Windows 11: 70 Prozent der Gaming-PCs laufen auf Microsoft
Veröffentlicht: 03.07.2026 um 11:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Zeitenwende auf dem PC-Spielemarkt ist vollzogen: Windows 11 hat sich endgültig als Standard-Betriebssystem für Gamer durchgesetzt. Laut aktueller Daten der Plattform Steam läuft auf mehr als sieben von zehn Spielerechnern das aktuelle Microsoft-Betriebssystem.
Die jüngste Steam-Hardware-Umfrage vom Juni 2026 zeigt einen klaren Trend: Windows 11 erreichte einen Marktanteil von 70,44 Prozent – ein Plus von 0,68 Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat. Damit ist der Nachfolger von Windows 10 nun die unangefochtene Nummer eins unter den Spielern.
Der Abschied von Windows 10 beschleunigt sich
Der Aufstieg von Windows 11 geht zulasten seines Vorgängers. Windows 10 fiel im Juni auf 23,56 Prozent – ein Minus von 0,43 Prozentpunkten. Kein Wunder: Seit Oktober 2025 gibt Microsoft keine Sicherheitsupdates mehr für das ältere System. Viele Spieler sind daher gezwungen oder zumindest gut beraten, umzusteigen.
Microsofts Ökosystem bleibt mit einem Gesamtanteil von 94,10 Prozent auf Steam ohnehin dominant. Die Alternativen spielen weiterhin eine Nebenrolle: Linux sank leicht auf 3,69 Prozent, während macOS auf 2,21 Prozent kletterte. Und ja, es gibt sie noch – 0,07 Prozent der Nutzer zocken hartnäckig auf Windows 7.
AMD holt bei Prozessoren mächtig auf
Die Umfrage zeigt auch einen spannenden Wandel in der Hardware-Landschaft. Besonders im CPU-Segment hat sich AMD in den letzten 18 Monaten rasant verbessert. Im Juni 2026 lag der Anteil der AMD-Prozessoren bei 45,99 Prozent – ein gewaltiger Sprung von den 31,2 Prozent im Januar 2025. Intel führt zwar noch mit 54,01 Prozent, aber der Vorsprung schmilzt.
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Bei den Grafikkarten dominieren mobile Lösungen. Die Nvidia GeForce RTX 4060 Laptop GPU ist mit 3,81 Prozent die am häufigsten verbaute Grafikeinheit auf Steam. Sie liegt knapp vor der Desktop-Version RTX 3060 mit 3,73 Prozent. Der Arbeitsspeicher-Standard hat sich ebenfalls gefestigt: 16 Gigabyte RAM sind in 41,57 Prozent der Gaming-PCs verbaut – das neue Normal.
PC-Markt unter Druck: Lieferungen brechen ein
Doch während die Enthusiasten aufrüsten, kämpft der breitere PC-Markt mit Gegenwind. In den USA fielen die Auslieferungen im ersten Quartal 2026 um sieben Prozent auf 15,8 Millionen Einheiten.
Die Hauptschuldigen: steigende Komponentenpreise, vor allem bei DRAM-Speicherchips. Die Knappheit verteuert vor allem günstige Rechner. Die Folge: Der Absatz von PCs unter 500 Euro brach um 18,7 Prozent ein. Zwar stieg der Durchschnittspreis im ersten Quartal nur um vier Prozent im Jahresvergleich, doch für das zweite Quartal werden weitere zwölf Prozent Plus erwartet.
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Ein Treiber dieser Entwicklung sind KI-fähige PCs, die bereits 44 Prozent aller Auslieferungen ausmachten. Die Hersteller setzen zunehmend auf leistungsstärkere Hardware, die spezielle KI-Anwendungen lokal ausführen kann.
Bei den Herstellern bleibt Dell mit 25 Prozent Marktanteil die Nummer eins, gefolgt von Lenovo mit 20 Prozent. HP hingegen verzeichnete einen herben Rückschlag: Die Auslieferungen brachen um 21,6 Prozent ein.
Erholung erst ab 2027 in Sicht
Die Marktforscher von Omdia erwarten keine schnelle Besserung. Erst 2027 soll der Markt wieder spürbar wachsen. Besonders hart trifft es den Bildungssektor: Die Auslieferungen in diesem Bereich sollen bis Ende 2026 um 29 Prozent sinken, bevor sie 2027 um 21,3 Prozent zulegen. Das Gesamtmarktniveau von 2025 wird Prognosen zufolge erst 2029 wieder erreicht.
SteamOS 3.8: Valve macht Linux fit fürs Wohnzimmer
In einer separaten Entwicklung für alternative Plattformen hat Valve die Version SteamOS 3.8 für den Desktop veröffentlicht. Das Update 3.8.10 verbessert vor allem die Kompatibilität mit modernen Intel- und AMD-Plattformen. Das Betriebssystem ist für Neuinstallationen auf frischer Hardware gedacht – nicht für Dual-Boot-Konfigurationen. Valve arbeitet zudem an der Unterstützung für Nvidia-Grafikkarten, die sich noch in der Entwicklung befindet.
