Windows 10 vs. 11: Alte Systeme sind dreimal anfälliger
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 16:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehr als ein Jahr nach dem offiziellen Support-Ende für Windows 10 klafft eine gewaltige Sicherheitslücke zwischen dem alten und dem neuen Betriebssystem. Neue Daten zeigen: Windows 10-Rechner sind im Schnitt dreimal so anfällig wie Windows 11-Systeme.
Eine aktuelle Untersuchung des IT-Dienstleisters Lansweeper vom 24. Juli 2026 offenbart alarmierende Zahlen: Windows 10-Geräte weisen durchschnittlich 1.903 aktive Sicherheitslücken auf – bei Windows 11 sind es lediglich 652. Besonders brisant: Zwei Drittel aller Schwachstellen unter Windows 10 gelten als hochriskant oder kritisch, und 2,4 Prozent werden bereits aktiv von Angreifern ausgenutzt.
Das Patch-Dilemma
Das Problem hat eine paradoxe Ursache. Microsofts monatliche Sicherheitsupdates für Windows 11 helfen Hackern indirekt dabei, ähnliche Lücken in Windows 10 aufzuspüren. Experten nennen diesen Effekt „Patch Diffing“: Wer die Korrekturen für Windows 11 analysiert, erkennt oft, wo das alte System noch verwundbar ist.
Der Juli-Patchday (KB5099539) schloss immerhin 570 Sicherheitslücken – rund 300 davon betrafen Windows 10 Version 22H2. Doch die Lücke bleibt bestehen, weil viele Nutzer keinen Schutz aktiviert haben.
Verlängerte Gnadenfrist – kaum genutzt
Microsoft hatte den Support für Windows 10 im Oktober 2025 offiziell eingestellt. Doch der Konzern lenkte ein: Privatnutzer können bis zum 12. Oktober 2027 kostenpflichtige Sicherheitsupdates beziehen, Unternehmen sogar bis Oktober 2028.
Die Hürden sind niedrig:
- Einmalzahlung von 30 Euro
- Einlösung von 1.000 Microsoft-Rewards-Punkten
- Kostenloser Zugang über Windows Backup für berechtigte Nutzer
Voraussetzung: Das System muss Windows 10 Version 22H2 laufen, und alle 60 Tage ist eine Microsoft-Konto-Anmeldung nötig. Doch nur 14 Prozent der berechtigten Geräte haben das Programm überhaupt aktiviert.
Da der Support für Windows 10 offiziell ausgelaufen ist, wird der Wechsel auf das sicherere Windows 11 für viele Nutzer zum dringenden Thema. Dieser kostenlose PDF-Report zeigt Ihnen, wie Sie das Upgrade ohne Stress, Risiko oder Datenverlust meistern. Windows 11 Starterpaket jetzt kostenlos anfordern
Bremsklotz Hardware
Viele Unternehmen kommen nicht voran. Im Gesundheitswesen arbeiten noch 23 Prozent der Systeme unter Windows 10, im Einzelhandel 22,7 Prozent. Bei kleinen und mittleren Unternehmen sind es 21,4 Prozent. Insgesamt haben knapp 17 Prozent aller Firmengeräte den Umstieg noch nicht geschafft.
Der Hauptgrund: veraltete Hardware. Zwar sind nur 2,8 Prozent der Windows 10-Systeme technisch völlig inkompatibel, doch Schätzungen zufolge erfüllen weltweit 200 bis 400 Millionen PCs nicht die Anforderungen für das Sicherheitschip-Modul TPM 2.0 oder moderne Prozessoren.
Viele Nutzer glauben, ihr PC sei aufgrund der Hardware-Anforderungen bereits zu alt für Windows 11. Ein legaler Weg ermöglicht die Installation jedoch auch auf inkompatiblen Geräten – schnell und ohne neue Hardware. Gratis-PDF: Windows 11 Systemanforderungen legal umgehen
Gamer ziehen voraus
Anders sieht es bei Spielern aus: Die Steam-Umfrage vom Juni 2026 zeigt Windows 11 bei 70,44 Prozent, Windows 10 stürzte auf 23,56 Prozent ab. Ein Grund: Nvidia stellt im Oktober 2026 die Game-Ready-Treiber für Windows 10 ein – ein harter Einschnitt für Zocker.
Rettung von außen
Für Besitzer alter Hardware gibt es Alternativen. Google bietet mit ChromeOS Flex ein kostenloses Betriebssystem an – in Kooperation mit dem Gebraucht-Marktplatz Back Market gibt es sogar ein USB-Installationskit für drei Euro.
Der Drittanbieter 0patch hat zugesagt, bis 2030 legale Sicherheitspatches für Windows 10 zu liefern. Unterdessen üben Verbraucherschützer wie Consumer Reports Druck auf Microsoft aus, den kostenlosen Support zu verlängern – sonst drohe ein Berg von Elektroschrott aus hunderten Millionen funktionsfähigen Computern.
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