Windows 11 26H2: Taskleiste zurück an allen vier Bildschirmrändern
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 13:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat die Verteilung von Windows 11 26H2 im sogenannten Release Preview Channel eingeleitet. Die neue Version mit der Build-Nummer 26300.9278 markiert einen wichtigen Meilenstein im Entwicklungszyklus des Betriebssystems und wird als kompaktes Enablement Package bereitgestellt.
Mit der Aktualisierung reagiert das Unternehmen auf langjährige Nutzeranfragen bezüglich der Benutzeroberfläche und passt die Systemarchitektur durch die Entfernung veralteter Schnittstellen weiter an moderne Sicherheitsstandards an.
Effizienter Update-Mechanismus und Systemvoraussetzungen
Die Verteilung von Windows 11 26H2 erfolgt über das KB-Paket KB5121794, das eine Dateigröße von lediglich rund 174 KB aufweist. Dieser geringe Umfang ist möglich, da das Update als Enablement Package fungiert. Es nutzt den gemeinsamen Servicing-Zweig der Versionen 24H2 und 25H2, wodurch die neuen Funktionen bereits im System schlummern und lediglich aktiviert werden müssen.
Ein Vorteil dieses Verfahrens ist, dass das Upgrade ohne eine zeitaufwendige Neuinstallation des Betriebssystems durchgeführt werden kann. Dies gilt sowohl für x64- als auch für ARM64-basierte Systeme.
Um das Update auf die Version 26H2 durchführen zu können, müssen die Rechner bereits über einen aktuellen Softwarestand verfügen. Als spezifische Voraussetzung gilt die Installation von KB5120998, was der Build-Nummer 26100.9278 oder 26200.9278 entspricht. Berichten zufolge bleibt Microsoft seiner Linie treu, das Upgrade auch auf offiziell nicht unterstützter Hardware zu ermöglichen, sofern Nutzer entsprechende Anpassungen vornehmen.
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Flexiblere Benutzeroberfläche und optimierte Suche
Eine der zentralen Neuerungen betrifft die Taskleiste. Mit dem Release der Version 26H2 ermöglicht es Microsoft, die Taskleiste wieder an allen vier Bildschirmrändern – oben, unten, links und rechts – zu positionieren.
Zudem stehen Optionen für eine verkleinerte Darstellung der Taskleiste sowie neue Konfigurationen für die Größe des Startmenüs zur Verfügung. Trotz dieser Anpassungen betont das Unternehmen, dass keine grundlegenden Designänderungen oder eine vollständig frei verschiebbare Taskleiste vorgesehen sind.
Auch die Suchfunktion innerhalb von Windows 11 wurde überarbeitet. Das im Vorfeld veröffentlichte August-Update KB5120998 führt eine schlankere Suche ein, die den Fokus stärker auf lokale Ergebnisse legt und Bing-Inhalte reduziert.
Nutzer können in den Datenschutzeinstellungen Web- und Store-Vorschläge nun getrennt voneinander deaktivieren. Das Rollout dieser Funktion erfolgt kontrolliert, wobei Experten darauf verweisen, dass eine manuelle Aktivierung über externe Tools unter Verwendung spezifischer Identifikationsnummern möglich ist.
Technischer Umbruch und Fokus auf Unternehmen
Im Bereich der Systemverwaltung vollzieht Microsoft einen historischen Schritt: Die Windows Management Instrumentation Command line (WMIC) wird vollständig aus dem Betriebssystem entfernt. Das Werkzeug, das seit Windows XP im Jahr 2001 Bestandteil des Systems war, wurde in der Vergangenheit häufig von Angreifern für sogenannte Living-off-the-Land-Attacken missbraucht. Als moderner Ersatz dient künftig die PowerShell.
Für Unternehmenskunden bietet die Version 26H2 zudem Verbesserungen im Datei-Explorer, optimierte VPN-Hintergrundprozesse sowie neue KI-gestützte Funktionen. Die Sicherung der Windows-Einstellungen via OneDrive ist nun standardmäßig aktiviert, wobei auch eine Zeitpunkt-Wiederherstellung für Datenmengen bis zu 50 GB vorgesehen ist.
In neueren Builds der Version 25H2 wurde zudem ein Vollbild-Popup eingeführt, das es Anwendern ermöglicht, die Backup-Funktionen explizit abzulehnen, anstatt sie lediglich aufzuschieben.
Supportzeiträume und bekannte Probleme
Mit der Veröffentlichung von 26H2 konkretisieren sich auch die Support-Zyklen. Die neue Version soll bis Oktober 2028 mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund relevant, dass der Support für die Version 24H2 bereits am 13. Oktober 2026 endet.
Trotz des fortgeschrittenen Entwicklungsstadiums meldeten Tester zuletzt vereinzelte Probleme. So könne das August-Update KB5120998 zu Fehlern bei der Darstellung des Mauszeigers führen, etwa bei der Farbwahl oder der Größe. Auch Berichte über einen schwarzen Desktop-Hintergrund liegen vor.
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Microsoft untersuche diese Vorfälle bereits und stelle kurzfristige Korrekturen in Aussicht. Probleme mit Spielabstürzen, die im Zusammenhang mit bestimmten Hardware-Treibern für RGB-Beleuchtungen auftraten, wurden laut Unternehmensangaben bereits durch eine gezielte Blockierung der betroffenen Treiber (inpoutx64) adressiert.
Zudem räumte der Softwarekonzern einen hohen Speicherverbrauch des Betriebssystems ein. Bis Ende 2026 plane man Optimierungen, um die Performance insbesondere auf Geräten mit 8 GB Arbeitsspeicher oder mehr zu verbessern. Die allgemeine Einführung von Windows 11 26H2 wird für die kommenden Wochen erwartet.
