Windows 11 26H2: Copilot kommt in Explorer, Taskleiste verschiebbar
20.06.2026 - 23:55:30 | boerse-global.de
Der Tech-Konzern steckt in einem Dilemma: Während neue KI-Funktionen für Windows 11 kommen, kämpft Microsoft gleichzeitig mit einer milliardenschweren Klage und verschärften Datenschutzregeln.
Aktionäre verklagen Microsoft wegen mangelnder Transparenz
Am 19. Juni 2026 reichten Aktionäre eine Sammelklage gegen Microsoft ein. Der Vorwurf: Der Konzern habe die Risiken seiner gewaltigen Investitionen in Künstliche Intelligenz und Cloud-Infrastruktur verschwiegen. Der Klagezeitraum erstreckt sich vom 1. Mai 2025 bis zum 28. Januar 2026.
Die Investitionssummen sind atemberaubend: Allein im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 gab Microsoft 37,5 Milliarden Euro für Kapitalausgaben aus – insgesamt 72,4 Milliarden Euro innerhalb eines halben Jahres. Laut Klageschrift hätten Kapazitätsengpässe das Azure-Wachstum gebremst, ohne dass die Anleger rechtzeitig informiert wurden.
Die Folgen für den Aktienkurs waren deutlich: Von rund 433 Euro fiel die Microsoft-Aktie auf etwa 380 Euro. Der Konzern selbst weist die Vorwürfe als unbegründet zurück.
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Neue Datenschutzregeln: Copilot bekommt einen Maulkorb
Datenschutz steht bei Microsofts KI-Offensive ganz oben auf der Agenda. Mit einem Update von Microsoft Purview können Unternehmen künftig verhindern, dass der KI-Assistent Copilot auf vertrauliche Dokumente zugreift.
Die Neuerung betrifft Office-Dateien mit bestimmten Vertraulichkeitskennzeichnungen. Administratoren können diese Labels so konfigurieren, dass Copilot in Word, Excel, PowerPoint und Outlook keinen Zugriff erhält. Bis Ende Juli 2026 soll die Funktion für alle kommerziellen Microsoft-365-Kunden ausgerollt sein.
Hintergrund ist eine kürzlich geschlossene Sicherheitslücke namens "SearchLeak" (CVE-2026-42824). Sicherheitsforscher hatten entdeckt, dass Angreifer über gezielte Prompt-Injection-Angriffe auf E-Mails, Dateien und Authentifizierungscodes zugreifen konnten.
Windows 11 26H2: Copilot zieht in den Explorer ein
Microsoft hat den Fahrplan für das nächste große Windows-Update bestätigt. Windows 11 26H2 erscheint im Herbst 2026, voraussichtlich im Oktober. Das Update kommt als Aktivierungspaket – kein kompletter Systemneustart nötig.
Die wichtigsten Neuerungen:
- Copilot-Integration direkt im Datei-Explorer
- Verschiebbare Taskleiste (ein langjähriger Nutzerwunsch)
- Überarbeiteter Ausführen-Dialog
Gute Nachrichten für Nutzer: Die Hardware-Anforderungen bleiben unverändert. Home- und Pro-Editionen erhalten 24 Monate Support.
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Interne Strategie: Microsoft verabschiedet sich von Claude Code
Ein interessanter Schwenk in der eigenen Entwicklungsabteilung: Microsoft steigt intern von Anthropics Claude Code auf das hauseigene GitHub Copilot CLI um. Bis zum 30. Juni 2026 soll der Wechsel abgeschlossen sein.
Das ist bemerkenswert, denn Microsoft bleibt ein enger Partner von Anthropic – inklusive eines 30-Milliarden-Euro-Auftrags für Azure-Compute-Leistungen. Offenbar setzt der Konzern aber im eigenen Haus lieber auf die selbst entwickelte Lösung.
Asien als Wachstumsmotor: Neue Preismodelle für KI
Die Nachfrage aus Asien verändert Microsofts Cloud- und KI-Geschäft grundlegend. Besonders chinesische Unternehmen wie ByteDance treiben die Nutzung von KI-Diensten massiv voran.
Microsoft reagiert mit einer Neuausrichtung: Der Copilot Cowork-Dienst wird auf ein nutzungsbasiertes Preismodell umgestellt. Gleichzeitig kommen günstigere KI-Modelle wie DeepSeek V4 zum Einsatz, um verschiedene Marktsegmente bedienen zu können.
Das alles wäre ohne die Halbleiterindustrie in Taiwans Hsinchu Science Park nicht möglich. Die dortigen Fabriken – vor allem von TSMC – produzieren die Chips für sämtliche Copilot+-PCs, darunter die Snapdragon-X-, Ryzen-AI- und Lunar-Lake-Plattformen. Branchendaten zufolge kontrolliert die Region mehr als 90 Prozent der weltweiten Produktion von Sub-7nm-Chips. Eine Konzentration, die für Microsofts Hardware-Strategie von zentraler Bedeutung bleibt.
