Windows 11 auf M1-MacBook: Grafikleistung erreicht rund 69 Prozent
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 07:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf Apple-Rechnern mit hauseigenen Prozessoren lässt sich das Microsoft-Betriebssystem Windows 11 ARM64 mit bemerkenswerter Grafikleistung betreiben. Wie das Fachportal gamegpu.com am 07.11.2026 berichtete, haben Enthusiasten ein MacBook Air aus dem Jahr 2020 mit Apple-M1-Chip so modifiziert, dass das System unter Windows rund 69% der Leistung erreicht, die sonst unter dem nativen Betriebssystem macOS erzielt wird.
Benchmark-Ergebnisse im GravityMark
Die ermittelten Messwerte belegen das Potenzial der experimentellen Portierung. Im Grafik-Benchmark GravityMark erreichte Windows 11 ARM64 auf dem MacBook Air bei einer Auflösung von 1080p eine Bildwiederholrate von 32,3 FPS sowie 5396 Punkte.
Im direkten Vergleich erzielte macOS unter Nutzung der Metal-Schnittstelle auf derselben Hardware 46,8 FPS und 7814 Punkte. Damit erreicht die Windows-Konfiguration bei 1080p rund 69% der nativen Grafikleistung.
Auch bei einer verringerten Bildauflösung von 720p zeigt sich eine ähnliche Relation. Unter Windows 11 ARM64 verzeichnete das Testsystem 6769 Punkte, während die Referenzmessung unter macOS mit Metal auf 9946 Punkte kam.
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Eigener Grafiktreiber und Direct3D-Kompatibilität
Verantwortlich für das Ergebnis ist unter anderem ein eigens implementierter Grafiktreiber. Dieser stellt moderne Schnittstellen bereit und unterstützt Direct3D 12 Feature Level 12_1, Direct3D 11 sowie OpenGL.
Das technische Fundament des Projekts besteht aus mehreren eng miteinander verzahnten Komponenten. Zum Einsatz kommt der m1n1-Hypervisor, der auf einem Entwicklungszweig von Asahi Linux basiert. Hinzu kommt eine Firmware auf Basis von Project Mu. Für die Grafikanbindung sorgt ein WDDM-Treiber mit Apple-GPU-Mikrocode in Kombination mit einem Shader-Translator aus dem Umfeld von Mesa und Asahi.
Kernkomponenten aktiv, aber erhebliche Einschränkungen
Trotz der beachtlichen Rechenleistung bleibt der Betrieb derzeit experimentell. Auf Hardware-Ebene werden zwar alle 8 Kerne des M1-Prozessors vollständig angesprochen, und auch der interne Speicher, die integrierte Tastatur sowie das Precision-Touchpad lassen sich unter Windows 11 ARM64 regulär ansteuern.
Demgegenüber stehen jedoch erhebliche Hürden für den praktischen Einsatz. So ist die Initialisierung des Grafikprozessors nach wie vor komplex und setzt während des Bootvorgangs die Verbindung zu einem zweiten Mac über ein USB-Kabel voraus.
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Darüber hinaus sind elementare Hardware-Funktionen noch nicht einsatzbereit: Die Audiowiedergabe, die drahtlose Netzwerkanbindung über WLAN, die Ansteuerung externer Bildschirme, die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur sowie die integrierte Webcam befinden sich laut dem Bericht weiterhin in der Entwicklungsphase.
