgerollt wird.
Erweiterte Systemverwaltung und Barrierefreiheit
Die Anpassungen am Dateimanager sind Teil umfassenderer Neuerungen für das Betriebssystem. Für Administratoren ergänzt Microsoft in den Testversionen Funktionen zur Laufwerksbereinigung und Fernwartung.
Eine Cloud-Neuinstallation ermöglicht es IT-Abteilungen, Windows direkt über den Update-Dienst neu aufzusetzen. Die Funktion kann über Verwaltungsschnittstellen remote angestoßen werden, wobei sich Zielversionen festlegen und Datenträger vor der Installation unwiderruflich bereinigen lassen.
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Im Bereich der Bedienungshilfen erhält die Bildschirmlupe zusätzliche feste Vergrößerungsstufen, die von 5 Prozent über Zwischenschritte wie 25, 50 und 150 Prozent bis zu 400 Prozent reichen. Zudem integriert das System den Zeichensatzstandard Unicode 17.0, der 4.803 neue Zeichen sowie die Schriften Beria Erfe, Sidetic, Tai Yo und Tolong Siki bereitstellt.
Während die Tilde-Navigation in den ersten Vorschauversionen noch auf Testkanäle beschränkt war, bildet sie einen weiteren Schritt, administrative Eingaben unter Windows an etablierte Konventionen anderer Betriebssysteme anzugleichen.
