Windows 11 26H2: Microsoft sichert Daten künftig ohne Zustimmung
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 23:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Windows 11 26H2 synchronisiert künftig Einstellungen ohne explizite Zustimmung der Nutzer.
Microsoft treibt die Cloud-Integration in Windows 11 weiter voran. Mit dem kommenden Update auf Version 26H2, das für das Frühjahr 2027 erwartet wird, aktiviert der Konzern die automatische Sicherung von Systemeinstellungen und Anwendungsdaten – und zwar standardmäßig. Geschäftskunden müssen sich darauf einstellen, dass ihre Rechner künftig eigenständig Daten in die Microsoft-Cloud hochladen.
Umfassende Synchronisation ohne Nachfrage
Die neue Standardeinstellung betrifft eine breite Palette von Systeminformationen. Windows 11 26H2 sichert automatisch Barrierefreiheits-Optionen, Spracheinstellungen, Personalisierungen und gespeicherte Passwörter. Auch WLAN-Profile, die Konfiguration von Startmenü und Taskleiste sowie Daten aus Microsoft-Store-Apps landen in der Cloud.
Hinzu kommt die Integration von OneDrive: Dateien auf dem Desktop sowie in den Ordnern „Dokumente" und „Bilder" werden ebenfalls gesichert. Microsoft betont, dass die Daten in Rechenzentren in den USA und der Europäischen Union gespeichert werden. Ein wichtiger Punkt für Unternehmen: Die automatische Sicherung überschreibt keine spezifischen Konfigurationen auf Unternehmensebene.
IT-Administratoren können die Funktion über Group Policy oder Microsoft Intune steuern oder ganz deaktivieren. Die entsprechende administrative Vorlage „Turn off Windows Backup" steht bereits seit Version 24H2 zur Verfügung.
Cloud-Wiederherstellung und Identitätsschutz
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Parallel zur Backup-Automatisierung testet Microsoft eine neue Wiederherstellungsfunktion namens Cloud Rebuild. Derzeit in Insider-Builds verfügbar, erlaubt sie eine komplette Neuinstallation des Systems direkt aus der Cloud – und zwar über die Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE). Dabei wird das Systemlaufwerk formatiert und ein frisches Windows-Image inklusive benötigter Treiber heruntergeladen. Physische USB-Medien oder lokale Wiederherstellungspartitionen werden überflüssig. Allerdings: Alle vorhandenen Daten und Einstellungen auf dem Gerät gehen verloren.
Im Bereich Identitätsmanagement hat Microsoft zudem den Dienst Entra Backup and Recovery für die allgemeine Verfügbarkeit freigegeben. Der Service erstellt automatische, zeitpunktgenaue Sicherungen für Benutzer, Gruppen und Anwendungsregistrierungen. Die Aufbewahrungsfrist beträgt sieben Tage, eine granulare Wiederherstellung einzelner Objekte ist möglich. Voraussetzung ist eine Entra-ID-Premium-Lizenz (P1 oder P2). Die Daten werden verschlüsselt und in derselben Region wie der Mandant gespeichert.
Speicherfresser gefixt – und ein hartnäckiger Hardware-ID-Skandal
Microsoft hat in den vergangenen Monaten auch technische Probleme behoben. Ein Bug ließ eine bestimmte Protokolldatei namens CapabilityAccessManager.db-wal unkontrolliert wachsen – in einigen Fällen auf 200 bis 500 Gigabyte. Die Datei protokolliert App-Berechtigungsanfragen für Kamera- und Mikrofonzugriff. Der Fehler wurde mit dem Update KB5095093 im Juni 2026 behoben.
Brisanter ist ein anderer Fall: Microsoft hat die Existenz der Global Device Identifier (GDID) bestätigt – eine dauerhafte, eindeutige Hardware-ID, die bei der Anmeldung mit einem Microsoft-Konto vergeben wird. Die GDID überlebt normale Windows-Updates, wird aber bei einer sauberen Neuinstallation entfernt. Microsoft argumentiert, die Kennung sei für die Aktivierung und bestimmte App-Funktionen notwendig. Doch die ID hat bereits Aufmerksamkeit bei Strafverfolgungsbehörden erregt: Das FBI nutzte sie, um Cyberkriminelle über verschiedene Netzwerke hinweg zu verfolgen.
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Weniger Neustarts durch Hotpatch
Um den Wartungsaufwand für Unternehmen weiter zu reduzieren, aktiviert Microsoft seit Mai 2026 Hotpatch-Updates standardmäßig in Windows Autopatch. Diese Funktion erlaubt die Installation von Sicherheitsupdates ohne Systemneustart. Statt monatlicher Neustarts sind diese künftig nur noch vierteljährlich erforderlich. Organisationen, die diese Funktion nutzen, müssen ihre Bereitschaft für den automatisierten Patch-Zyklus dokumentieren.
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