Windows 11 Build 29648: Microsoft testet Unified-Memory-Steuerung
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 18:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft erprobt in einer Vorschauversion von Windows 11 eine neue Einstellungskategorie, mit der Nutzer den gemeinsam genutzten Arbeitsspeicher für Grafik- und KI-Beschleunigung steuern können. In Build 29648.1000 wurde ein bislang verstecktes Feature mit der internen Bezeichnung „IntelligentCarveout“ entdeckt, das genau diese Aufgabe übernehmen soll.
Fünf Stufen zur Speicherreservierung
Wie aus dem Test-Build hervorgeht, soll unter Einstellungen > System > Erweitert künftig ein eigener Bereich namens „Unified Memory“ erscheinen. Dort stehen den Nutzern fünf Optionen zur Auswahl: Custom, Recommended, High, Maximum und Not allowed. Damit ließe sich manuell festlegen, wie viel Arbeitsspeicher für Grafik- und KI-Beschleunigung reserviert wird – von einer individuell konfigurierbaren Einstellung bis hin zur vollständigen Deaktivierung der Funktion.
Zu den zugehörigen Textbausteinen im System zählen die Formulierungen „Reserved memory for accelerators“ und „Memory for graphics and AI acceleration“, die auf die genaue Zielsetzung der Funktion hindeuten. Im Build findet sich zudem eine neue Systemdatei namens SettingsHandlers_UnifiedMemory.dll, die vermutlich die Logik hinter der neuen Einstellungsseite steuert.
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Bezug zu Copilot+ PCs und Unified-Memory-Architekturen
Die Funktion ist bislang nicht offiziell angekündigt und taucht auch nicht in den offiziellen Release Notes des Builds auf. Berichten zufolge setzt sie eine NPU voraus, ist also an Copilot+ PCs gebunden. Ein konkretes Veröffentlichungsdatum für die breite Verfügbarkeit wurde bislang nicht genannt.
In der Berichterstattung wird die Funktion auch im Zusammenhang mit sogenannten RTX-Spark-PCs erwähnt, die über Unified-Memory-Architekturen mit bis zu 128 GB gemeinsam genutztem Speicher verfügen. Solche Systeme profitieren besonders von einer feingranularen Steuerung, welcher Speicheranteil für rechenintensive KI- und Grafikaufgaben reserviert wird, statt starr zwischen System- und Grafikspeicher aufzuteilen.
Parallel dazu wird das Feature auch im Kontext eines weiteren Insider-Builds referenziert, in dem ein separater Schalter namens „Open apps maximized“ unter Einstellungen > Barrierefreiheit > Visuelle Effekte getestet wird – ein Hinweis darauf, dass Microsoft aktuell mehrere neue Einstellungsoptionen gleichzeitig in unterschiedlichen Testzweigen erprobt.
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Weitere aktuelle Insider-Veröffentlichungen
Unabhängig von der Unified-Memory-Funktion hat Microsoft zuletzt mehrere Insider-Builds veröffentlicht: Beta-Version 26220.9223, die Experimental-Version 26340.9233 für den 26H2-Zweig sowie die Experimental-Version 28120.2738 für 26H1. Diese Builds bringen unter anderem neue Berechtigungsabfragen für Kamera, Mikrofon und Standort bei Win32-Anwendungen in der Pro-Edition, die Entfernung des Kommandozeilenwerkzeugs WMIC im 26H1-Zweig sowie den Wegfall der sogenannten „Drag Tray“-Funktion.
Da die Unified-Memory-Einstellung weder in offiziellen Ankündigungen noch in den Release Notes auftaucht, bleibt unklar, wann und in welcher Form Microsoft die Funktion für eine breitere Nutzerbasis freigeben will. Angesichts der Kopplung an NPU-fähige Hardware dürfte sie zunächst auf Copilot+ PCs beschränkt bleiben.
